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Deutsch-schwedisches Exzellenzzentrum will Potential von Hochleistungsstahl ausschöpfen

26.10.2007
Die Nachfrage wächst und die Anforderungen an Hochleistungsstahl steigen weltweit - unter anderem in der Automobilindustrie. Dabei werden vor allem im Bereich der Warmumformung von Stahlblechen noch erhebliche Entwicklungsreserven gesehen, um den immer anspruchsvolleren Anforderungen gerecht zu werden.

Dieses Potential wollen die beiden führenden Forschungszentren auf diesem Gebiet - die Technische Universität Luleå (LTU) in Schweden und die Universität Kassel künftig gemeinsam ausschöpfen und dazu ihre Kompetenzen in einem "Schwedisch-Deutschen Exzellenzzentrum für die Warmformgebung von Hochleistungsstahlblechen" bündeln.

Das deutsch-schwedische Forschungszentrum wird damit als weltweit einzigartiges Netzwerk auf diesem Gebiet die Grundlagenforschung gemeinsam mit Industrieprojekten voranbringen. Wie Prof. Dr.-Ing. Kurt Steinhoff von der Universität Kassel mitteilte, sind deshalb auch Partner wie das Anwendungszentrum Metallformgebung in Baunatal, METAKUS, sowie auf schwedischer Seite das Zentrum für Hochleistungsstähle der LTU und das industrielle Forschungsinstitut Svensk Verktygsteknik AB, Luleå, einbezogen, um den Wissens- und Technologietransfer zwischen dem Exzellenzzentrum und der Industrie zu sichern. Erste gemeinsame Projekte werden noch in diesem Jahr gestartet. Darüber hinaus wird eine Reihe internationaler Konferenzen, die abwechselnd in Kassel und Luleå beginnend im Oktober 2008 stattfinden werden, organisiert.

Dass die Warmformgebung von Stahlblechen als Technologie im Aufwind ist, liegt an ihrem Potential, Bauteile und Systeme mit einem hohen Maß an integrierter Funktionalität effizient herzustellen. Im Automobilbau besteht diese Funktionalität insbesondere in der damit erreichbaren Gewichtsreduzierung und der gleichzeitig hohen Sicherheit für die Fahrzeuginsassen. Obwohl Warmumformverfahren in der Stahlverarbeitung z.B. beim Schmieden seit vielen Jahrzehnten, ja sogar Jahrhunderten bekannt ist, stellt dies im Bereich der Formgebung von Stahlblech einen Herstellungsweg dar, der im Vergleich hierzu noch recht jung ist. Erste Forschungsarbeiten hierzu begannen vor etwa 30 Jahren, wobei die LTU in Schweden eine Pionierrolle übernahm. Später erfolgte ihr großtechnischer Durchbruch in der industriellen Anwendung vor allem bei der Volkswagen AG in Kassel und bei Gestamp-Hardtech in Luleå.

Dabei sind allerdings viele Forschungsfragen noch offen und unbearbeitet. Ihre Lösung verspricht zugleich ein erhebliches Innovationspotential, dem das neue Exzellenzzentrum nun nachgehen will. Beide Partner bringen dabei ihre besonderen Stärken ein. Prof. Mats Oldenburg, Leiter des Fachgebiets Festkörpermechanik an der LTU, hat seinen Forschungsschwerpunkt in der Modellierung und Simulation komplexer thermo-mechanischer Prozesse. Sein Kollege Prof. Braham Prakash, der an der LTU die Abteilung für Maschinenelemente leitet, forscht insbesondere an tribologischen Effekten unter verschiedenen kombinierten thermomechanischen Bedingungen. Prof. Kurt Steinhoff leitet an der Universität Kassel das Fachgebiet Umformtechnik und hat insbesondere hoch spezialisierte Prototypen für Prüf- und Testverfahren entwickelt, die die Materialeigenschaften und die Effizienz der Materialbearbeitung unter den hier vorherrschenden besonderen Verarbeitungsbedingungen optimieren.

Info
Universität Kassel
Prof. Dr.-Ing. Kurt Steinhoff
Fachbereich Maschinenbau
tel (0561) 804 2705
fax (0561) 804 2706
e-mail steinhoff@uni-kassel.de

Ingrid Hildebrand | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-kassel.de

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