Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Durchbruch auf dem Weg zu Tarnkappen

16.01.2009
Abschirmung über größeren Spektralbereich gelungen

Forschern der amerikanischen Duke University und der chinesischen Southeast University ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Tarnkappen gelungen, die Objekte praktisch unsichtbar machen können.

Wie sie in der heute, Freitag, erschienenen Ausgabe von Science berichten, schirmt ihre aktuelle Entwicklung das geschützte Objekt erstmals in einem ausgedehnten Spektralbereich ab. Gelungen ist das zunächst bei Mikrowellen, doch die Forscher sind vom großen Potenzial ihrer Entwicklung überzeugt. "Der genutzte Zugang sollte unsere Fähigkeit verbessern, verschiedene Arten von Wellen abzuschirmen", erklärt David R. Smith, Professor für Elektro- und Computertechnik an der Duke. Denn ein neuer Algorithmus erleichtert die Entwicklung geeigneter Materialien.

Schon vor etwas mehr als zwei Jahren haben Duke-Wissenschaftler mit einem ersten Tarnkappen-Prototypen überrascht (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=061020017), jetzt ist ihnen ein weiterer großer Schritt gelungen. "Der Unterschied zwischen dem ursprünglichen Gerät und dem neuesten Model ist wie zwischen Tag und Nacht", sagt Smith. Denn die Neuentwicklung schirmt Mikrowellen im breiten Frequenzbereich von 13 bis 16 Gigahertz ab und verspricht fast unbegrenzte Möglichkeiten. Die Entwicklung "werde viel leichter ins Infrarote und für sichtbares Licht übertragbar", so Smith.

Möglich wurde der Erfolg durch neu entwickelte Algorithmen, die bei der Entwicklung und der Herstellung sogenannter Metamaterialien helfen. Das sind exotische Komposit-Materialien, die Eigenschaften haben können, die in der Natur so nicht vorkommen. Dazu zählt die Möglichkeit Wellen so um Objekte herumzuleiten, dass der Eindruck entsteht, die Wellen hätten sich geradlinig durch leeren Raum ausgebreitet. Das funktioniert je nach Gestaltung des künstlichen Materials nicht nur für elektromagnetische Wellen und somit Licht, sondern auch für Schallwellen, wie spanische Forscher im Juni 2008 gezeigt haben.

Im Laborexperiment hat das amerikanisch-chinesische Forscherteam gezeigt, dass sie eine Unebenheit auf einer Spiegeloberfläche verschwinden lassen können und der Spiegel dadurch flach wirkt. "Das ist noch keine wirklich Tarnkappe, da man das Objekt selbst noch sieht", meint daher Professor Ulf Leonhardt von der schottischen St. Andrews University http://www.st-andrews.ac.uk im pressetext-Interview. Leonhardt ist ein Experte im Bereich Unsichtbarkeits-Forschung und hat sich auch damit beschäftigt, wie die extremen Anforderungen an die Materialeigenschaften reduziert werden könnten, die bei bisherigen Tarnkappen-Ansätzen wie dem der Duke-Forscher entstehen. Ein entsprechendes Konzept, das auf ein Ausnutzen nicht-euklidischer Geometrien setzt, hat er Anfang des Jahres in Science vorgestellt.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.duke.edu
http://www.seu.edu.cn/s/132/main.jspy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Dresdner Forscher drucken die Welt von Morgen
08.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovative Antikörper für die Tumortherapie

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig von diesen teuren Medikamenten profitieren, wird intensiv an deren Verbesserung gearbeitet. Forschern um Prof. Thomas Valerius an der Christian Albrechts Universität Kiel gelang es nun, innovative Antikörper mit verbesserter Wirkung zu entwickeln.

Immuntherapie mit Antikörpern stellt heute für viele Krebspatienten einen Erfolg versprechenden Ansatz dar. Weil aber längst nicht alle Patienten nachhaltig...

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Innovative Antikörper für die Tumortherapie

20.02.2017 | Medizin Gesundheit

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie