Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nur schlank reicht nicht mehr

29.08.2016

Erweitertes Lean-Konzept für wirtschaftliche und ökologische Produktion

Im Projekt »Eco Lean Compass« hat das Fraunhofer IPA eine Methode entwickelt, die neben den ökonomischen Aspekten des Lean Managements auch ökologische Gesichtspunkte berücksichtigt. Unternehmen verbessern dadurch nicht nur die Effizienz ihrer Wertschöpfungskette, sondern gleichzeitig auch ihre Umweltbilanz. Das neue Eco-Lean-Konzept steht dem produzierenden Gewerbe ab sofort zur Verfügung.


Beim Eco Lean Management kombinieren die IPA-Wissenschaftler klassische Lean-Methoden mit Maßnahmen der Ressourceneffizienz.

Quelle: Fraunhofer IPA


Im Projekt »Eco Lean Compass« haben die IPA-Wissenschaftler ein Konzept für das Eco Lean Management entwickelt und bei einem Industriepartner erfolgreich getestet.

Quelle: Fraunhofer IPA, Foto: Rainer Bez

Im klassischen Lean Management geht es darum, die Produktion so schlank wie möglich zu gestalten. Der Ansatz sieht vor, überflüssige Tätigkeiten abzuschaffen und die Prozesse optimal aufeinander abzustimmen. Gängige Methoden wie Wertstromanalysen erzielen in erster Linie mehr Transparenz, lassen die Umweltbilanz aber außen vor. »Gerade diese wird aber angesichts zunehmend kritischer Konsumenten und steigender Rohstoffpreise immer wichtiger«, informiert Robert Miehe, Projektleiter am Fraunhofer IPA.

Ziel des bis 2017 laufenden Projekts »Eco Lean Compass« ist es daher, den Lean-Ansatz so zu erweitern, dass die Effizienz der Produktion zwar gesteigert, deren negative Umweltauswirkungen aber reduziert werden. Dafür haben die Experten die gängigen Lean-Methoden mit Konzepten der Ressourceneffizienz kombiniert. »Zu den Messgrößen ›Zeit‹ und ›Stabilität der Prozesse‹ kommt ›Ressourceneffizienz‹ als weitere Restriktion hinzu«, erläutert Miehe. Ein wesentlicher Unterschied sei zudem das differenzierte Verständnis der Verschwendung.

»Beim Eco Lean Management fallen darunter nicht nur Tätigkeiten, sondern auch Ressourcen. Jedes Material, das nicht im Produkt verbleibt, gilt z. B. als verschwendet«, informiert Miehe. Berücksichtigt werde auch die strategische Komponente der Produktion, z. B. die Produktentwicklung und die Fertigungssystemplanung.

Ohne Bestandsmanagement werden Ressourcen oft verschwendet

Erste Tests haben die Experten bei einem mittelständischen Unternehmen im Werkzeugbau schon erfolgreich durchgeführt. Bei der Analyse habe sich schnell gezeigt, dass wenig Transparenz über die eingesetzten Stoffe und verbrauchten Energiemengen vorliegt.

»Wie viele Firmen der Branche verfügte unser Partner über kein richtiges Bestandsmanagement. Im Lager arbeitet z. B. nur ein Mitarbeiter, der Ressourcen wegwirft, wenn sie länger nicht gebraucht werden. Ist dieser im Urlaub, benötigt das Personal wiederum viel Zeit, Material zu suchen«, berichtet Miehe. Missstände wie diese können die IPA-Wissenschaftler mit ihrem neuen Konzept schnell und einfach beheben. »Unserem Partner konnten wir z. B. mit der erweiterten 5S-Methode aufzeigen, wie er seine Ressourceneffizienz um 20 Prozent steigern kann«, berichtet Miehe.

Die IPA-Wissenschaftler bieten das Konzept ab sofort als Dienstleistung an. Das Verfahren eignet sich für alle Firmen, die in der Stückgutfertigung tätig sind. »Dabei lassen sich vor allem einfache Low-Cost-Lösungen identifizieren und umsetzen«, informiert Miehe. Insbesondere für KMU ergeben sich dadurch Potenziale, weiß der Projektleiter.

Pressekommunikation
Jörg-Dieter Walz | Telefon +49 711 970-1667 | presse@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA | Nobelstraße 12 | 70569 Stuttgart

Fachlicher Ansprechpartner
Robert Miehe | Telefon +49 711 970-1424 | robert.miehe@ipa.fraunhofer.de | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und
Automatisierung IPA

Pressekommunikation
Ramona Hönl | Telefon +49 711 970-1638 | ramona.hoenl@ipa.fraunhofer.de

Weitere Informationen:

http://www.ipa.fraunhofer.de/

Jörg Walz | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit