Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effiziente Sauerstoff-Abtrennung: Neuartige Gastrennmembranen

19.08.2013
Neuartige Gastrennmembranen sollen dazu beitragen, den Effizienzverlust von Verfahren zur CO2-Abscheidung deutlich zu senken.

Das ist das Ziel des EU-Projekts GREEN-CC (Graded Membranes for Energy Efficient New Generation Carbon Capture Process), das vom Forschungszentrum Jülich koordiniert wird.


Aufnahme eines Raster-Elektronen-Mikroskops: oberer Querschnitt einer mikroporösen Membran, wie sie im EU-Projekt GREEN-CC für die effizientere Sauerstoff-Abtrennung weiterentwickelt werden soll.
Quelle: Forschungszentrum Jülich

Zur Reduzierung der ausgestoßenen Treibhausgase werden international verschiedene Ansätze verfolgt, mit denen sich CO2 großtechnisch abtrennen lässt, etwa aus Kraftwerksabgasen oder in der Zementindustrie. Anschließend kann es dann mithilfe erneuerbarer Energien in verwertbare, kohlenstoffbasierte Produkte wie Kraftstoffe oder Polymere umgewandelt oder auch unterirdisch gespeichert werden.

Eine mögliche Methode zur CO2-Abscheidung in einem Kraftwerk ist das sogenannte Oxyfuel-Verfahren. Dabei werden Stoffe wie Kohle, Gas oder auch Biomasse mit reinem Sauerstoff verbrannt, wodurch im Idealfall ausschließlich CO2 und Wasser als Abgase entstehen. Die Bereitstellung von Sauerstoff mit herkömmlichen Verfahren verbraucht allerdings viel Energie, da der Sauerstoff aus der Umgebungsluft bei sehr tiefen Temperaturen durch Verflüssigung abgetrennt werden muss. Dies verringert den sogenannten elektrischen Wirkungsgrad einer Anlage um etwa 8 bis 10 Prozent, was im Endeffekt einen 30 bis 50 Prozent höheren Brennstoffverbrauch nach sich zieht.

Der Einsatz von Gastrennmembranen könnte diesen Mehrverbrauch um bis zu 60 Prozent senken. Erste zu diesem Zweck entwickelte keramische Membranen verhielten sich bei Kontakt mit CO2 im Abgas noch chemisch instabil. Mittlerweile ist es aber gelungen, CO2-stabile Membranmaterialien zu identifizieren. Ziel des aktuellen Projekts ist es nun, daraus neue Membranstrukturen und Membrankomponenten zu entwickeln, die dann zu einem nachweisbar funktionierenden Modul zusammengefügt werden sollen.

Die EU fördert das Projekt mit 5,4 Millionen Euro. Insgesamt sind 15 Forschungs- und Industriepartner aus 8 Ländern an GREEN-CC beteiligt, offizieller Starttermin ist der 1. September 2013.

Weitere Informationen:

Institut für Energie- und Klimaforschung,
Bereich Werkstoffsynthese und Herstellungsverfahren (IEK-1)
http://www.fz-juelich.de/iek/iek-1/DE/
Ansprechpartner:
Dr. Wilhelm Albert Meulenberg
Tel. 02461 61-6323
w.a.meulenberg@fz-juelich.de
Pressekontakt:
Tobias Schlößer
Tel. 02461 61-4771
t.schloesser@fz-juelich.de

Tobias Schlößer | Forschungszentrum Jülich GmbH
Weitere Informationen:
http://www.fz-juelich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Nikon setzt zukünftig auf Messtechnik „Made in Jena“
23.10.2017 | Leibniz-Institut für Photonische Technologien e. V.

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie