Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Strahlungsresistenter Schadensprüfer

04.09.2007
Röntgenkameras für die Bauteilüberwachung haben meist keine allzu lange Lebensdauer. Eine neuartige Kamera übersteht dagegen zehn Jahre Röntgenbeschuss. Sie ist robuster als übliche Geräte, verfügt über eine bessere Auflösung und ist in nahezu jeder Größe lieferbar.

äglich 24 Stunden lang von Röntgenstrahlen durchleuchtet zu werden, wäre für Menschen lebensgefährlich. Industrielle Röntgenkameras zur Schadensprüfung müssen das aushalten. Pausenlos überprüfen sie fabrikneue Bauteile, die auf dem Fließband vorbei gleiten. Sie fahnden nach gefährlichen Schwachpunkten - Rissen in Autorädern oder verborgenen Lufteinschlüssen in Gussteilen.

Den Dauerbeschuss mit schädlicher Strahlung halten die meisten herkömmlichen, mehrere Zehntausend Euro teuren Spezialkameras je nach Beanspruchung jedoch nur einige Monate aus. Dann müssen sie ersetzt werden. Forscher vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen haben jetzt die Röntgenkamera XEye entwickelt, die deutlich robuster ist: Zehn Jahre Lebensdauer sind nach ausführlichen Bestrahlungstests zu erwarten. Für die Industrieunternehmen bedeutet das eine gewaltige Kostenersparnis.

Röntgenkameras sind digitale Strahlungswandler. In der Prüf-Apparatur stehen sie der Röntgenquelle gegenüber. Dazwischen gleiten die Bauteile hindurch. Die von der Quelle ausgesandte Strahlung trifft in der Kamera auf den Szintillator, eine Materialschicht, die durch Röntgenquanten zum Leuchten angeregt wird. Das Lichtsignal wiederum wird von einer lichtempfindlichen, in Pixel unterteilten Schicht aufgenommen und in elektrische Impulse verwandelt.

... mehr zu:
»IIS »Röntgenkamera »Schicht »Strahlung »XEye

Diese werden an-schließend digital weiterverarbeitet. Das Problem: Nicht nur der Szintillator wird von der Strahlung getroffen, sondern auch die dahinter liegende lichtempfindliche Schicht, die dadurch geschädigt wird. Manche Pixel fallen ganz aus. Andere werden träge und erholen sich nur noch langsam von der Anregung durch Szintillator-Lichtimpulse. Dadurch entsteht ein störendes Nachleuchten - ein Geisterbild. Die Kamera ist unbrauchbar. Die längere Lebensdauer ihrer Kamera erreichen die Forscher durch eine Reihe technischer Tricks. Dazu gehört eine Spezialoptik, die die lichtempfindliche Schicht vor der Röntgenstrahlung schützt. "Darüber hinaus kann XEye in nahezu beliebiger Größe gefertigt werden", sagt Dr. Peter Schmitt, Abteilungsleiter Berührungslose Mess- und Prüfsysteme am IIS. "Möglich macht das eine modulare Bauweise, mit der sich die Bildschirmfläche einfach erweitern lässt."

Ein Stahlröhren-Hersteller setzt XEye bereits für die Schweißnaht-Überprüfung ein. Sieben Bilder pro Sekunde liefert das Gerät derzeit bei einer Bildfläche von 20 mal 20 Zentimetern. Das ist schnell genug, um 100 Prozent der Produktion zu kontrollieren. In Planung sind am IIS derzeit Röntgenkameras mit bis zu 60 mal 60 Zentimeter Bildfläche, die mindestens 50 Bilder pro Sekunde liefern werden.

Ansprechpartner:
Dr. Peter Schmitt
Telefon: 0 91 31 / 7 76-72 50
Fax: 0 91 31 / 7 76-72 99
peter.schmitt@iis.fraunhofer.de
Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
Am Wolfsmantel 33
91058 Erlangen

Beate Koch | Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen:
http://www.iis.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: IIS Röntgenkamera Schicht Strahlung XEye

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht 3D-Bilder von Krebszellen im Körper: Medizinphysiker aus Halle stellen neues Verfahren vor
16.05.2018 | Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

nachricht Innovatives Verfahren zur umweltschonenden Gülleaufbereitung kommt auf den Markt
03.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics