Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Briten entwickeln neuartigen Waffendetektor

10.06.2009
Dank Millimeterwellen Pistolen und Messer auf größere Entfernung messbar

Britische Forscher haben den Prototypen eines neuartigen Scanner entwickelt, der Exekutivbeamten die Möglichkeit verspricht, versteckte Schusswaffen und Messer auch aus größerer Entfernung zu entdecken. "Es nutzt Millimeterwellen und ist eine Art aktives Radarsystem", beschreibt Projektleiter Nick Bowring, Professor für Elektrotechnik an der Manchester Metropolitan University, gegenüber pressetext.

Es soll in der Lage sein, Waffen zu detektieren und Alltagsgegenstände, die von Personen mitgeführt werden, zu ignorieren. "Das ist weltweit einmalig. Damit werden britische Polizisten eine Vorreiterrolle bei der genauen mobilen Waffenerkennung einnehmen, ohne sich in die Schusslinie begeben zu müssen", meint Bowring.

Der Ansatz setzt auf hochfrequente elektromagnetische Wellen, deren "Reflektionen" an versteckten Pistolen, Gewehrläufen oder Messern detektiert werden. "Der aktive Strahl wird so gestaltet, dass relativ viel Information über ein Ziel ermittelt werden kann - etwa die ungefähre Form und Größe", sagt Bowring. Das System sei für metallische Pistolen und Messer optimiert. Eine Variante, die auch Keramikmesser entdecken kann, wurde zwar entwickelt. "Daran gab es aber kein großes Interesse, da solche Messer auf den Straßen selten sind", so der Wissenschaftler. Das Gerät ist laut dem projektfinanzierenden Engineering and Physical Sciences Research Council (EPSRC) unaufdringlich in der Hinsicht, dass keine Abbildung des Körpers erstellt wird. Damit unterscheidet sich das System in einem wesentlichen Punkt von den umstrittenen "Nacktscannern" für die Flughafensicherheit, die unter anderem in Deutschland auch von Regierungsseite abgelehnt wurden.

Im Gegensatz beispielsweise zu aktuellen Metalldetektor-Handgeräten funktioniert das Millimeterwellen-System offenbar auch aus mehreren Metern Entfernung, genaue Angaben zur Reichweite gibt es aber vorerst nicht. Bei einem 2006 abgeschlossenen Projekt, das Grundlagen für die aktuelle Arbeit geliefert haben dürfte, hat Bowring allerdings davon gesprochen, dass mehr als fünf Meter möglich sein sollten und somit eine Anwendung auf Distanzen realer Pattsituationen möglich sein sollte.

"Dieses Gerät könnte Leben retten und wertvolle Polizeiarbeitszeit frei machen, die derzeit von der Waffensuche beansprucht wird", sagt Catherine Coates, EPSRC Head of Innovation. Die Technologie wird bereits von einer Abteilung der Metropolitan Police http://www.met.police.uk getestet, um die praktischen Anwendungsmöglichkeiten zu prüfen. "Wir stehen noch relativ am Anfang und sind weit von der Einsatzfähigkeit entfernt. Die bisherigen Ergebnisse sind aber wirklich ermutigend", sagt Stuart Ibbotson, leitender Ingenieur bei der Metropolitan Police. Dem EPSRC zufolge könnte bei erfolgreichen Tests aber schon in zwei Jahren eine endgültige Version des Waffendetektors für Polizeikräfte verfügbar sein.

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sci-eng.mmu.ac.uk
http://www.epsrc.ac.uk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Elektrodenmaterialien aus der Mikrowelle
18.10.2017 | Technische Universität München

nachricht Metallisches Fused Filament Fabrication - Neues Verfahren zum metallischen 3D-Druck
12.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise