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Recycling von Autoreifen für umweltfreundliche Produkte

07.03.2002


Verfahren liefern neue Gummiprodukte und Verbundstoffe für den Straßenbau

Wissenschaftler der University of Massachusetts in Amherst arbeiten derzeit an zwei Projekten, um ausgediente Autoreifen zu recyclen. Mit den neuen Methoden sollen einerseits aus Altgummi neue Gummiprodukte entstehen, andererseits aus Altreifen und Asphalt ein Verbundstoff für den Straßenbau hergestellt werden. "Gummi ist zwar eines der nützlichsten Materialien und einfach zu sammeln, aber schwer zu recyclen. Die chemischen Verbindungen sind weder schmelzbar noch lösen sie sich auf", erklärte Forschungsleiter Richard Farris.

Das von Farris geleitete Team greift einen 1853 von Goodyear eingeführten Prozess wieder auf und versucht diesen zu verbessern. Bei der Methode wird der Gummi pulverisiert und mit nicht vulkanisiertem Gummi gemischt. Die Mischung wird anschließend vulkanisiert, was bedeutet, dass das Material erhitzt wird und sich neue Querverbindungen formen. So werden Elastizität und Festigkeit wieder hergestellt. Limitiert ist das Verfahren dadurch, dass bei der Verwendung von mehr als 15 Prozent an recycletem pulverisierten Gummi das Endprodukt Qualitätsmängel aufweist. Farris sinterte daher pulverisiertes Gummi, das heißt, das pulverisierte Material wurde unter dem Schmelzpunkt erhitzt und gepresst. Das neue Material erreichte in Abhängigkeit von der Qualität der Ausgangsmaterialien 50 bis 90 Prozent der ursprünglichen Festigkeit und Elastizität.

Laut Farris haben sich ausgediente Autoreifen zu einem ernst zu nehmenden Umweltproblem entwickelt. "Studien zufolge liegen derzeit rund zwei Mrd. Altreifen auf US-Mülldeponien. Jedes Jahr kommen 273 Mio. dazu." Dies bedeute, dass sich jährlich geschätzte 3,6 Mio. Tonnen Müll anhäufen und etwa 115 Kilogramm Gummi pro Sekunde in den Abfallstrom gelangen.

Eine zweite Forschergruppe um Drew Williams versucht aus zerkleinerten Altreifen und Asphalt einen Verbundstoff für Straßen zu entwickeln. Im Gegensatz zu herkömmlichem Asphalt soll das neue Material mit einem Asphalt-Anteil zwischen 15 bis 40 Prozent auch bei hohen Temperaturen nicht klebrig und bei tiefen Graden nicht an Elastizität verlieren.

Sandra Standhartinger | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://www.umass.edu

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