Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

AGV-Zug wurde auf einer TGV-Strecke gestestet

18.12.2008
Ein AGV-Zug („Automotrice à Grande Vitesse“, Hochgeschwindigkeits-Triebwagenzug), welcher der nächsten Generation von Schnellzügen des kanadischen Unternehmens Alstom entspricht, wurde auf der TGV-Strecke in Ostfrankreich getestet.

Der Zug wurde über mehrere Nächte getestet und erreicht inzwischen eine Spitzengeschwindigkeit von 342 km/h.

Im April 2007 kam der Prototyp V150 der AGV auf einen Geschwindigkeitsrekord von 547,8 km/h. Der größte Unterschied zum derzeit betriebenen TGV („Train à Grande Vitesse“, Hochgeschwindigkeitszug) liegt im Antrieb: es gibt keine Lokomotiven mehr (ein TGV hat an jedem Ende eine) und die Motoren befinden sich direkt unter den Waggons, so dass der Zug motorbetrieben wird.

Der Hersteller, Alstom, hat die Prüfphase in kompletter Konfiguration begonnen. Zunächst wurden die Räder auf einer Schienenstrecke in der Tschechischen Republik getestet und im Dezember wurde dann der komplette Zug auf dem Schienennetz der LGV („Ligne à Grande Vitesse“, Hochgeschwindigkeitsstrecke) in Osteuropa geprüft. Auf der Strecke zwischen Paris und Straßburg wurde der AGV zunächst bei niedriger Geschwindigkeit getestet. Anschließend wurde die Geschwindigkeit erhöht und die Techniker führten mehr als tausend direkte Messungen durch. Mit Hilfe einer Gruppe von 60 Ingenieuren, zwei Laboratorien und 4.000 Sensoren an Bord konnten die Daten des Zugs bis zu einer Geschwindigkeit von 342 km/h gemessen werden.

Gemessen wurde unter anderem der Lärm in der Umgebung und innerhalb der Waggons sowie die aerodynamischen Effekte, wie z.B. Druckwellen bei der Durchfahrt von Tunneln oder anderer Strukturen in Schienennähe. Ein weiteres Problem was es zu lösen gilt: die Passagiere werden noch zu sehr durchgeschüttelt. Den Angaben der französischen Energieagentur ADEME zufolge, entspricht der AGV mit seinen sehr geringen Treibhausgasemissionen (2,2 Gramm/km/Passagier) den gesetzten Nachhaltigkeitszielen. Er stößt 13 Mal weniger CO2 aus als ein Bus (30 g), 50 Mal weniger als ein KFZ (115 g) und 70 Mal weniger als ein Flugzeug (153 g) (siehe ADEME Referenzdaten für CO2-Quoten/Kw.h zur Stromerzeugung in Frankreich).

Während der Tests im Dezember sollte die erwartete Betriebsgeschwindigkeit von 360 km/h ebenfalls erreicht werden. Anschließend wird der AGV zum Versuchszentrum nach Velim geschickt, wo der Zug weiteren Tests unterzogen wird. Die ersten Züge werden in Italien fahren, da der italienische Eisenbahnbetreiber NTV (Nuovo Trasporto Viaggiatori) 25 Züge bestellt hat und sie bereits 2009 auf die Schienen bringen will. Die französische Eisenbahngesellschaft SNCF wird voraussichtlich erst 2014 mit AGV ausgestattet.

Quellen:

· "L'AGV testée à 340 km/h sur les rails du TGV", Futura-Sciences – 09.12.2008

· "L'AGV débute ses tests à 360 km/h", http://www.webtrains.net - 09.12.2008

Redakteurin: Nadia Heshmati, nadia.heshmati@diplomatie.gouv.fr

Wissenschaft-Frankreich (Nummer 154 vom 17.12.2008)
Französische Botschaften in Deutschland und Österreich
Kostenloses Abonnement durch E-Mail an: sciencetech@botschaft-frankreich.de

Nadia Heshmati | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de/allemand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Intelligente Planung und Steuerung für mehr Effektivität und Effizienz bei Autoumschlag in Häfen
14.09.2017 | BIBA - Bremer Institut für Produktion und Logistik

nachricht Umweltfreundliches Segway toppt Rad und Auto bei kurzen Strecken
08.09.2017 | Hochschule Heilbronn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik