Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neue Pipeline-Technologie erfolgreich mit QRC® Infrarot-Strahlern

06.10.2009
  • Infrarot-Strahler von Heraeus Noblelight helfen, längere Pipelinerohre zu bauen
  • Neue QRC® Infrarot-Strahler mit Nanoreflektor erwärmen Kunststoffgewebe kontaktfrei
  • Infrarot-Strahler können Temperatur des Gewebes auf ±3 ºC genau einhalten
Pipelines sollen Öl oder Gas möglichst sicher und wirtschaftlich über weite Strecken transportieren. Das stellt große Ansprüche an die Rohre. Ein neu entwickeltes Verfahren, macht es möglich, Pipelines in großen Längen direkt vor Ort zu produzieren. Bisher werden Pipelines aus relativ kurzen Rohrstücken vorproduziert und vor Ort aufwändig zusammengesetzt. Das neue Verfahren verkürzt die Lieferzeiten, erlaubt eine schnellere Installation und erhöht außerdem die Druckfestigkeit der Rohre.

Pipestream Inc., ein Tochterunternehmen des Shell Technology Ventures Fund 1BV, hat das neue Verfahren mit der Bezeichnung X200 entwickelt. Die erforderlichen neuen Wärmeprozesse verwirklicht ein maßgeschneidertes Infrarot-System von Heraeus Noblelight, dessen Kernstück der QRC® Infrarot-Strahler mit Nanoreflektor ist.

Konventionell werden Pipelines für Öl oder Gas aus Rohrabschnitten in Längen von je 12m gefertigt, mit einer typischen Wanddicke von etwa 15mm. Die Rohre werden dann zu einem Lager gebracht und von dort aus bei Bedarf an den Einsatzort transportiert, wo sie schließlich miteinander verschweißt werden.
Pipestream Inc. geht mit der X200-Technologie beim Bau einer Pipeline neue Wege. Das X200-Verfahren beruht auf einem dünnwandigen inneren Rohr für die Flüssigkeit, mit einem Durchmesser von bis zu 60 cm, bei dem die Druckfestigkeit des Rohres durch eine Hülle aus Streifen von martensitischem Stahl erreicht wird. Dieser Aufbau wird zum Schutz vor Korrosion dann mit einem passenden Material beschichtet, zum Beispiel mit einem Polyolefin Tape.

Durch diese Art der Rohrherstellung ist ein kontinuierlicher Prozess möglich, mit durchgehenden Rohrlängen von bis zu 450m. Die einzelnen Produktionsschritte finden in Standard ISO Containern statt, so dass die Rohrherstellung dort erfolgen kann, wo die Rohre auch gebraucht werden; das macht die Installation schneller, und verkürzt die Lieferzeiten. Der neuartige Rohraufbau erhöht zusätzlich die Druckfestigkeit. So zeigten Drucktests beispielsweise, dass neuartige Rohre mit einem Durchmesser von etwa 15 cm erst bei etwa 300 bar platzten.

Innovative Pipeline-Technologie

Die Herstellung der Pipeline-Rohre erfolgt in drei Schritten. Zuerst wird rostfreier Stahl geformt und verschweißt, um das Innenrohr herzustellen. Danach wird ein martensitischer Stahlstreifen, der für hohe Belastbarkeit sorgt, helixartig um das Rohr gewunden und mit ihm verklebt. Früher wurde der Kleber durch Hochleistungs-Infrarot-Strahler gehärtet, heute nutzt man einen Kleber, der bei Umgebungstemperaturen aushärtet. Zuletzt wird ein Polyolefin-Tape ebenfalls helixartig aufgebracht. Das Gewebe dient sowohl der Isolierung als auch dem Schutz vor Korrosion. Das Polyolefin-Tape wird mit dem Rohr ebenfalls durch einen Kleber verbunden und die Hochleistungs-Infrarot-Strahler werden genutzt, um das Rohr zu erwärmen, bevor das Tape mit dem Kleber aufgelegt wird. Da die Beschichtung thermisch isolierend wirkt, wäre es nicht möglich, den Kleber später von außen zu erwärmen und zu härten. Dennoch wird das Tape zusätzlich von außen durch einige Infrarot-Strahler erwärmt, damit es seine Flexibilität behält. Dazu sind drei Paar Module, die kurzwellige Hochleistungs-Strahler enthalten, rund um das Rohr angebracht. Diese rotieren so, dass sie mit der Geschwindigkeit der Abwicklung Schritt halten. Sie werden über Pyrometer gesteuert, um die Temperatur auf ±3 ºC genau zu halten. Das stellt das Aushärten des Klebers sicher und verhindert Blasenbildung oder eine zu starke Erweichung des Gewebes.

Neuer QRC® Infrarot-Strahler mit Nanoreflektor für stabile Prozesse

Beim neuen X200-Verfahren kommen kurzwellige Infrarot-Strahler mit einem neuartigen Reflektor zum Einsatz. QRC® Infrarot-Strahler mit Nanoreflektor sind Hochleistungsstrahler, die mit einer Flächenleistung von 300kW/m2 dafür sorgen, dass die benötigte Energiemenge schnell und effizient genau dort erzeugt wird, wo man sie braucht.

Bei dem von Heraeus Noblelight entwickelten Infrarot-Strahler mit dem neuen QRC® Nanoreflektor besteht der Reflektor nicht aus Gold oder Metalloxiden, sondern aus opakem Quarzglas. Quarzglas ist äußerst hitzebeständig und weitgehend resistent gegen den Angriff von aggressiven Stoffen.

Dank des sehr hohen diffusen Reflexionsvermögens des Strahlers mit dem weißen Reflektor können Wärmeprozesse stabilisiert und optimiert werden, da Prozessparameter wie die Temperatur und deren Homogenität auf dem Substrat besser eingehalten werden. Durch konstante und stabile Bedingungen wird beispielsweise die Qualität einer Beschichtung stark verbessert.

Nicht zuletzt hilft ein homogener Wärmeprozess, die Kosten zu senken und die Energieeffizienz einer Anlage zu steigern.


Heraeus Noblelight bietet die gesamte Palette der Infrarot-Strahlung vom nahen Infrarot NIR bis zur mittelwelligen Carbon Technologie CIR, führt Versuche mit den Materialien durch und berät bei der Auswahl der optimalen Strahler für den jeweiligen Prozess.

Heraeus hat mehr als 40 Jahre Erfahrung mit Infrarot-Strahlern und führt in hauseigenen Anwendungszentren praxisnahe Tests mit Kundenmaterialien durch, um die optimale Prozesslösung zu finden.

Heraeus Noblelight GmbH mit Sitz in Hanau, mit Tochtergesellschaften in den USA, Großbritannien, Frankreich, China, Australien und Puerto Rico, gehört weltweit zu den Markt- und Technologieführern bei der Herstellung von Speziallichtquellen. Heraeus Noblelight wies 2008 einen Jahresumsatz von 92,5 Millionen € auf und beschäftigte weltweit 735 Mitarbeiter. Das Unternehmen entwickelt, fertigt und vertreibt Infrarot- und Ultraviolett-Strahler für Anwendungen in industrieller Produktion, Umweltschutz, Medizin und Kosmetik, Forschung und analytischen Messverfahren.

Der Edelmetall- und Technologiekonzern Heraeus mit Sitz in Hanau ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit über 155-jähriger Tradition. Unsere Geschäftsfelder umfassen die Bereiche Edelmetalle, Sensoren, Dentalprodukte und Biomaterialien sowie Quarzglas und Speziallichtquellen. Mit einem Produktumsatz von rund 3 Mrd. € und einem Edelmetallhandelsumsatz von 13 Mrd. € sowie weltweit knapp 13000 Mitarbeitern in über mehr als 110 Gesellschaften hat Heraeus eine führende Position auf seinen globalen Absatzmärkten.


Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Hersteller:
Heraeus Noblelight GmbH
Reinhard-Heraeus-Ring 7
D-63801 Kleinostheim
Tel +49 6181/35-8545, Fax +49 6181/35-16 8545
E-Mail hng-infrared@heraeus.com

Redaktion:
Dr. Marie-Luise Bopp
Heraeus Noblelight GmbH,
Abteilung Marketing/Werbung
Tel +49 6181/35-8547, Fax +49 6181/35-16 8547
E-Mail marie-luise.bopp@heraeus.com

Dr. Marie-Luise Bopp | Heraeus Noblelight GmbH
Weitere Informationen:
http://www.heraeus-noblelight.com/infrared
http://www.heraeus-noblelight.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Löschwasser mobil und kosteneffizient reinigen
18.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise