Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Sicherheit für Medikamente

24.10.2007
Ob Konsumgüter, Ersatzteile oder Medikamente - gefälschte Produkte verursachen enorme Umsatzverluste. Gefährlich wird es, wenn die Produktpiraten Medikamente kopieren. Forscher am Fraunhofer IGB in Stuttgart haben ein Verfahren entwickelt, mit dem Sicherheitsetiketten auf Verpackungen durch eine Nanoschicht fälschungssicherer werden.

Ob Konsumgüter, Ersatzteile oder Medikamente - gefälschte Produkte verursachen enorme Umsatzverluste. Gefährlich wird es, wenn die Produktpiraten Medikamente kopieren. Den Medikamentkopien, welche den echten zum täuschen ähneln, fehlen meist wichtige Wirkstoffe, was drastische Folgen nach sich ziehen kann.

Deshalb versehen verantwortungsvolle Unternehmen ihre Medikamente mit einem Sicherheitssiegel. Das Siegel zeichnet sich durch Eigenschaften wie einen optischen Kippeffekt, bei dem sich die Farbe des Etiketts verändert, hohe farbliche Brillanz und besonders gute Maschinenlesbarkeit aus. Diese Eigenschaften stellen große Hürden für Produktpiraten auf.

Einen neuen Ansatz für die Fälschungssicherheit bei Sicherheitsetiketten haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB in Stuttgart zusammen mit der zur november AG gehörenden identif GmbH aus Erlangen entwickelt. "Wir beschichten Kunststofffolien mit Fluor-Kohlenstoff-Nanoschichten, auf die dann die den Farbeffekt erzeugende Metallschicht aufgebracht wird", erläutert Projektleiter Dr. Michael Haupt vom Fraunhofer IGB. "Der Vorteil: Die Grundeigenschaften des Materials bleiben erhalten, nur die Oberfläche der Folie wird durch die Nanobeschichtung für die Weiterverarbeitung optimiert."

Dr. Christian Oehr, Abteilungsleiter am Fraunhofer IGB, erklärt: "Die Nanoschichten werden mittels Niederdruck-Plasmaverfahren aufgetragen. Dazu kommt das Etikett in die Vakuumkammer eines Plasmareaktors. Wir geben bei niedrigem Druck fluorhaltige Gase dazu. Zwischen zwei Elektroden wird anschließend das Plasma gezündet. Kommen weitere Gase dazu und passen die Parameter, bilden die Substanzen eine funktionale Nanoschicht auf den Oberflächen". Anschließend bringt die identif GmbH eine sehr dünne Metallschicht auf. So entstehen hochspezifische brillante Farbeffekte auf den Oberflächen. Durch die zuvor aufgebrachte Fluor-Kohlenstoff-Schicht gibt es einen nur schwer kopierbaren Farbänderungseffekt. Zudem ist das Etikett besser maschinenlesbar.

Das Verfahren eignet sich nicht nur zur Beschichtung von Kunststofffolien. In einem weiteren Projekt mit CEROBEAR GmbH konnten die Fraunhofer-Forscher Wälzlager aus Keramik für das Space-Shuttle oder für den Motorsport mit den Nanoschichten ausstatten. Die Reibung der Wälzlager konnte hierdurch verringert werden. Ebenso kann das neue Plasmaverfahren bei Textilien und einer Vielzahl weiterer Materialien eingesetzt werden. Dabei lassen sich die Prozessparameter so einstellen, dass unterschiedliche Eigenschaften erreicht werden. Stoffe werden beispielsweise wasserundurchlässig oder Oberflächen wirken antibakteriell.

Die Fraunhofer-Wissenschaftler übertragen derzeit ihr Know-how an die verschiedenen Industriepartner. Auf der Messe K 2007, die vom 24. bis 31. Oktober in Düsseldorf stattfindet, zeigen die Wissenschaftler in Halle 3, Stand E 91 erste Prototypen der neu beschichteten Sicherheitsetiketten.

Dr. Claudia Vorbeck | idw
Weitere Informationen:
http://www.igb.fhg.de/WWW/Presse/Jahr/2007/dt/PI_Nano-Etiketten.html

Weitere Berichte zu: Ersatzteil Etikett Nanoschicht Produktpirat Sicherheitsetikett

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verbesserte Stabilität von Kunststoff-Leuchtdioden

Polymer-Leuchtdioden (PLEDs) sind attraktiv für den Einsatz in großflächigen Displays und Lichtpanelen, aber ihre begrenzte Stabilität verhindert die Kommerzialisierung. Wissenschaftler aus dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPIP) in Mainz haben jetzt die Ursachen der Instabilität aufgedeckt.

Bildschirme und Smartphones, die gerollt und hochgeklappt werden können, sind Anwendungen, die in Zukunft durch die Entwicklung von polymerbasierten...

Im Focus: Writing and deleting magnets with lasers

Study published in the journal ACS Applied Materials & Interfaces is the outcome of an international effort that included teams from Dresden and Berlin in Germany, and the US.

Scientists at the Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf (HZDR) together with colleagues from the Helmholtz-Zentrum Berlin (HZB) and the University of Virginia...

Im Focus: Gammastrahlungsblitze aus Plasmafäden

Neuartige hocheffiziente und brillante Quelle für Gammastrahlung: Anhand von Modellrechnungen haben Physiker des Heidelberger MPI für Kernphysik eine neue Methode für eine effiziente und brillante Gammastrahlungsquelle vorgeschlagen. Ein gigantischer Gammastrahlungsblitz wird hier durch die Wechselwirkung eines dichten ultra-relativistischen Elektronenstrahls mit einem dünnen leitenden Festkörper erzeugt. Die reichliche Produktion energetischer Gammastrahlen beruht auf der Aufspaltung des Elektronenstrahls in einzelne Filamente, während dieser den Festkörper durchquert. Die erreichbare Energie und Intensität der Gammastrahlung eröffnet neue und fundamentale Experimente in der Kernphysik.

Die typische Wellenlänge des Lichtes, die mit einem Objekt des Mikrokosmos wechselwirkt, ist umso kürzer, je kleiner dieses Objekt ist. Für Atome reicht dies...

Im Focus: Gamma-ray flashes from plasma filaments

Novel highly efficient and brilliant gamma-ray source: Based on model calculations, physicists of the Max PIanck Institute for Nuclear Physics in Heidelberg propose a novel method for an efficient high-brilliance gamma-ray source. A giant collimated gamma-ray pulse is generated from the interaction of a dense ultra-relativistic electron beam with a thin solid conductor. Energetic gamma-rays are copiously produced as the electron beam splits into filaments while propagating across the conductor. The resulting gamma-ray energy and flux enable novel experiments in nuclear and fundamental physics.

The typical wavelength of light interacting with an object of the microcosm scales with the size of this object. For atoms, this ranges from visible light to...

Im Focus: Wie schwingt ein Molekül, wenn es berührt wird?

Physiker aus Regensburg, Kanazawa und Kalmar untersuchen Einfluss eines äußeren Kraftfeldes

Physiker der Universität Regensburg (Deutschland), der Kanazawa University (Japan) und der Linnaeus University in Kalmar (Schweden) haben den Einfluss eines...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

124. Internistenkongress in Mannheim: Internisten rücken Altersmedizin in den Fokus

19.04.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Juni 2018

17.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

31,5 Millionen Euro für Forschungsinstitute der Innovationsallianz Baden-Württemberg (InnBW)

20.04.2018 | Förderungen Preise

Krebs erfolgreich mit Fieber behandeln

20.04.2018 | Biowissenschaften Chemie

Von GeoFlow zu AtmoFlow

20.04.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics