Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Effiziente Abgasfilterung für Kleinbetriebe und Kaminöfen

20.03.2007
Verfahren umweltfreundlicher und günstiger als Auto-Kats

Wissenschafter vom Forschungsinstitut für Edelmetalle und Metallchemie (FEM) und des Instituts für Energie- und Umwelttechnik (IUTA) haben einen kostengünstigen und robusten Abluftkatalysator zur Marktreife entwickelt. Gerade für Kleinbetriebe bietet er eine wirtschaftliche Möglichkeit, die Abluft umweltgerecht zu reinigen. Bisher waren Abluftreinigungsverfahren wie thermische Nachverbrennung, Adsorption oder Abgaswäsche auf die Großindustrie beschränkt. Der Oxidationskatalysator setzt nun auf eine völlig neue Technik und erlaubt auch bei begrenzten Platzverhältnissen eine effiziente Abgasfilterung.

Neben dem auszuweitenden Einsatz der umweltfreundlichen Filteranlagen in Kleinbetrieben, gilt es in Zukunft auch private Haushalte mit offenen Kaminen und Kaminöfen mit Katalysatoren auszustatten. In Deutschland gibt es über 14 Mio. holzbetriebene Kleinfeuerungsanlagen, die ebensoviel gesundheitsschädlichen Feinstaub emittieren, wie die Verbrennungsmotoren im Straßenverkehr. Der Abluftkatalysator soll hier die Emission von Staub- und Rußpartikeln um bis zu 50 Prozent reduzieren. Für die Weiterentwicklung des Metallspäne-Kats ist neben dem IUTA die Firma moreCat verantwortlich: "Noch ist eine flächendeckende Versorgung der privaten Haushalte nicht möglich. Wir stehen erst am Anfang und können noch nicht so viele Kaminöfen mit der neuen Technik ausstatten. Wir rechnen aber mit einer guten Entwicklung für die Zukunft", sagt Nic Franssens von moreCat, im Gespräch mit pressetext.

Das Trägermaterial des Katalysators besteht aus Edelstahlspänen, die als Abfallprodukt der metallverarbeitenden Industrie entstehen. Diese können mit Katalysatormetallen wie Palladium, Platin oder Nickel, die zur Reinigung der Abgase von umweltschädlichen Bestandteilen dienen, beschichtet werden. Im Gegensatz zu herkömmlichen Trägermaterialien können die Späne recycelt und immer wieder neu beschichtet werden. Dies macht den Späne-Katalysator zu einem kostengünstigeren und umweltfreundlicheren Filtergerät als den Autoabgaskatalysator.

Dass die neue entwickelte Technik auch in der betrieblichen Praxis funktioniert, zeigt sich bei der schwäbischen Firma Nonnenbacher GmbH http://www.microguss.de/ . In die Abluftleitungen von zehn Ofenanlagen zur Herstellung von Mikrogussteilen wurden die Späne-Katalysatoren eingebaut: Sie funktionieren seit 18 Monaten störungsfrei.

Hannes Richter | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.fem-online.de
http://www.iuta.de
http://www.morecat.de

Weitere Berichte zu: Abgasfilterung Kaminofen Katalysator Kleinbetrieb Trägermaterial

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Sprühtrocknung: Wirkstoffe passgenau verkapseln
01.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

nachricht Smarte Sensoren steuern Industrieprozesse von morgen
31.08.2017 | Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Höher - schneller - weiter: Der Faktor Mensch in der Luftfahrt

20.09.2017 | Veranstaltungen

Wälder unter Druck: Internationale Tagung zur Rolle von Wäldern in der Landschaft an der Uni Halle

20.09.2017 | Veranstaltungen

7000 Teilnehmer erwartet: 69. Urologen-Kongress startet heute in Dresden

20.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Drohnen sehen auch im Dunkeln

20.09.2017 | Informationstechnologie

Pfeilgiftfrösche machen auf „Kommando“ Brutpflege für fremde Kaulquappen

20.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Frühwarnsystem für gefährliche Gase: TUHH-Forscher erreichen Meilenstein

20.09.2017 | Energie und Elektrotechnik