Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Abhörtechnik für Radsätze macht Züge sicherer

02.11.2012
Siemens deckt mit dem akustischen Überwachungssystem RailBAM Schäden in Radsatzlagern von Zügen frühzeitig auf.

Die Lösung verbessert die Zuverlässigkeit der Bahnen und reduziert die Wartungskosten. Wie die Zeitschrift Pictures of the Future in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, registriert das System am fahrenden Zug die Laufgeräusche der Radsatzlager.



Seit mehr als zwei Jahren überwacht RailBAM in Southhampton 45 Züge mit insgesamt 9.000 Radsätzen. Üblicherweise werden die Radsätze alle 1,2 Millionen Kilometer ausgetauscht. Weil RailBAM Schäden lange vor einem tatsächlichen Ausfall detektiert, können Techniker die Radsätze nun immer dann tauschen, wenn die Messdaten erste Veränderungen anzeigen.

Die Instandhaltungsintervalle haben sich so für angetriebene und nicht angetriebene Radsätze um zehn beziehungsweise 50 Prozent verlängert. RailBAM ist eine Entwicklung des Siemens-Partners Track IQ und wird von Siemens exklusiv vertrieben.

Radsätze sind die mit am stärksten belasteten Komponenten eines Zugs. Wind und Wetter, hohe Fahrgeschwindigkeiten und Erschütterungen machen sie anfällig für Verschleiß und Verschmutzungen. Gleichzeitig sind Schäden im Radsatz ein hohes Sicherheitsrisiko, denn bei einem Radbruch ist es wahrscheinlich, dass der Zug entgleist. Radsätze werden deshalb regelmäßig Sichtkontrollen und Ultraschallprüfungen unterzogen und nach einer bestimmten Anzahl von Fahrkilometern ausgetauscht.

RailBAM bietet nun eine regelmäßige Überwachung der Radsatzlager im laufenden Zugverkehr. Es basiert auf einem akustischen Sensor, der entlang der Gleise montiert ist und kontinuierlich die Fahrgeräusche aller Züge aufnimmt. Die Messdaten laufen im Depot zusammen, wo anhand des Fahrplans jeder Datensatz dem jeweiligen Zug zugeordnet wird. Eine Software extrahiert aus den akustischen Daten die Messwerte für die Radsätze und vergleicht sie mit Soll-Werten.

Beginnende Schäden erzeugen charakteristische Veränderungen in den Laufgeräuschen der Räder. Treten solche Abweichungen auf, wird der betreffende Radsatz beim nächsten Depotaufenthalt gewechselt, um plötzliche Ausfälle zu vermeiden. Umgekehrt lässt sich ein Radsatz über das normale Wartungsintervall hinaus betreiben, solange die Überwachungsdaten keine Auffälligkeiten zeigen.

RailBAM arbeitet derzeit bei Fahrgeschwindigkeiten bis maximal 160 Kilometer pro Stunde. Aufgrund des hohen Interesses verschiedener Bahnbetreiber ist geplant, das System auch für Hochgeschwindigkeitszüge auszulegen. (IN 2012.11.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verkehr Logistik:

nachricht Smarte Datenanalyse für Verkehr in Stuttgart
28.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

nachricht HIGH-TOOL unterstützt Verkehrsplanung in Europa
22.02.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verkehr Logistik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Cybersicherheit für die Bahn von morgen

24.03.2017 | Informationstechnologie

Schnell und einfach: Edge Datacenter fürs Internet of Things

24.03.2017 | CeBIT 2017

Designer-Proteine falten DNA

24.03.2017 | Biowissenschaften Chemie