Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Einheimische Zuckerrüben liefern Bio-Kraftstoff

21.01.2013
Studierende der Bioverfahrenstechnik präsentieren Projekte

Studierende des Bachelor-Studiengangs Bioverfahrenstechnik an der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM) haben verschiedene Produkte mittels nachwachsender Rohstoffe hergestellt.

Die 54 Student(inn)en präsentieren die Ergebnisse der drei Projekte am 23. Januar 2013 in Gebäude 4 der FH FFM. Themen sind die Herstellung von Bioethanol aus Zuckerrüben, die energiesparende Kühlung von Gebäuden unter besonderer Beachtung von Feng Shui sowie die Wiederbelebung natürlicher Färbemöglichkeiten.

Ziel des Projekts „Bioethanol aus Zuckerrüben“ ist es, den Verbrauch von Rohöl als Kraftstoff zu reduzieren, da dessen Vorräte sich erschöpfen und seine Förderung mit einer hohen Umweltgefährdung einhergeht. Kraftstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen sorgen dagegen für CO2-neutrale Verbrennung. Aufgrund gestiegener Ölpreise ist Bioethanol in den vergangenen Jahren stärker in den Fokus der Politik gerückt. „Aktuell wird Bioethanol vor allem in Brasilien und den USA als Ersatz für fossile Kraftstoffe verwendet. Produktionsspitzenreiter USA stellt Bioethanol aus Mais her“, erklärt Betreuer Prof. Dr. Kiesewetter vom Fachbereich 2: Informatik und Ingenieurwissenschaften der FH FFM.

„In Deutschland gibt es in greifbarer Nähe fruchtbare Böden, die sich für den Anbau von Zuckerrüben eignen. Zuckerrüben sind – neben ihrer Eigenschaft als nachwachsendem Rohstoff – CO2-neutral, d.h. es kommt zu keiner zusätzlichen Umweltverschmutzung. Sie nehmen beim Wuchs CO2 auf, die Autoabgase stoßen es wieder aus.“ 18 Studierende versetzten sich in die Lage der Landwirte und behandelten die Aspekte Anbau, Wirtschaftlichkeit und Ökologie der Agrarflächen.

Zudem verglichen sie die Vorteile der großindustriellen Ethanol-Produktion aus Zuckerrüben mit derjenigen aus Getreide. Anschließend verarbeiteten sie die Zuckerrüben mittels eines verfahrenstechnischen Prozesses in drei Schritten zu Bioethanol: Zuckerextraktion, Fermentation, bei welcher der Zucker zu Ethanol vergärt, und Destillation, welche den Alkoholgehalt steigert. Allerdings wiesen die Studierenden auf eine umweltschonende Bepflanzungsstrategie hin, da hinsichtlich der Nachhaltigkeit ein reiner Zuckerrübenanbau für die Böden nicht erstrebenswert sei.

Die Website der Projektgruppe: http://projekt-zucker.cklos.de/

Im zweiten Projekt „PROTOS (Professional Temperatur Optimierungs-System)“ entwickelten 18 Studierende ein umweltfreundliches Klimakonzept für Gebäude unter besonderer Beachtung von Feng Shui. Wichtig war neben einem geringen Energieverbrauch auch die Einsparung von CO2-Emissionen. „Durch den Klimawandel kommt es auch in gemäßigten Klimazonen zu Hitzerekorden. Deshalb nehmen Klimasysteme neben Heizungen im Winter eine immer wichtigere Rolle beim Hausbau ein“, so der betreuende Prof. Dr. Lothar Billmann. „Die Studierenden arbeiteten mit dem chinesischen Feng Shui-Gedanken. Dessen Ziel ist es, den Menschen mit sich und seiner Umgebung in Einklang zu bringen.“

Die Projektgruppe untersuchte Kühlsysteme wie Geothermie, adiabatische Kühlung oder Aufwindkraftwerke auf ihre ökologischen Aspekte. Sie sollten keine oder eine sehr geringe Umweltbelastung darstellen, weder in ihrer Funktionsweise, wie über Abgase, noch in ihrer Betriebsweise, wie dem Stromverbrauch.

Um das Klimakonzept Feng-Shui-gerecht zu gestalten, wurden die negativen Auswirkungen einer Gebäudeklimatisierung wie Lärm oder Luftzug berücksichtigt. Auch untersuchten die Studierenden zusätzliche Energiequellen, die den Stromverbrauch mindern, gute Isolierung gewährleisten oder zusätzlich die Temperatur senken; dazu zählen intelligentes Glas, das auf Sonneneinstrahlung reagiert, oder Fassadenbegrünung.

Weitere Infos: http://projekt-protos.jimdo.com/

Die dritte Projektgruppe belebte mit Hilfe der Färberwaid-Pflanze natürliche biologische Färbemöglichkeiten wieder. „An Beispielen eines Naturproduktes lassen sich die verschiedenen Ablaufphasen nachwachsender Rohstoffe gut nachvollziehen“, erklärt Betreuer Prof. Dr. Axel Blokesch. „Die Studierenden sollten sich auch mit den Nutzungsmöglichkeiten von Koppelprodukten auseinandersetzen, die den Anbau von Färberwaid zusätzlich attraktiv machen.“ Die 18 Studierenden färbten mit den natürlichen Farbstoffen Holz, Seife sowie Textilien. Als Koppelprodukte stellten sie aus den extrahierten Blättern Bio-Dämmstoff her, gewannen Biogas als Energielieferant und nutzten Bestandteile der Pflanze als pilzhemmenden Futterzusatzstoff in der Massentierhaltung.

Näheres zum Projekt: http://indigoprojekt.jimdo.com/

Studierende der Bioverfahrenstechnik erwerben berufsqualifizierende Kenntnisse in den Natur- und Ingenieurwissenschaften. Hinzu kommen Spezialwissen aus Biotechnologie und Bioverfahrenstechnik sowie betriebswirtschaftliche und soziale Zusatzqualifikationen. Bioverfahrenstechniker(innen) setzen nach dem Studium ihr Wissen ein, um biotechnologische Prozesse und Anlagen zu planen und anzuwenden. Dabei entstehen Produkte für Gesundheit und Ernährung. Der Studiengang dauert sechs Semester. Bewerbungsschluss für den Studienbeginn im Wintersemester 2013/14 ist der 15. Juli 2013.

Termin Präsentation: Mittwoch, den 23.1.2013, 10-14 Uhr
Ort: FH FFM, Campus Nibelungenplatz/Kleiststr., Gebäude 4, Raum 111/112

Nicola Veith | idw
Weitere Informationen:
http://indigoprojekt.jimdo.com/
http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb2/studiengaenge/bioverfahrenstechnik.html
http://projekt-zucker.cklos.de/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise