Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Magnet mit winzigen Zungen misst den Tankinhalt

12.03.2002


Tankanzeige


Es gibt wohl nichts Peinlicheres, als mit leerem Tank auf einer Landstraße zu stehen und sich mit einem Kanister auf den Weg zu machen. Ursache dafür muss nicht unbedingt ein risiko-freudiger Mann sein, der den Sprit stets bis zum letzten Tropfen ausfährt - hin und wieder spielt auch die Tankanzeige verrückt. Die chemisch immer ausgetüftelteren und damit aggressiveren Kraftstoffe haben dann den Sensor für den Füllstand angegriffen und zerstört.

Die Automobil-spezialisten von Siemens VDO haben daher einen weltweit einzigartigen Tanksensor entwickelt, dessen Messzelle gar nicht erst mit dem Kraftstoff in Berührung kommt. DaimlerChrysler setzt das System Mapps (Magnetic Passive Position Sensor) bereits in allen Neufahrzeugen ein; andere Autohersteller haben großes Interesse bekundet. Der rund vier Zentimeter lange Sensor wird eingekapselt und in einem Gehäuse im Inneren des Tanks montiert. Das Herzstück sind 52 biegsame Metall-Kontaktzungen, die nebeneinander wie Tasten auf dem Klavier angeordnet sind. Im Tank ist ein Schwimmer, der über einen Hebel mit einem kleinen Magneten verbunden ist. Bei vollem Tank ist der Schwimmer oben - und damit auch der Magnet. Mit abnehmender Benzinmenge bewegt er sich nach unten. Der Magnet ist so nahe am Sensor angebracht, dass er die Metallzungen anzieht. Dabei schließen die Kontakte Widerstände auf einem Keramikträger. Aus dem Widerstand schließt das System direkt auf den Füllstand.

Da die Mikrokontakte in ihrem Gehäuse verkapselt sind, können sie von dem aggressiven Kraftstoff nicht beeinträchtigt werden. Das System ist auch einsetzbar bei Treibstoffen wie Alkohol oder flüssigem Wasserstoff. Der Sensor ist teurer als die heutigen, fehleranfälligeren Systeme, hat aber eine längere Lebensdauer. Von allen Systemen ohne offene Kontakte ist es indes die billigste Lösung, da dieser Sensor als passives Element keine Elektronik enthält.

Norbert Aschenbrenner | NewsDesk
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/newsdesk
http://www.siemens.de/pof

Weitere Berichte zu: Kraftstoff Magnet Sensor Tank

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie