Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Auswirkungen haben Nanotechnologien auf die Umwelt?

31.10.2008
Verfahrenstechniker der Universität Bremen sind in internationale Forschungsinitiative des "Center for Environmental Implications of Nanotechnology" (CEIN) eingebunden.

Nanomaterialien stehen für Innovation und Fortschritt. Und tatsächlich gehört den Nanotechnologien die Zukunft, wobei auch die Umweltverträglichkeit ein wichtiger Aspekt ist. Untersuchungen dazu werden auch im Fachgebiet Mechanische Verfahrenstechnik der Universität Bremen durchgeführt.

Die Bremer Produktionstechniker um Professor Lutz Mädler sind Partner einer internationalen Forschungsinitiative zur Etablierung der wissenschaftlichen Grundlagen für Nano-Bio-Wechselwirkungen innerhalb des "Center for Environmental Implications of Nanotechnology" (CEIN). Das CEIN vereinigt ein hoch integriertes, interdisziplinäres und synergetisches Team mit ausgewiesenen Fachkompetenzen auf den Gebieten Umweltwissenschaften, Materialwissenschaften, Verfahrenstechnik und Lebenswissenschaften. Es wird an der University of California Los Angeles (UCLA) und dem California NanoSystems Institute (CNSI) mit einem Gesamtumfang von 24 Millionen US$ koordiniert.

Die Partner umfassen neben der UCLA und der Universität Bremen: UC Santa Barbara, UC Davis, UC Riverside, Columbia University, University of Texas, Lawrence Berkeley National Laboratory, Lawrence Livermore National Laboratory, Sandia National Laboratory (alle USA), Nanyang Technological University (Singapur), University College Dublin (Irland), und die Universitat Rovira i Virgili (Spanien). Das Ziel dieses Zentrums ist es, innerhalb der nächsten fünf Jahre ein breites Basismodell zu entwickeln, von dem Aussagen zu Nano-Bio-Wechselwirkungen ableitbar sind.

Innerhalb des CEIN umfassen die Forschungsaufgaben der Mechanischen Verfahrenstechnik im Fachbereich Produktionstechnik der Universität Bremen die Herstellung ausgewählter Nanomaterialien, die als Referenzen (zum Beispiel TiO2, CeO2 u. a.) genutzt werden sollen. Diese repräsentieren vor allem Materialklassen neuer Produkte und dienen gleichzeitig als Grundbausteine für Untersuchungen von Oberflächenwechselwirkung, die für die Bioverträglichkeit verantwortlich sind. Innerhalb des CEIN werden diese Materialien mit natürlich vorkommenden Nanopartikeln (wie Zinksulfid) verglichen, um deren Transport, Aggregationsverhalten und Stabilität in Boden, Wasser und Luft abzuschätzen. Die Materialien werden dabei zum Beispiel in verschiedenen Größen, Formen, Morphologien, chemischer Zusammensetzung hergestellt, so dass ihre spezifische Oberflächeneigenschaften eingestellt werden können.

Mit diesem Forschungsvorhaben soll im Verbund mit dem CEIN eine Plattform geschaffen werden, auf der verschiedene Disziplinen eine wissenschaftlich voraussagbare Toxizität erarbeiten, die die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Nanomaterialien und deren Wechselwirkungen mit ökologischen Lebensformen an der Nano-Bio-Grenzfläche beinhaltet. Dabei stehen neuartige quantitative Struktur-Eigenschafts-Beziehungen der Materialien mit biologischen Medien und Lebensformen im Mittelpunkt (beispielsweise Oberflächenladung, Löslichkeit), die zu umweltverträglichen Nutzung der Nanomaterialien notwendig sind. Weiterhin werden diese Erkenntnisse neue Forschungsziele definieren und ein schrittweises Verständnis dieser komplexen Interaktionen ermöglichen.

Weitere Informationen:

Universität Bremen
Fachbereich Produktionstechnik
Fachgebiet Mechanische Verfahrenstechnik
Prof. Dr.-Ing. Lutz Mädler
Tel. 0421 218 7737
E-Mail: lmaedler@iwt.uni-bremen.de

Eberhard Scholz | idw
Weitere Informationen:
http://www.cnsi.ucla.edu/news/item?item_id=588964
http://www.nsf.gov/news/news_summ.jsp?cntn_id=112234&org=NSF&from=news

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise