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Mehr Öl aus der Quelle: Schaum erhöht Ausbeute

15.07.2009
Forscher von Siemens haben mit dem russischen Ölkonzern Rosneft ein Verfahren entwickelt, das mehr Öl aus einer Quelle fördert.

Im Mittel werden heute aus einer Ölquelle nur etwa 30 bis 40 Prozent des vorhandenen Öls gewonnen, der Rest bleibt in der Lagerstätte. Weltweit arbeiten Ölproduzenten an einer Verbesserung dieser Ausbeute.


Das neue Verfahren von Siemens reinigt Ölquellen mit Hilfe eines säurehaltigen Schaums sehr effizient. Dabei wird das Speichergestein von blockierenden Substanzen befreit und das Öl fließt besser zum Bohrloch. Mit der Methode erhöhte Rosneft in mehreren Quellen die Durchflussmenge deutlich.

Die Erde lässt sich ihr schwarzes Gold nur schwer entlocken. Im Schnitt sprudeln nur zehn Prozent des Öls von alleine aus den drei bis sechs Kilometer tiefen Bohrlöchern. Die Ausbeute lässt sich durch einige Tricks erhöhen: Eingepresstes Wasser, Gas oder Dampf erhöhen den Druck in der Quelle. Heißer Dampf und Gase wie Kohlendioxid machen das Öl außerdem weniger zähflüssig. Die neue Methode beruht auf einer seit langem praktizierten Ölquellenreinigung.

Dazu gehört der Einsatz einer Säurelösung, um die in erdölhaltigen Sedimenten störenden Verunreinigungen, darunter Kalzium, Gips oder Bariumsulfate, aufzulösen, da diese den Durchfluss des Öls zum Bohrloch blockieren. Diese Behandlung wird in der Regel alle zwei bis fünf Jahre angewendet. Ein großer Teil der Lösung versickert aber im porösen Gestein.

Für die höhere Ausbeute haben Forscher von Siemens Corporate Technology in Russland zunächst in Computersimulationen die Ölquellen analysiert und ein Modell für eine neue Schaum-Säure-Behandlung entwickelt. Um die Wirkung erforschen zu können, erhielten die Forscher von Rosneft eine Fülle von Zahlen, etwa über die jeweilige Bohrlochtiefe, Durchlässigkeit, Druckverhältnisse und den Durchfluss.

Rosneft setzt die Methode nun zur Steigerung der Förderung ein. Der Chemikalien-Schaum versiegelt poröse Bereiche im Gestein. Die Säuremischung, die danach in die Quelle geleitet wird, fließt dann dorthin, wo Blockaden gelöst werden sollen. Rosneft testete das Verfahren an 27 Ölquellen und konnte die Durchflussmenge um durchschnittlich 17 Tonnen pro Tag erhöhen. Ohne Schaum liefern die Quellen nur 8,6 zusätzliche Tonnen.

Durch die Versiegelung werden bei der Reinigung außerdem weniger Chemikalien verbraucht. Das spart Geld und reduziert die Belastungen für die Umwelt. Siemens will mit Rosneft nun auch Projekte für die Gewinnung von Öl aus Ölschiefer angehen. Dazu wurde bereits eine Machbarkeitsstudie in die Wege geleitet. (IN 2009.07.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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