Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Siemens und E.ON Kraftwerke errichten Pilotanlage zur CO2-Abscheidung aus Kohlekraftwerken

19.02.2009
Gemeinsame Pressemitteilung der Siemens AG und E.ON Kraftwerke GmbH

Siemens und E.ON Kraftwerke errichten am E.ON-Kraftwerk Staudinger in Großkrotzenburg bei Hanau eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung. Damit treiben die beiden Unternehmen die Entwicklung eines Verfahrens zur klimaverträglichen Stromerzeugung aus Kohle weiter voran. Am steinkohlebefeuerten Block 5 des Kraftwerks soll unter realen Einsatzbedingungen ein bereits im Labor erprobtes Verfahren eingesetzt werden. Die Pilotanlage soll im Sommer 2009 in Betrieb gehen.

Auch in Zukunft wird der weiterhin rasch wachsende Strombedarf nicht ohne fossile Energieträger wie Kohle oder Erdgas gedeckt werden können. Die Herausforderung besteht darin, die mit fossilen Brennstoffen einher gehenden CO2-Emissionen erheblich zu reduzieren. Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung kommt dabei eine entscheidende Bedeutung zu. Sie müssen für den Einsatz in Großanlagen erprobt, weiterentwickelt und zur Marktreife gebracht werden.

Bei dem Post-Combustion-Capture-Verfahren von Siemens wird das CO2 nach der Verbrennung durch spezielle Reinigungssubstanzen aus dem Rauchgas eines Kraftwerks entfernt, bevor die Gase über den Schornstein in die Atmosphäre gelangen. Ein Vorteil dieser Technologie liegt darin, dass sie sich gut mit dem bekannten und weit entwickelten Dampfkraftwerksprozess kombinieren lässt. Siemens entwickelt diese Technologie bereits seit mehreren Jahren im Industriepark Frankfurt-Hoechst. Dieses Verfahren zeichnet sich unter anderem durch gute Umwelteigenschaften, einen vergleichsweise niedrigen Energieverbrauch und nur geringen Verlust bei der eingesetzten Reinigungssubstanz aus. Mit der Pilotanlage kommen jetzt die chemische Langzeitstabilität dieser Substanz und die Effektivität des Prozesses unter realen Kraftwerksbedingungen auf den Prüfstand. Parallel dazu wird die Technologie hinsichtlich ihres Energiebedarfes weiter optimiert.

Die Pilotanlage wird mit einer Teilmenge aus dem Rauchgas von Block 5 gefahren. E.ON Kraftwerke und Siemens beabsichtigen, die Testanlage am Standort des Kraftwerks Staudinger bis Ende 2010 zu betreiben.

Das Vorhaben wird vom Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der COORETEC-Initiative gefördert. Sie ist Teil des 5. Energieforschungsprogramms "Innovation und Neue Energietechnologien" der Bundesregierung und fördert die Forschung und Entwicklung CO2-emissionsarmer Kraftwerkstechnologien.

„Aufgrund der umfassenden Erfahrung sowohl bei der chemischen Prozessentwicklung als auch im Kraftwerksbau verfügt Siemens über beste Voraussetzungen für die erfolgreiche Entwicklung eines effizienten CO2-Abscheideverfahrens“, sagte Michael Süß, CEO der Division Fossil Power Generation von Siemens Energy. „Die Ergebnisse und Betriebserfahrungen aus der Pilotanlage bilden die Basis für große Demonstrationsanlagen, die ab Mitte des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnehmen sollen.“

„Als einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz plant E.ON die großtechnische CO2-Abscheidung und -Speicherung für Kohlekraftwerke ab 2020. Der Betrieb dieser Pilotanlage gemeinsam mit Siemens ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg“, sagte Gerhard Seibel, der für den Neubau bei E.ON Kraftwerke verantwortliche technische Geschäftsführer.

Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2008 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 22,6 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 33,4 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 1,4 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2008 rund 83.500 Mitarbeiter.

E.ON Kraftwerke ist im E.ON-Konzern der Spezialist für Planung, Bau und Betrieb von Kraftwerken auf Kohle- und Gasbasis. Die rund 4.500 Mitarbeiter von E.ON Kraftwerke und ihren Tochterunternehmen erwirtschafteten 2007 einen Umsatz von fast drei Milliarden EUR. Das Unternehmensziel ist, elektrische Energie klimaschonend, sicher und gleichzeitig wirtschaftlich zu erzeugen. Als großer und verantwortungsvoll handelnder Stromerzeuger arbeitet E.ON Kraftwerke daher beständig an der technischen Weiterentwicklung der Kohle- und Gaskraftwerke im Konzern. Eine kontinuierliche Verringerung der Emissionen ist ein Ergebnis dieser Anstrengungen. Derzeit betreibt E.ON Kraftwerke fast 50 Kraftwerksblöcke. Insgesamt verfügen diese Kraftwerke über eine Leistung von etwa 14.000 Megawatt und speisen jährlich rund 50 Milliarden Kilowattstunden in das öffentliche Stromnetz ein. Derzeit verfolgt E.ON Kraftwerke 20 Kraftwerksprojekte in Europa mit einer projektierten Kraftwerksleistung von rund 15.000 MW. Weitere Informationen unter: www.eon-kraftwerke.com

Pressekontakte:

Siemens AG
Presseabteilung Energy
Alfons Benzinger
Tel. +49 9131/18-7034
Fax: +49 9131/18-7039
E-Mail: alfons.benzinger@siemens.com
E.ON Kraftwerke GmbH
Unternehmenskommunikation
Dr. Clemens Tauber
Tresckowstraße 5, 30457 Hannover
Telefon: +49 511 439 4774
E-Mail: clemens.tauber@eon-energie.com
Informationsnummer: EFP 200902.023 d

Alfons Benzinger | Siemens Energy
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/energy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen
31.08.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Ausschreibung des Paul-Martini-Preises 2018 für klinische Pharmakologie

19.09.2017 | Förderungen Preise