Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Dämpfe geben Hinweis auf Sprengstoffe

17.03.2009
Günstige Feststellmethode für explosive Materialien

Eine Alternative zu bisher üblichen Geräten zum Nachweis von Sprengstoff stellt die Entwicklung von Physikern aus den USA und Dänemark dar. Sie entdeckten eine leicht reagierende Form, wie explosive Stoffe durch ihre Dämpfe entdeckt werden können.

"Bestimmte Arten von Sprengstoffen haben einzigartige thermische Eigenschaften, die ihre Identifikation auch in Anwesenheit anderer Dämpfe erlauben", sagt Forschungsleiter Thomas Thundat vom Oak Ridge National Laboratory.

Thundats Team entwickelte gemeinsam mit der Technischen Universität Dänemark ein System, das zwischen explosiven und nicht-explosiven Chemikalien sowie zwischen unterschiedlichen Sprengstoffen wie TNT, PETN und RDX unterscheiden kann. Derzeit wird ein Prototyp für Feldversuche erstellt, berichtet die Fachzeitschrift Review of Scientific Instruments.

Die bisher im Umlauf befindlichen Detektoren - sogenannte Ionenmobilitäts-Spektrometer - ionisieren geringe Mengen von Substanzen und messen, wie schnell sie sich durch ein elektrisches Feld bewegen. Diese Methode ist zwar schnell, empfindlich und verlässlich, hat jedoch den Nachteil, dass das dafür notwendige Gerät sehr teuer und sperrig ist. Die Suche nach Alternativen konzentriert sich bisher auf mikromechanische Anlagen, bei denen Sensoren kleinste Proben entnehmen, die man mit chemischen Dämpfen überlagert. Finden die richtigen Chemikalien die Oberfläche der Sensoren, lösen sie kleine mechanische Bewegungen aus, deren elektronische Signale messbar sind. Diese Geräte sind billig und reagieren sehr sensibel auf Sprengstoffe, können jedoch oft nicht zwischen ähnlichen gefährlichen oder ungefährlichen Chemikalien unterscheiden. Somit können etwa Spuren von TNT erfasst werden, während jedoch die Unterscheidung von Benzin kaum gelingt.

Die neue Nachweismethode beruht hingegen auf Sensoren, die sich die unterschiedlichen thermischen Charakteristika von chemischen Dämpfen zunutze machen. Sie verwendeten Träger, die durch Stromdurchfluss für Sekundenbruchteile erhitzt werden können. Erlaubt man den Lufteinlass zu den Sensorteilen, stellen diese fest, ob die Dämpfe explosiv sind oder nicht. In bisherigen Experimenten gelang der Nachweis bereits bei Substanzentnahmen von weniger als einem Milliardstel Gramm. Derzeit wird an der Ansprechbarkeit experimentiert, um einen Prototyp zu erzeugen, der noch in diesem Jahr im Feldversuch getestet werden soll.

Johannes Pernsteiner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.ornl.gov
http://www.dtu.dk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungen

Transferkonferenz Digitalisierung und Innovation

22.01.2018 | Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

22.01.2018 | Veranstaltungsnachrichten

Forschungsteam schafft neue Möglichkeiten für Medizin und Materialwissenschaft

22.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Ein Haus mit zwei Gesichtern

22.01.2018 | Architektur Bauwesen

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics