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Verfahren für selbstreinigende Oberflächen erhält Patent

14.09.2011
Marburger Forscher entwickelten neuartige Herstellungsmethode für hydrophobe Oberflächen

Die unter dem Begriff „Lotuseffekt“ bekannt gewordenen hydrophoben Eigenschaften selbstreinigender Oberflächen konnten in den vergangenen Jahren eine stark ansteigende öffentliche Aufmerksamkeit verzeichnen. Am Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg ist unter der Leitung von Professorin Dr. Seema Agarwal und Professor Dr. Andreas Greiner ein neuartiges Verfahren zur Anfertigung superhydrophober fluorierter Polymeroberflächen entwickelt worden, das sich vor allem durch eine einfache und reproduzierbare Herstellung derartiger Oberflächen auszeichnet. Das für dieses Verfahren bereits im vergangenen Jahr erteilte Patent hat nun für den gesamten europäischen Markt volle Rechtskraft erlangt.

Angesichts der außerordentlichen Vielfalt gegenwärtiger und zukünftiger Einsatzmöglichkeiten eröffnet sich mit der europäischen Patenterteilung ein sehr hohes Marktpotenzial für die vorliegende Erfindung. Die Anwendungsfelder superhydrophober selbstreinigender Oberflächen erscheinen nahezu unbegrenzt und werden in den kommenden Jahren in den verschiedensten Lebensbereichen eine zunehmende technische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung erlangen. Das Spektrum reicht dabei von Gebäudefassaden und Dachziegeln über Funktionstextilien oder Beschichtungen im Automobilbereich bis hin zu Nanobeschichtungen für Photovoltaikanlagen oder Spezialbeschichtungen für Bootsrümpfe.

Von besonderem Interesse sind überdies alle hygienerelevanten Lebensbereiche, in welchen hochgradige Sauberkeit unabdingbar ist. Spiegel, Scheiben und Solarzellen können ebenso von schmutzabweisenden Oberflächen profitieren wie medizinische Geräte und Apparaturen. Dies gilt auch für Behälter, die wässrige Flüssigkeiten enthalten, von Getränkeflaschen über Joghurtbecher und Nahrungsmittelfolien bis hin zu Pipetten und Spritzen.

„Als Substrat für die erfindungsgemäßen Polymerbeschichtungen eignen sich grundsätzlich alle Unterlagen, insbesondere solche aus Kunststoff, Metall oder einer Legierung“, betont Agarwal und hebt die auch wirtschaftlich bedeutsamen Vorzüge des Herstellungsverfahrens hervor: „Ein großer Vorteil der Beschichtungen liegt in deren einfacher und reproduzierbarer Herstellbarkeit, etwa durch Elektrospinnen einer entsprechenden Polymerlösung.“

Auf der Grundlage des an der Philipps-Universität Marburg entwickelten wissenschaftlichen Know-hows sowie zahlreichen industriellen Kooperationen und Patenten wurden von beiden Hochschullehrenden und deren Mitarbeitern im Rahmen der „TransMIT-Business Unit PolyNanoTec“ (PNT) in den vergangen Jahren verschiedene Elektrospinnverfahren konzipiert. Seit geraumer Zeit stellt „PolyNanoTec“ speziell für das Elektrospinnverfahren konzipierte Formulierungen kommerziell zur Verfügung. Ein besonderer Fokus bei der Entwicklung und Herstellung der Formulierungen liegt zum einen auf der Sicherheit und hohen Produktivität des Elektrospinnverfahrens sowie andererseits in den Eigenschaften der elektrogesponnenen Fasern. „PolyNanoTec“ bietet, neben den Kompetenzen im Bereich Nanofasern und Elektrospinnen auch hochwirksame antibakterielle Additive für Kunststoffe an.

Die „TransMIT GmbH“ ist die Verwertungsgesellschaft der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen. Die „TransMIT GmbH“ erschließt und vermarktet – mit rund 140 Angestellten – im Schnittfeld von Wissenschaft und Wirtschaft professionell die Potenziale von rund 6.000 Wissenschaftlern aus mehreren Forschungseinrichtungen in und außerhalb Hessens. Der Geschäftsbereich Patente, Innovations- und Gründerberatung widmet sich der Bewertung (Marktanalyse, Patentrecherche), dem Schutz und der Umsetzung von nationalen und internationalen Innovations- und Wachstumsvorhaben. Die „TransMIT GmbH“ hat bei mehreren Rankings im Auftrag verschiedener Bundesministerien jeweils Platz 1 unter den 21 größeren Technologietransfer-Unternehmen in Deutschland erreicht.

(Pressetext: Holger Mauelshagen, TransMIT)

Weitere Informationen:
Ansprechpartner: Professor Dr. Andreas Greiner,
Fachgebiet Makromolekulare Chemie
Tel.: 06421 28-25573
E-Mail: greiner@staff.uni-marburg.de
Internet: http://www.polynanotec.com
Pressekontakte: Holger Mauelshagen, Pressesprecher
TransMIT Gesellschaft für Technologietransfer mbH,
Schaumainkai 69, 60596 Frankfurt am Main
Tel.: +49 69 605046-04
Fax: +49 69 605047-80
E-Mail: holger.mauelshagen@transmit.de
Internet: http://www.transmit.de

Johannes Scholten | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-marburg.de

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