Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Hochglänzende Kleinteile aus massivem metallischen Glas für Schmuck, Accessoires und Elektrobaute

31.10.2013
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) sucht Gusstechnik-Unternehmen als Lizenznehmer für neues Herstellungsverfahren des Forschungsinstituts Edelmetalle + Metallchemie (FEM).

Massive metallische Gläser gelten als modernste Materialien mit großer Zukunft. Eine neue Erfindung bringt ihren industriellen Einsatz ein großes Stück voran, indem sie das zentrale Problem der bislang zu hohen Herstellungskosten löst.


Ring aus massivem metallischen Glas mit 18 Karat Gold im neuen Freiform-Gussverfahren hergestellt.
FEM

Das innovative Verfahren macht erstmals die Serienproduktion metallischer Gläser und damit deren breitere wirtschaftliche Anwendung möglich. Die Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH leitet die Patentierung und Vermarktung dieser Erfindung.

Filigrane oder massive Teile in kostengünstigem Freiform-Gussverfahren

Obwohl optisch nicht von gewöhnlichen Metallen zu unterscheiden, ist massives metallisches Glas (auch metallisches Massivglas oder amorphes Metall genannt) besonders hart, korrosionsbeständig und weniger kratzempfindlich. Außerdem weisen massive metallische Gläser keine Erstarrungsschrumpfung auf, sondern bilden die Gussform nahe der Endform ab. Bei filigranen und geometrisch komplexen Produkten ist das ein großer Vorteil.

Bei dem kostengünstigen Freiform-Gussverfahren des FEM kommen ausschließlich etablierte Prozessschritte zum Einsatz. „Wir haben Wachsausschmelzen, Galvanoformen und Feingussverfahren in besonderer Weise miteinander kombiniert. So ist es möglich, filigrane und kleinere massive Erzeugnisse auch in Kleinserie einfach und schnell aus Edelmetallen oder Edelmetalllegierungen zu produzieren“, so die Erfinderin und Projektleiterin bei FEM Miriam Eisenbart. Das unabhängige Forschungsinstitut hat eine mehr als 90-jährige Expertise in der wissenschaftlichen und angewandten Forschung von Metallen in ihren verschiedensten Anwendungen.

Innovationen für Luxusgüter, Medizintechnik und Elektronik

Von kostengünstig produzierten Produkten können gleich mehrere Branchen profitieren.
Da sich die Oberfläche besonders glatt polieren lässt, findet das Verfahren vorzugsweise im Luxusgütersegment Anwendung und kann so in Form von Zier- und Funktionselementen den Luxusmarken Glanz verleihen, beispielsweise bei Bekleidung, Schuhe, Lederwaren, Schmuck, Uhren und Brillen.

Auch die Branche der exklusiven Handygeräte und der hochpreisigen Unterhaltungselektronik kann von der Erfindung profitieren, da hier die Ästhetik immer wichtiger wird. Insbesondere für Spezialbauteile oder Miniaturisierungen sind die überlegenen mechanischen Eigenschaften von massiven metallischen Gläsern vorteilhaft, zum Beispiel bei kleinen Gehäusen mit dünnen Wandstärken oder Design-Scharnieren.

Weit in die Zukunft weisen neue Implantat-Anwendungen aus amorphem Metall, die biologisch abbaubar sind. Wird das neue Material zum Beispiel bei Knochenbrüchen zur Schraubenfixierung eingesetzt, kann die Legierung so zusammen gesetzt werden, dass der Fremdkörper nach einiger Zeit vom Körper biologisch abgebaut wird, ohne dem Körper zu schaden. Operationen zur Entfernung der Schrauben würden so künftig überflüssig. Möglicherweise lassen sich solche Legierungen auch mit dem Verfahren von FEM herstellen, was es jedoch noch zu überprüfen gilt

Interessant könnte das Verfahren darüber hinaus für Sportartikelhersteller sein. Hier sind massive, metallische Gläser überall dort denkbar, wo neben der Ästhetik auch die bis zu einem bestimmten Grad große elastische Dehnbarkeit gefragt ist, zum Beispiel für kleine Funktionsteile an Anglerausrüstungen, Skiern und Fahrrädern.

Lizenzierung nach Sparten

„Mit der kostengünstigen Herstellung von kleinen Produkten aus amorphen Metallen ist es nun möglich, neue Märkte zu erschließen. Wir wenden uns mit diesem Technologieangebot insbesondere an Unternehmen für Metallguss- und Präzisionsguss, die Schmuck und Schmuckteile, Medizintechnikprodukte oder auch Bauteile für Unterhaltungselektronik herstellen“, so Innovationsmanagerin des Technologie-Lizenz-Büros Dr. Iris Kräuter, die für das Verwertungsprojekt verantwortlich ist.

Die Erfindung ist zum Deutschen Patent angemeldet, internationale Nachanmeldungen sind geplant. Die Verwertungsstrategie trägt den vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Erfindung Rechnung. „Wir verfolgen hier die Möglichkeit einer teilexklusiven Lizenzierung nach Sparten, eine Exklusivlizenz wäre aber auch denkbar”, so Dr. Iris Kräuter.

Lizenznehmende Firmen können darüber hinaus auf die Unterstützung von FEM zählen, das als Forschungsinstitut bei der Planung, Entwicklung und Inbetriebnahme des Verfahrens berät.

Mit TLB hat FEM einen erfahrenen Verwertungspartner gewählt. TLB unterstützt weltweit innovative Unternehmen darin, mit neuen Technologien aus der Forschungslandschaft ihre Produktpalette zielgerichtet weiter zu entwickeln. TLB-Geschäftsführer Lehnen: „Unternehmen können so das Risiko von eigener F&E reduzieren und sich Wettbewerbsvorteile sichern. Im Falle des Herstellungsverfahrens für massives metallisches Glas können gleich mehrere Branchen profitieren. Wir freuen uns, eine Erfindung der renommierten Forschungseinrichtung FEM im Portfolio zu haben.“

Für die Erfindung werden Lizenznehmer aus dem gehobenen Schmucksegment, der Medizintechnik und der Elektrotechnik gesucht. Interessierte Unternehmen können sich direkt an Dr. Iris Kräuter wenden (Tel. 0721/79004-0 und ikraeuter@tlb.de ).

Dr. Regina Kratt | idw
Weitere Informationen:
http://www.tlb.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Projekt CeGlaFlex: Hauchdünne, bruchsichere und biegsame Keramik und Gläser
24.04.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Löschbare Tinte für den 3-D-Druck
24.04.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung