Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vielseitige Nanostrukturen auf Glasflächen

27.11.2012
SCHOTT Entwickler bauen die Nanoimprint-Technologie aus und öffnen die Tür zu einer großen Anwendungswelt

Der Technologiekonzern SCHOTT hat ein Verfahren zur Nanostrukturierung von Oberflächen weiterentwickelt, das heute zu einer der bedeutenden „Emerging Technologies“ zählt: die sogenannte Nanoimprint-Lithographie.


Zur Fertigung eines optischen Interferenzgitters für die Beugung von Licht wird ein Stempel hergestellt. Foto: SCHOTT


Mit dem Nanoimprint-Verfahren von SCHOTT lässt sich auch eine realistische, gebürstete Edelstahloptik auf Glas erzeugen. Foto: SCHOTT

Auf Basis dieser technologischen Plattform soll eine Vielfalt innovativer Anwendungen entstehen – von dekorativer Edelstahloptik auf Glas über OLED-Applikationen bis zu photonischen Kristallen.

Mit der Nanoimprint-Lithographie, einer mechanischen Nanoprägetechnik, sowie in Kombination mit speziellen Beschichtungsmaterialien und -verfahren lassen sich komplexe funktionale Oberflächenstrukturen schaffen. Diese reichen bis in den Nanometerbereich – also ein milliardstel Meter – und sind so ausgeklügelt, dass sie einfallendes Licht gezielt lenken, reflektieren, absorbieren oder manipulieren können. Auch lassen sich Oberflächen mit einer bestimmten Haptik oder einer dekorativen Anmutung erzeugen.

„Wir arbeiten intensiv am Ausbau der Nanostrukturierung zu einer Technologieplattform für die Erschließung innovativer Anwendungen und Produkte“, sagt Dr. Eveline Rudigier-Voigt, Senior Manager Coating bei SCHOTT Research & Technology. Bislang war die Technologie industriell und auf relativ großen Flächen nur für biegbare Substrate, hauptsächlich Kunststoffe, einsetzbar.

Mit rigidem Material wie etwa Glas ließen sich nur kleine Formate realisieren – zum Beispiel nanooptisch strukturierte Wafer oder diffraktive optische Elemente (DOE) als Nachfolger von klassischen Linsen und Spiegeln. Zudem arbeiten bisherige Verfahren sehr langsam, benötigen viele Prozessschritte oder eignen sich nicht für große Flächen bzw. starre Substrate wie Spezialglas.

Dagegen erlaubt ein erster technologischer Prototyp von SCHOTT nicht nur die Nanostrukturierung von Glas, sondern auch die schnelle Fertigung von 30 mal 40 Quadratzentimeter großen Glasformaten. Auch hat SCHOTT auf Basis chemischer Nanotechnologie einen speziellen Lack auf Sol-Gel-Basis entwickelt, in den sich Nanostrukturen prägen lassen.

Aufgebracht auf ein Glassubstrat, lassen sich damit unterschiedlichste Eigenschaften realisieren wie etwa ein speziell angepasster Brechungsindex für optische Anwendungen. Zudem sind diese Strukturen nun temperaturbeständig und widerstehen Temperaturen von über 200 bis 700 Grad Celsius.

„Diese Technologieplattform öffnet die Türen zu vielfältigen Anwendungen. Für viele davon sind unsere Materialien und das Verfahren auf Basis von Patentanmeldungen breit abgesichert“, so Dr. Matthias Bockmeyer, SCHOTT Senior Manager Material Development. Mögliche Anwendungsfelder sind etwa Architekturgläser mit antireflektierenden Oberflächen, Hologramme für den Markenschutz oder optische Nanostrukturen zur Lichtauskopplung für OLED’s (organische Licht emittierende Dioden).

Denkbar sind auch Diffusionsfilter zur gleichmäßigen Verteilung von Licht auf Bildschirmen. Interessant für die Dünnschicht-Solartechnik sind darüber hinaus optische „Light-Trapping“-Konzepte (Lichtfallen) zur effizienten Absorption von Licht durch das nanostrukturierte Substrat. Ein weiteres Zukunftsfeld sind spezielle kristalline Siliziumstrukturen zur kostengünstigen Herstellung von photonischen Kristallen, um die Leistungsfähigkeit der (optischen) Datenverarbeitung deutlich zu steigern – Voraussetzung für den optischen Supercomputer der Zukunft.

Bei SCHOTT denkt man bereits über eine mögliche dekorative Anwendung im Hausgerätebereich nach: der Erzeugung einer realistischen, gebürsteten Edelstahloptik auf Glas. Dadurch lassen sich die Materialvorteile von Glas wie etwa leichte Säuberung und Kratzfestigkeit mit der edlen Anmutung von Metall verbinden.

Über SCHOTT
SCHOTT ist ein internationaler Technologiekonzern mit mehr als 125 Jahren Erfahrung auf den Gebieten Spezialglas, Spezialwerkstoffe und Spitzentechnologien. Mit vielen seiner Produkte ist SCHOTT weltweit führend. Hauptmärkte sind die Branchen Hausgeräteindustrie, Pharmazie, Elektronik, Optik, Solarenergie, Transportation und Architektur. Das Unternehmen hat den klaren Anspruch, mit hochwertigen Produkten und intelligenten Lösungen zum Erfolg seiner Kunden beizutragen und SCHOTT zu einem wichtigen Bestandteil im Leben jedes Menschen zu machen. SCHOTT bekennt sich zum nachhaltigen Wirtschaften und setzt sich bewusst für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt ein. In 40 Ländern ist der SCHOTT Konzern mit Produktions- und Vertriebsstätten kundennah vertreten. 17.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2010/2011 einen Weltumsatz von rund 2,9 Milliarden Euro. Die SCHOTT AG mit Hauptsitz in Mainz ist ein Unternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung.
Kontakt:
SCHOTT AG
Christine Fuhr
PR Manager
Tel: +49 (0)6131 - 66 4550
Fax: +49 (0)3641 - 28889 141
christine.fuhr@schott.com
www.schott.com

Fink & Fuchs Public Relations AG
Karsten Krone
+49 611 74131-77
schott@ffpr.de

Christine Fuhr | Fink & Fuchs Public Relations AG
Weitere Informationen:
http://www.schott.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften