Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Handy-Bildschirme ohne Fingerabdrücke in Sicht

20.07.2012
Organische Rückstände durch Photokatalyse beseitigt

Durch eine Beschichtung mit Titandioxid werden Oberflächen resistent gegen organische Ablagerungen durch Fingerabdrücke, Bakterien oder Pilze. Das Titandioxid wirkt als Katalysator und wird durch UV-Licht aktiviert.


Fingerabdruck: Fluch der Smartphone-User (Foto: pixelio.de, A. Bachert)

In einem photoelektrochemischen Prozess werden dann organische Substanzen in ihre gasförmigen Bestandteile aufgelöst. Touchbildschirme für Handys und Tablets können so frei von Fingerabdrücken und Verschmierungen gehalten werden. Momentan allerdings nur, wenn die Geräte regelmäßig in die pralle Sonne gelegt werden.

Schmutz verschwindet

Erste Gartenmöbel mit Titandioxid-Beschichtung sind bereits im Handel erhältlich. Sie bleiben auch nach Jahren noch schön sauber, da sich kein Schmutz festsetzt. "Durch Aufbringen von Photokatalysatoren wie Titandioxid kann man Oberflächen aus Glas oder Kunststoff von organischen Verunreinigungen befreien.

Durch Photokatalyse können beispielsweise die organischen Bestandteile von Fingerabdrücken zersetz werden. Die anorganischen Bestandteile, wie Salze, wischt man mit Wasser ab", erklärt Michael Vergöhl vom Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik http://www.ist.fraunhofer.de gegenüber pressetext.

Damit der Prozess funktioniert, ist allerdings eine Lichtquelle nötig. "Titandioxid wird durch UV-Licht aktiviert. In einem Photoelektrochemischen Prozess werden organische Substanzen zu gasförmigen Resten aufgespalten. Bei Titandioxid ist die Aktivität nicht hoch genug für einen Einsatz auf Handy-Displays. Im direkten Sonnenlicht reicht zwar eine Stunde, um Fingerabdrücke zu tilgen, im normalen Arbeitsalltag ist die UV-Strahlung aber weit weniger intensiv, der Abbau würde einige Wochen dauern. Zudem ist Titandioxid hochreflexierend, eine Anti-Spiegelungsschicht wäre schwierig umzusetzen", sagt Vergöhl.

Andere Materialien

Diese Hindernisse sind aber nicht unüberwindbar. Andere Materialien können ebenfalls als Photokatalysatoren eingesetzt und vielleicht mit weniger Licht aktiviert werden. "Es gibt einige aussichtsreiche Kandidaten - etwa Zinkoxid - für einen Einsatz im Alltag. Das Auftragen ist kein Problem, da gibt es verschiedene Möglichkeiten, eine dauerhafte Beschichtung zu gewährleisten", so Vergöhl. Dass Photokatalyse ein geeignetes Werkzeug ist, um selbstreinigende Oberflächen zu entwickeln, ist bereits länger bekannt. Durch das Problem der verschmierten Smartphones wird die Technik jetzt wieder aktuell.

"Für eine Beschichtung von Autofrontscheiben gab es früher schon ähnliche Projekte. Allerdings war eine Anti-Schmutz-Windschutzscheibe eher ein "Nice-to-have" als eine Notwendigkeit. Durch die Smartphones kommt neuer Wind in die Forschung, weil verschmierte Bildschirme ein echtes Ärgernis sind. Trotzdem fehlt es derzeit noch an Projekten auf dem Gebiet", so Vergöhl.

Markus Keßler | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.ist.fraunhofer.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie