Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Produktion neu erfinden: Konzernweiter Ansatz

09.06.2009
Siemens stellt die Weichen konsequent auf eine Verbesserung seiner eigenen Fertigung, um auch in Zeiten knapper Ressourcen die Produktivität zu steigern.

Derzeit setzt der Konzern das Siemens-Produktionssystem sukzessive in seinen 300 Werken in 40 Ländern um, wie die neueste Ausgabe des Forschungsmagazins Pictures of the Future berichtet.


Erste Erfolge zeigen, dass schon einfache Maßnahmen dramatische Verbesserungen bringen. So beschleunigte das Messgerätewerk Berlin den Herstellungsprozess drastisch und steigerte seine Produktivität um 20 Prozent. In dem Werk werden digitale Schutzgeräte der SiProtec-Familie hergestellt.

Diese verhindern, dass bei Überspannung oder Blitzeinschlag Hochspannungsleitungen und Endgeräte Schaden nehmen. Mit dem Produktionssystem verkürzte das Werk die Durchlaufzeiten: Dauerte es früher vier Arbeitstage, bis ein Produkt bereit zum Abtransport war, gelingt dies nun in einer Stunde. Zudem gibt es heute ein Viertel weniger Ausschuss und zusätzliche 1.200 Quadratmeter freie Fläche.

Bevor das Produktionssystem in dem Werk eingeführt wurde, legten die 400 Mitarbeiter lange Wege zurück, um Material zu holen, und mussten häufig warten, um etwa die Funktion eines Produktes überprüfen zu können. Immer wieder unterbrachen sie ihre Arbeit, um den nächsten Prozessschritt vorzubereiten, Werkzeuge und Unterlagen zu sortieren. Nach jedem Arbeitsschritt landete das Produkt in einem Behälter und wartete dort auf den Mitarbeiter, der den nächsten Arbeitsschritt ausführte.

Jetzt sind die Abläufe besser aufeinander abgestimmt. Aus den Fertigungslinien, an denen die Mitarbeiter in großen Abständen hintereinander saßen, wurden so genannte U-Zellen. In diesen U-förmigen Bereichen arbeiten feste Gruppen. Das nötige Material liegt griffbereit. Jeder gibt dem nächsten in der Kette das Produkt weiter, bis es fertig und komplett verpackt ist. Die Umstellung bringt zahlreiche Vorteile: Der Arbeitsraum ist vorbereitet für den jeweiligen Prozessschritt. Er ist überschaubar und leicht zu bedienen, der Weg zum nächsten Arbeitsplatz ist so kurz wie möglich. Umsortieren und zergliederte Arbeitsschritte sind passé.

Das Produktionssystem ist ein konzernweiter Ansatz, um die Fertigung im Unternehmen zu optimieren. Dabei bleiben die Prinzipien immer gleich, doch die Lösung in jedem Werk ist eine andere. Die so genannte schlanke Produktion („lean production“) ist nicht neu, wird jedoch nicht immer konsequent umgesetzt. Bisher hat es kaum ein Technologiekonzern geschafft, ein einheitliches Produktionssystem einzuführen. (IN 2009.06.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten