Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EU-gefördertes Projekt OPTIX erzielt Durchbruch in der Sprengstofferkennung

08.05.2013
Dank hochentwickelter optischer Technologie kann ein Detektionsgerät Sprengstoffmengen von weniger als 1 Milligramm auf 20 Meter Entfernung erkennen
Das OPTIX-Forschungskonsortium hat mit Erfolg einen transportablen Prototypen entwickelt und getestet, der geringste Mengen Sprengstoff aus einer Entfernung von 20 Metern erkennt. Damit liefert OPTIX Polizei und Sicherheitskräften ein wertvolles Instrument zur frühzeitigen Erkennung von explosiven Stoffen.

Kein anderes Forschungskonsortium oder Unternehmen hat bisher ähnliche Ergebnisse erreicht, was der europäischen Industrie eine einzigartige Stellung verschafft, um die Technologie auf dem Markt einzuführen. Das OPTIX-Konsortium hat Fördergelder in Höhe von 2,4 Millionen Euro von der EU-Kommission erhalten und wird von dem multinationalen Beratungs- und Technologieunternehmen Indra mit Sitz in Spanien geleitet. Die Technischen Universitäten Clausthal und Dortmund sind Partner des OPTIX-Konsortiums und an der Entwicklung des Detektionssystems beteiligt.

„Die Erkennung von Sprengstoffspuren aus der Ferne kann in jedem Szenario die Sicherheit erhöhen. Doch nicht nur das: Auch die Unannehmlichkeiten für Bürgerinnen und Bürger können durch den Einsatz eines nicht invasiven und ungefährlichen Sprengstoffdetektionssystems signifikant reduziert werden“, erklärt Alberto Calvo, Direktor für Sicherheit bei Indra.

Die Funktionsweise des optischen Sprengstofferkennungssystems

Das System setzt hochentwickelte optische Technologie ein. Mithilfe von Lasern, die die atomare und molekulare Struktur von Sprengsätzen präzise identifizieren können, führt das Gerät aus der Entfernung einen schnellen Scan des jeweiligen Objekts durch – etwa eines Fahrzeugs, Gepäckstücks oder undurchsichtigen Behälters – und spürt Spurenrückstände auf. Es ist so gut wie unmöglich, mit Sprengstoff zu hantieren und diesen zu transportieren ohne Spuren zu hinterlassen. Rückstände bleiben an der Oberfläche von Objekten, in denen Sprengstoff transportiert wird sowie an den Händen der Personen, die solche Objekte anfassen, und an allem, was diese Personen berühren, haften.

Um das System transportieren zu können, wird es in eine Plattform mit Rädern integriert, die in einem Lieferwagen von normaler Größe an den Ort gebracht werden kann, der geprüft werden soll. Das System wird dann zum Beispiel über einen Parkplatz oder eine Straße bewegt, um Oberflächen mit möglichen Sprengstoffspuren zu scannen, beispielsweise Lenkräder oder Fahrzeugtüren. Polizeikräfte können die Plattform per Fernsteuerung von einem tragbaren, widerstandsfähigen Labor-Computer aus lenken, wobei das OPTIX-Erkennungssystem seine Ergebnisse direkt an den Computer übermittelt.

Positive Testergebnisse und verschiedene potenzielle Marktanwendungen

Der OPTIX-Prototyp wurde bereits erfolgreich in Labor- und Außenumgebungen, unter simulierten realen Bedingungen und bei verschiedenen Witterungen getestet. Weitere Versuche sind geplant, um die Empfindlichkeit, Genauigkeit und Widerstandsfähigkeit des Systems zu verbessern, bevor es europäischen Polizei- und Sicherheitskräften zur Verfügung gestellt wird. Die geplante Markteinführung des Systems hätte zwei Vorteile: Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger würde erhöht und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gestärkt, so dass Europa weniger auf importierte Technologie angewiesen wäre.

Neben ihrer Anwendung im Rahmen der ferngesteuerten Sprengstofferkennung bietet die vom OPTIX-Konsortium entwickelte Lasertechnologie auch interessante Einsatzmöglichkeiten in anderen Bereichen, insbesondere auf dem Gebiet forensischer Untersuchungen.

Um den Erfolg des Programms zu gewährleisten, wurde großer Wert darauf gelegt, die Anwender – europäische Polizei- und Sicherheitskräfte, die auf die Erkennung und Entschärfung von Sprengsätzen spezialisiert sind – aktiv miteinzubeziehen. Um ihnen die Technologie und deren Möglichkeiten vorzustellen, wurden Sitzungen mit Experten der spanischen Guardia Civil, der katalanischen Mossos d’Esquadra, der baskischen Ertzaintza sowie Polizeikräften aus Rumänien, Polen und Italien veranstaltet.

OPTIX ist eines von zahlreichen Sicherheitsprojekten, die durch Programme für Forschung und Entwicklung der Europäischen Union gefördert werden.

Über das OPTIX-Konsortium

Das OPTIX-Konsortium unter der Leitung von Indra vereint Partner aus Wissenschaft und Industrie: das schwedische Institut für Verteidigungsforschung FOI, die Unternehmen ESKSPLA (Litauen) und Avantes (Niederlande), die Technischen Universitäten Clausthal und Dortmund (Deutschland) sowie Wien (Österreich), die Universität Málaga (Spanien) und die Einheit für Sprengsatzentschärfung TEDAX der Guardia Civil in Valdemoro, Madrid, als First-Level-User und institutioneller Partner.


Hinweise für technische Redakteure:
Das Projekt OPTIX hat sich auf die Entwicklung und den kombinierten Einsatz von zwei Technologien zur Sprengstofferkennung konzentriert:

- LIBS-Spektroskopie: Die spektroskopische Analyse des vom laserinduzierten Plasma ausgestrahlten Lichts erlaubt die chemische Analyse des untersuchten Materials.

- Raman-Spektroskopie: Untersuchung der unelastischen Streuung von Licht an Molekülen oder Festkörpern (Raman-Streuung) zwecks Materialcharakterisierung.

Als Teil der Projektforschung wurden Ergebnisse auch unter Einsatz der räumlich versetzten Raman-Spektroskopie (Spatially Offset Raman Spectroscopy, SORS) erzielt. Diese Variante der Raman-Spektroskopie ermöglicht die hochpräzise chemische Analyse von Objekten unter verdeckenden Oberflächen und somit die Identifizierung von Sprengstoffen in undurchsichtigen Behältern aus der Ferne.

Kontakt:

Pressebeauftragte:
• Mirjam Schaper
(E-Mail: Mirjam.Schaper@cohnwolfe.com; Tel.: +49 (0)40 808016 - 111)

• Ina Bauer
(E-Mail: Ina.Bauer@cohnwolfe.com; Tel.: +49 (0)69 7506 - 1597)

Kontakt EU-Vertretung:
• Michael Jennings
(E-Mail: michael.jennings@ec.europa.eu)

• Monika Wcislo
(E-Mail: monika.wcislo@ec.europa.eu)


Weitere Informationen:

• Video:
vimeo.com/48946352

• Website der EU Kommission Generaldirektion Forschung und Innovation:
ec.europa.eu/research/index.cfm?pg=dg

• Facebook-Account der Innovationsunion:
www.facebook.com/innovation.union

• Twitter-Account der Innovationsunion:
twitter.com/innovationunion

Ina Bauer | Europäische Kommission GFuI
Weitere Informationen:
http://www.fp7-optix.eu/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Bilder von Krebszellen im Körper: Medizinphysiker aus Halle stellen neues Verfahren vor
16.05.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Innovatives Verfahren zur umweltschonenden Gülleaufbereitung kommt auf den Markt
03.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

Je mehr die Elektronik Autos lenkt, beschleunigt und bremst, desto wichtiger wird der Schutz vor Cyber-Angriffen. Deshalb erarbeiten 15 Partner aus Industrie und Wissenschaft in den kommenden drei Jahren neue Ansätze für die IT-Sicherheit im selbstfahrenden Auto. Das Verbundvorhaben unter dem Namen „Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 7,2 Millionen Euro gefördert. Infineon leitet das Projekt.

Bereits heute bieten Fahrzeuge vielfältige Kommunikationsschnittstellen und immer mehr automatisierte Fahrfunktionen, wie beispielsweise Abstands- und...

Im Focus: Powerful IT security for the car of the future – research alliance develops new approaches

The more electronics steer, accelerate and brake cars, the more important it is to protect them against cyber-attacks. That is why 15 partners from industry and academia will work together over the next three years on new approaches to IT security in self-driving cars. The joint project goes by the name Security For Connected, Autonomous Cars (SecForCARs) and has funding of €7.2 million from the German Federal Ministry of Education and Research. Infineon is leading the project.

Vehicles already offer diverse communication interfaces and more and more automated functions, such as distance and lane-keeping assist systems. At the same...

Im Focus: Mit Hilfe molekularer Schalter lassen sich künftig neuartige Bauelemente entwickeln

Einem Forscherteam unter Führung von Physikern der Technischen Universität München (TUM) ist es gelungen, spezielle Moleküle mit einer angelegten Spannung zwischen zwei strukturell unterschiedlichen Zuständen hin und her zu schalten. Derartige Nano-Schalter könnten Basis für neuartige Bauelemente sein, die auf Silizium basierende Komponenten durch organische Moleküle ersetzen.

Die Entwicklung neuer elektronischer Technologien fordert eine ständige Verkleinerung funktioneller Komponenten. Physikern der TU München ist es im Rahmen...

Im Focus: Molecular switch will facilitate the development of pioneering electro-optical devices

A research team led by physicists at the Technical University of Munich (TUM) has developed molecular nanoswitches that can be toggled between two structurally different states using an applied voltage. They can serve as the basis for a pioneering class of devices that could replace silicon-based components with organic molecules.

The development of new electronic technologies drives the incessant reduction of functional component sizes. In the context of an international collaborative...

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Im Fokus: Klimaangepasste Pflanzen

25.05.2018 | Veranstaltungen

Größter Astronomie-Kongress kommt nach Wien

24.05.2018 | Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Berufsausbildung mit Zukunft

25.05.2018 | Unternehmensmeldung

Untersuchung der Zellmembran: Forscher entwickeln Stoff, der wichtigen Membranbestandteil nachahmt

25.05.2018 | Interdisziplinäre Forschung

Starke IT-Sicherheit für das Auto der Zukunft – Forschungsverbund entwickelt neue Ansätze

25.05.2018 | Informationstechnologie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics