Anzeige
Viele Optionen bietet das Hybridschweißen, eine Kombination aus Laser und Lichtbogen. Damit lassen sich die Bleche nicht nur schneller verbinden. Auch die Schweißnähte werden qualitativ besser. Mit den Einsatzmöglichkeiten des neuen Verfahrens beschäftigt sich nun ein neues Vorhaben namens "HyBright" am Bremer Institut für angewandte Strahltechnik (BIAS) an der Universität Bremen. Heute zum Projekt-Auftakt treffen sich Schweißexperten aus ganz Deutschland im BIAS.
Beim Schweißen dicker Stahlwerkstoffe mit Lichtbogenverfahren wie im Schiff- und Stahlbau oder bei dem Bau von Pipelines ist die Mehrlagentechnik üblich. Das heißt, die Bleche werden in mehreren Durchgängen und zum Teil an mehreren Arbeitsstationen zusammengefügt. Die heute dabei noch vorwiegend angewendeten Verfahren: das Elektrodenhandschweißen sowie das Metall-Schutzgas(MAG)- und das Unterpulverschweißen.
So werden zum Beispiel im Schiffbau bei einer Blechdicke von 12 Millimetern und mehr bis zu drei Lagen geschweißt. Das ist sehr aufwändig. Beim Verlegen von Rohren mit Wandstärken von 12 Millimeter und mehr wie bei den großen Gas-Pipelines wird eine entsprechend große Anzahl von Arbeitsstationen entlang der Pipeline betrieben, in denen jeweils eine Lage geschweißt wird.
"Mit modernen Fügetechniken, die auf Hochleistungslasern basieren, lässt sich die Anzahl der Schweißlagen reduzieren - über eine deutlich größere Einschweißtiefe", erklärt Dr. Mathias Schilf. "Blechdicken von bis zu 12 Millimeter sind rissfrei und mit einer auf ein zulässiges Maß begrenzbaren Aufhärtung schweißbar", zeichnet er eine weitere Möglichkeiten des neuen Verfahrens auf. Außerdem könnten weitere Effekte wie ein geringerer Wärmeeintrag genutzt werden. Das führe zu weniger Verzug und damit unter anderem zu einem geringeren Aufwand beim Richten, sagt er. Der BIAS-Wissenschaftler hat das Projekt initiiert und leitet auch das BIAS-Team im Projekt.
Für das neue Verfahren sprächen auch eine höhere Materialausnutzung und die Verbesserung der mechanischen Eigenschaften der Schweißnähte zum Beispiel bei der Kerbschlagzähigkeit und der Festigkeit, sagt Schweißexperte Schilf. "Mit neuen Laserquellen wie Scheiben- und Faserlasern sind jetzt mobile Geräte mit hohem Wirkungsgrad und sehr hoher Leistung verfügbar", erklärt er. "Diese Geräte haben inzwischen ihre Eignung für den Einsatz in der industriellen Fertigung und auch beim mobilen Einsatz unter Feldbedingungen bewiesen - besonders bei großen Bauteilen mit langen Nähten und dicken Querschnitten."
Das Projekt "HyBright"
Mit dem Namen "HyBright" fassen die Wissenschaftler den Langtitel "Innovative Fügetechnologie für das Schweißen dicker Stahlwerkstoffe mit brillianten Laserstrahlquellen" zusammen. Ziel des Vorhabens ist der Machbarkeitsnachweis von Laser-MSG-Hybridschweißungen an Bau-, Schiffbau- und Rohrstählen im Blechdickenbereich bis 32 Millimeter. Es ist ein so genanntes "Wissenschaftliches Vorprojekt", aus dem heraus weitere Projekte mit Unternehmen entstehen sollen.
Neben dem BIAS sind drei weitere, namhafte Partner beteiligt: das Institut für Schweißtechnik und Fügetechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen, die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) sowie Technologiebroker Bremen. Das Vorhaben läuft bis Ende 2007 und wird vom VDI Technologiezentrum Düsseldorf gefördert.
In dem Projekt wird experimentell die Eignung eines Laser-Lichtbogen-Hybridprozesses für das Einlagenschweißen an typischen Werkstoffen aus dem Schiff-, Stahl- und dem Behälterbau und der Rohrfertigung in Dicken bzw. Wandstärken bis zu 32 Millimeter untersucht. Der Prozess wird durch eine induktive Vor-/Nachwärmung unterstützt, um durch eine entsprechende Wärmeführung der Aufhärtungsgefahr zu begegnen.
Die Ergebnisse aus dem Projekt helfen bei der Entscheidung über mögliche Weiterentwicklungen in Zusammenarbeit mit Industriepartnern. Ziel ist der spätere, kommerzielle Einsatz der neuen Technik. "Mit den Ergebnissen werden wir also schon während des Projektes auf die Unternehmen zugehen", sagt Schilf. Zum Beispiel auch an die Hersteller von Windkraftanlagen. "Die neuen, großen Offshore-Windkraftanlagen haben bis zu 1.200 Meter Schweißnähte an 20 bis 90 Millimeter starken Blechen. Die Schweißnähte werden derzeit noch konventionell mit Lichtbogenverfahren in vielen Lagen geschweißt, was viel Zeit und Geld kostet ..."
(Sabine Nollmann)
Ansprechpartner:
Dr.-Ing Matthias Schilf (BIAS)
Telefon: 0421 218-51 17
E-Mail: schilf@bias.de
Weitere Informationen:
http://www.bias.de
http://www.isf.rwth-aachen.de
http://www.bam.de
http://www.technologiebroker.de
http://www.vdi-tz.de
Dr.-Ing. Matthias Schilf | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.bias.de
Weitere Berichte zu: Blech > HyBright > Millimeter > Schweißnaht
Chemische Prozesse in Zeitlupe untersuchen
01.02.2012 | TU Kaiserslautern
Fuel from market waste
01.02.2012 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.
Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.
In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...
Anzeige
Anzeige

Zwerggalaxie hat großen Hunger
08.02.2012 | Physik Astronomie
Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert
08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms
08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Bauwerke gebrauchstauglich halten
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012
08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten