Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stahlbänder in Endlos-Verfahren herstellen

06.08.2013
Eine besonders energieeffizientes Produktionsverfahren für Stahlbleche kommt nun in China zum Einsatz

Siemens liefert einem chinesischen Stahlerzeuger zwei Anlagen, die nach dem Arvedi-ESP (Endless Strip Production)-Verfahren arbeiten.



Sie produzieren hochwertiges, ultradünnes Warmband mit Breiten von bis zu 1,6 Meter und bis zu minimalen Dicken von 0,8 Millimeter. Das Arvedi ESP-Verfahren braucht bis zu 45 Prozent weniger Energie als beim konventionellen Ablauf aus separatem Gießen und Walzen und stößt daher auch signifikant weniger CO2 aus.

Normalerweise kostet die Produktion von Stahlbändern viel Energie und braucht viel Platz. Flüssiger Stahl wird in so genannte Brammen gegossen, das sind einige Zentimeter dicke, etwa ein bis zwei Meter breite und über zehn Meter lange Stahlplatten. Diese Brammen kühlen ab und werden im Walzwerk zu Stahlbändern mit z.T. weniger als einem Millimeter Dicke verarbeitet.

Dafür müssen die Brammen neu eingefädelt und wieder aufgeheizt werden. Am Ende walzt man die Bänder zu großen Spulen, genannt Bunde. Alles in allem ist eine solche Produktionsanlage mehrere hundert Meter lang. Die Stahlbänder werden unter anderem in Autos, Haushaltsgeräten oder auf dem Bau verarbeitet.

Der Clou des Arvedi ESP-Verfahrens: Der Guss- und der Walzvorgang erfolgt in einem Schritt. Der heiße Strang wird direkt endlos gewalzt, ohne Brammen zu schneiden. Der Stahl wird in einem Durchgang in ein Band verarbeitet und zu Bunden von bis zu 32 Tonnen Gewicht aufgerollt.

Die gesamte Anlage ist nur 190 Meter lang. Das Einfädeln und Wiederaufheizen der kalten Brammen entfällt, was viel Zeit und Energie spart. Mit sieben Minuten vom flüssigen Stahl bis zum fertigen Bund ist das Verfahren erheblich kürzer als bei herkömmlichen Prozessen, die mehrere Stunden dauern. Außerdem entfällt der Ausschuss, der normalerweise beim Einfädeln entsteht. Mit ihrer genauen Temperaturführung produziert die Anlage Stahl von hoher und homogener Qualität.

Die neuen Anlagen sind ausgelegt für die jährliche Erzeugung von 5,2 Millionen Tonnen Stahl. Für das Anfahren und den Betrieb wird der Stahlproduzent vom Siemens-Partner Acciaieria Arvedi SpA unterstützt, der das Verfahren erfunden hat. (IN 2013.08.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Why we need erasable MRI scans

New technology could allow an MRI contrast agent to 'blink off,' helping doctors diagnose disease

Magnetic resonance imaging, or MRI, is a widely used medical tool for taking pictures of the insides of our body. One way to make MRI scans easier to read is...

Im Focus: Fraunhofer ISE und teamtechnik bringen leitfähiges Kleben für Siliciumsolarzellen zu Industriereife

Das Kleben der Zellverbinder von Hocheffizienz-Solarzellen im industriellen Maßstab ist laut dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und dem Anlagenhersteller teamtechnik marktreif. Als Ergebnis des gemeinsamen Forschungsprojekts »KleVer« ist die Klebetechnologie inzwischen so weit ausgereift, dass sie als alternative Verschaltungstechnologie zum weit verbreiteten Weichlöten angewendet werden kann. Durch die im Vergleich zum Löten wesentlich niedrigeren Prozesstemperaturen können vor allem temperatursensitive Hocheffizienzzellen schonend und materialsparend verschaltet werden.

Dabei ist der Durchsatz in der industriellen Produktion nur geringfügig niedriger als beim Verlöten der Zellen. Die Zuverlässigkeit der Klebeverbindung wurde...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: Innovatives 3D-Druckverfahren für die Raumfahrt

Auf der Hannover Messe 2018 präsentiert die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM), wie Astronauten in Zukunft Werkzeug oder Ersatzteile per 3D-Druck in der Schwerelosigkeit selbst herstellen können. So können Gewicht und damit auch Transportkosten für Weltraummissionen deutlich reduziert werden. Besucherinnen und Besucher können das innovative additive Fertigungsverfahren auf der Messe live erleben.

Pulverbasierte additive Fertigung unter Schwerelosigkeit heißt das Projekt, bei dem ein Bauteil durch Aufbringen von Pulverschichten und selektivem...

Im Focus: BAM@Hannover Messe: innovative 3D printing method for space flight

At the Hannover Messe 2018, the Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) will show how, in the future, astronauts could produce their own tools or spare parts in zero gravity using 3D printing. This will reduce, weight and transport costs for space missions. Visitors can experience the innovative additive manufacturing process live at the fair.

Powder-based additive manufacturing in zero gravity is the name of the project in which a component is produced by applying metallic powder layers and then...

Im Focus: IWS-Ingenieure formen moderne Alu-Bauteile für zukünftige Flugzeuge

Mit Unterdruck zum Leichtbau-Flugzeug

Ingenieure des Fraunhofer-Instituts für Werkstoff- und Strahltechnik (IWS) in Dresden haben in Kooperation mit Industriepartnern ein innovatives Verfahren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Konferenz »Encoding Cultures. Leben mit intelligenten Maschinen« | 27. & 28.04.2018 ZKM | Karlsruhe

26.04.2018 | Veranstaltungen

Konferenz zur Marktentwicklung von Gigabitnetzen in Deutschland

26.04.2018 | Veranstaltungen

infernum-Tag 2018: Digitalisierung und Nachhaltigkeit

24.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Weltrekord an der Uni Paderborn: Optische Datenübertragung mit 128 Gigabits pro Sekunde

26.04.2018 | Informationstechnologie

Multifunktionaler Mikroschwimmer transportiert Fracht und zerstört sich selbst

26.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Berner Mars-Kamera liefert erste farbige Bilder vom Mars

26.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics