Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Entstaubung macht Stahlproduktion effizienter

21.02.2013
Ein neues Entstaubungsverfahren für die Rohstahlerzeugung verbessert die Energierückgewinnung und das Staubrecycling aus Hochofenabgasen.

Das von Siemens neu entwickelte Verfahren Simetal Merim steigert im Vergleich zu herkömmlichen Entstaubungsanlagen die Energierückgewinnung um 20 bis 30 Prozent. Eine solche Entstaubungsanlage wird jetzt an einem neuen Hochofen des türkischen Baustahlherstellers Kardemir installiert.



Für das Merim-Verfahren (Maximized Emission Reduction and energy recovery in IronMaking) sind keine Aufbereitungsanlagen für Wasser oder Schlämme mehr erforderlich. Dies reduziert den Platzbedarf der Anlage und senkt die erforderlichen Investitionen. Die neue Anlage wird am türkischen Standort Karabük installiert und soll in der zweiten Hälfte dieses Jahres in Betrieb gehen.

Beim Hochofenprozess zur Rohstahlerzeugung entsteht ein stark staubhaltiges Abgas, das sogenannte Gichtgas. Dieses Gas kann zur Energierückgewinnung genutzt werden, indem es eine Turbine antreibt. Vorher muss es allerdings entstaubt werden, um die Turbinenschaufeln nicht zu beschädigen.

Der Staub besteht hauptsächlich aus feinen und groben Eisenerzteilchen, die nach dem Abtrennen recycelt werden können. Bisher werden großteils Nassentstaubungsverfahren verwendet, bei dem Abwasser und Schlämme entstehen, oder ein Trockenentstaubungsverfahren, dessen Staubfilter sehr temperaturempfindlich sind. Daher ist die Trockenentstaubung bisher nicht sehr verbreitet.

Das neu entwickelte Merim-Trockenentstaubungsverfahren ermöglicht eine optimale Reinigung des Abgases vor der Energierückgewinnung und eine effiziente Trennung der Stäube in nutzbare und nicht nutzbare Anteile. Es beruht auf einer zweistufigen Trockenentstaubung mit neuartigem Fliehkraftabscheider und Gewebefiltern und steigert die Energierückgewinnung der Gichtgasturbine um 20 bis 30 Prozent. Mit seinem patentierten „Advanced temperature Control System" löst Siemens das Problem der temperaturempfindlichen Gewebefilter.

Die Gichtgastemperatur wird stabil in einem Temperaturbereich zwischen 80 und 250 Grad Celsius gehalten, sodass der Gewebefilter weder durch zu hohe Temperaturen beschädigt wird, noch bei zu niedrigen Temperaturen Anbackungen durch Kondensation entstehen kann. Dazu wird das Gichtgas entweder mittels Wassereindüsung gekühlt oder mit einem Brenner erhitzt.

Insgesamt senkt Merim den Staubgehalt im Abgas auf weniger als drei Milligramm pro Normalkubikmeter und die Separierungseffizienz der nutzbaren Anteile erreicht bis zu 90 Prozent. Die Anlage bei Kardemir ist für die Reinigung von maximal 400.000 Normalkubikmetern Gichtgas pro Stunde ausgelegt. (IN 2013.02.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Umweltfreundliche Alternative zum verbotenen Hartverchromen mit Chrom(VI)
10.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Automatisierte Lackierung von Einzelstücken
01.08.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Im Focus: Wissenschaftler beleuchten den „anderen Hochtemperatur-Supraleiter“

Eine von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) geleitete Studie zeigt, dass Supraleitung und Ladungsdichtewellen in Verbindungen der wenig untersuchten Familie der Bismutate koexistieren können.

Diese Beobachtung eröffnet neue Perspektiven für ein vertieftes Verständnis des Phänomens der Hochtemperatur-Supraleitung, ein Thema, welches die Forschung der...

Im Focus: Tests der Quantenmechanik mit massiven Teilchen

Quantenmechanische Teilchen können sich wie Wellen verhalten und mehrere Wege gleichzeitig nehmen, um an ihr Ziel zu gelangen. Dieses Prinzip basiert auf Borns Regel, einem Grundpfeiler der Quantenmechanik; eine mögliche Abweichung hätte weitreichende Folgen und könnte ein Indikator für neue Phänomene in der Physik sein. WissenschafterInnen der Universität Wien und Tel Aviv haben nun diese Regel explizit mit Materiewellen überprüft, indem sie massive Teilchen an einer Kombination aus Einzel-, Doppel- und Dreifachspalten interferierten. Die Analyse bestätigt den Formalismus der etablierten Quantenmechanik und wurde im Journal "Science Advances" publiziert.

Die Quantenmechanik beschreibt sehr erfolgreich das Verhalten von Partikeln auf den kleinsten Masse- und Längenskalen. Die offensichtliche Unvereinbarkeit...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

Sensibilisierungskampagne zu Pilzinfektionen

15.08.2017 | Veranstaltungen

Anbausysteme im Wandel: Europäische Ackerbaubetriebe müssen sich anpassen

15.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Einblicke in die Welt der Trypanosomen

16.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Maschinensteuerung an Anwender: Intelligentes System für mobile Endgeräte in der Fertigung

16.08.2017 | Informationstechnologie

Komfortable Software für die Genomanalyse

16.08.2017 | Informationstechnologie