Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Fixx-Itt – Der Klettverschluss aus Metall

31.03.2014

Das BIAS – Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH entwickelte Fixx-Itt, den wiederverwendbaren Klettverschluss aus Metall, der sich auch in heißen und säurehaltigen Umgebungen zuverlässig einsetzen lässt. Ein Umschmelzprozess mit Hilfe eines Lasers machte es möglich.

Aus dem täglichen Leben sind sie nicht mehr wegzudenken: Klettverschlüsse. Ob an Taschen, Schuhen oder Jacken, der Klettverschluss verbindet zuverlässig und simpel.

Auch in der Industrie werden Klettverschlüsse teilweise eingesetzt, um Bauteile vorübergehend aneinander zu haften. Was aber tun, wenn es bei der industriellen Fertigung sehr heiß ist oder gar mit ätzenden Stoffen gearbeitet wird? Ein Klettverschluss aus Kunststoff ist hier nicht die richtige Lösung, er würde schmelzen.

In der Automobilindustrie wäre ein Einsatz an verschiedensten Stellen denkbar. Vor allem aber an Bauteilen, die bei einer Wartung ausgebaut werden müssten, oder diese selbst vereinfachten. So könnte die sichere Befestigung beispielsweise des Auspuffs oder Teilen im Motorraum – beide Bereiche werden sehr heiß – mit dem Fixx-Itt realisiert werden.

Ebenfalls ginge die Montage im Werk schneller und einfacher, da keine Schrauben angezogen oder Schweißverbindungen erstellt werden müssten. Aber auch alltägliche Anwendungen zu Hause sind denkbar: Da Fixx-Itt keinen Flies oder Schlaufen benötigt wie ein konventioneller Klettverschluss, ist er haltbarer und kann sehr viel besser gereinigt werden, sodass Eltern diese Innovation an Kinderschuhen sicher schätzen würden.

Möglich gemacht wurde die Herstellung durch einen sogenannten „Anhäufprozess“ mittels eines Faserlasers: Auf ein dünnes Blech wurden eng, nebeneinander stehend, ein Millimeter dünne Drähte geschweißt. Auf die Spitzen dieser Drähte richteten die Wissenschaftler des BIAS einen Faserlaser, der mit 1090 Nanometer Wellenlänge und einer Leistung von 300 Watt arbeitet.

So wurde der Draht oben aufgeschmolzen und die Oberflächenspannung des Metalls sorgt dafür, dass nur Spitze des Drahtes von einer zylindrischen Ausgangs- in eine Kugelform übergeht. Die dünnen Drähte sehen dann aus wie Stecknadeln. Zwei „Nadelkissen“ lassen sich ineinander stecken und ergeben das haltbare „Fixx-Itt“.

Der Faserlaser arbeitet auf einer Fläche, die nur etwa 0.002 Quadratmillimeter klein ist. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 100 Mikrometer, was einer Fläche von 0.008 Quadratmillimeter entspricht. Pro Quadratzentimeter würde der Faserlaser eine Leistung von etwa 15 Megawatt produzieren, das sind 15 Millionen Watt.

Der Klettverschluss aus Plastik war in der Bekleidungsindustrie 1951 eine große Innovation, jedoch hält er nur wenig Zugkraft aus. Das Labormodell vom Fixx-Itt zeigte bereits im Anfangsstadium der Entwicklung, dass er eineinhalb Mal stärker als ein vergleichbares Modell aus Kunststoff ist. Im Überlastfall verformt er sich weder nachhaltig, noch geht er kaputt. Die zwei Teile Fixx-Itt lösen sich in diesem Fall voneinander und sind sofort wieder einsetzbar.

Zur Information:
BIAS Bremer Institut für angewandte Strahltechnik
„Wissen schafft Wirtschaft“ – diesem Leitsatz folgend ist das BIAS - Bremer Institut für angewandte Strahltechnik GmbH, ein kompetenter und verlässlicher Partner für Forschung und Entwicklung im Bereich der Lasertechnik.

Mit den beiden Geschäftsbereichen „Materialbearbeitung und Bearbeitungssysteme“ sowie „Optische Messtechnik und optoelektronische Systeme“ entwickelt das Institut neue laserbasierte Technologien und Produkte. Das Kompetenzzentrum „Centr-Al” bietet zusätzlich eine einzigartige Expertise zu Fragen des Schweißens von Aluminiumlegierungen und anderen modernen Leichtbauwerkstoffen.

Zu den Kunden des BIAS zählen unter anderem Unternehmen aus den Bereichen Flugzeugbau, Raumfahrt, Schiffbau, Schienenfahrzeug- und Automobilbau, Halbleiter und Opto-Elektronik sowie Mess- und Prüftechnik.

Katja Nonnenkamp-Klüting | idw - Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen:
http://www.bias.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Messanlage für ZF-Werk in Saarbrücken
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie