Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Verfahren ermöglicht Zelltransfektion im Hochdurchsatz-Screening

22.03.2016

Eine effiziente und zellschonende Transfektion in der Hochdurchsatztestung wird mit etablierten Methoden bislang nicht zufriedenstellend erreicht. In einem Projekt der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) ist es dem Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) und seinen Partnern nun gelungen, ein Funktionsmuster für eine Goldnanopartikel basierte Lasertransfektion im Hochdurchsatz zu entwickeln.

Diese Transfektionsmethode zeichnet sich dadurch aus, dass die Moleküle durch einen optisch induzierten Prozess in die Zelle eingebracht werden. Durch das Anlagern von Goldnanopartikeln an die Zellen wird unter Laserbestrahlung ein photothermischer Effekt erzielt, der das effiziente Einbringen von Molekülen in die Zellen ermöglicht.


Selektive Manipulation von Zellen mit fluoreszierenden 10 kDa Dextranen: Das Ergebnis der gezielten Laserbestrahlung durch Verwendung einer Lasermaske wird unter dem Mikroskop sichtbar. Skala: 10 mm

Foto: LZH


Funktionsmuster für das Hochdurchsatz-Screening.

Illustration: LZH

Viele Vorteile durch veränderte Methodik

Im Vergleich zu bislang gängigen Varianten der Zelltransfektion können mit der auf Goldnanopartikeln basierenden Methode Aufwand und Risiko deutlich gesenkt werden. Die Verwendung eines optischen Mechanismus macht die Methode zudem um ein vielfaches unabhängiger von Zelltyp und eingebrachten Molekülen. Dabei kann die Transfektion innerhalb größerer Proben sowohl zellgenau als auch zellspezifisch durchgeführt werden.

Applikationstests und Methodenvergleiche auch für Kunden

Im Rahmen des Projektes konnten bereits eine erhebliche Zahl an Applikationsdaten gesammelt und Einsatzbereiche verifiziert werden. Die Gruppe Biophotonische Bildgebung & Manipulation bietet als Dienstleistung die Testung der Methode für kundenspezifische Fragestellungen an. Ebenso können hier Methodenvergleiche unterschiedlicher Transfektionsverfahren in Auftrag gegeben werden.

Weiterführung mit neuen Partnern

Das Projekt ist mit der Fertigstellung des Funktionsmusters erfolgreich abgeschlossen. Jetzt planen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler eine Weiterführung. Die Methodik soll für die Anwendung in der Hochdurchsatztestung bis zur Marktreife weiterentwickelt werden. Zurzeit wird noch nach Partnern aus dem Screening-Bereich gesucht, die im Folgeprojekt in Kooperation mit dem LZH einen Prototypen realisieren.

Das Projekt „Aufbau und Erprobung eines Funktionsmusters für die Goldnanopartikel basierte (GNOME) Lasertransfektion im Hochdurchsatz“ ist das IGF-Vorhaben Nr. 18129 N der Forschungsvereinigung Feinmechanik, Optik und Medizintechnik. Es wurde über die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen "Otto von Guericke" e.V. (AiF) im Rahmen des Programms zur Förderung der Industriellen Gemeinschaftsforschung (IGF) vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert. Die Mitglieder des projektbegleitenden Ausschusses waren: Centrum für Angewandte Nanotechnologie (CAN) GmbH, Cenix BioScience GmbH, European ScreeningPort GmbH, IBA GmbH, LaVision BioTec GmbH und LLS Rowiak LaserLabSolutions GmbH.

Dr. Nadine Tinne | Laser Zentrum Hannover e.V.
Weitere Informationen:
http://www.lzh.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Nachhaltige und innovative Lösungen

19.04.2018 | HANNOVER MESSE

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Auf dem Weg zur optischen Kernuhr

19.04.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics