Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

E-Bremsen für Ski und Snowboard

08.02.2002


Victor Petrenko, Ingenieur vom Eisforschungslabor des Darthmouth College, hat ein System entwickelt, um Skier und Snowboards zu bremsen. Petrenko will ein Drahtgeflecht, eine 3Volt-Batterie und einen Sensor zur elektronischen Bremse kombinieren. Bei zu hohem Tempo springt diese automatisch an, so ein Bericht des Fachmagazins New Scientist. In ersten Tests hat sich das System laut Petrenko schon bewährt. Er arbeitet mit einem Snowboard-Produzenten zusammen. Ab 2003 sollen bereits Snowboards mit E-Bremsen auf den Markt kommen.

Die Bremswirkung kommt durch die Wechselwirkung zwischen den Drähten und der Eisfläche zustande. An den beiden Längsseiten von Ski oder Snowboard werden zwei lange Drähte eingearbeitet, die an die gegensätzlichen Kontakte einer 3Volt-Batterie angeschlossen sind. So entsteht ein positiv und ein negativ geladener Draht. Alle paar Millimeter zweigen sich von diesen Hauptdrähten dünne Drähtchen ab. An der Brettunterseite entsteht so eine von einer Reihe abwechselnder Elektroden überzogene Fläche.

Das Elektrodennetz nutzt zwei unterschiedliche Eigenschaften einer Eisfläche auf dem winterlichen Untergrund. Eis ist wie Wasser ein "dielektrisches Material", das seine Ladung speichert. Bei Kontakt mit einer positiv geladenen Elektrode induziert diese eine negative Ladung ins Eis. Genau das Gegenteil passiert mit der negativen Elektrode. Da sich gegensätzliche Ladungen anziehen, zieht sich das Brett enger an das Eis, die Reibung erhöht sich und bremst das Brett ab. Unterstützt wird das System durch einen weiteren Effekt, eine Art Schmelzeffekt: Betrachtet man die Schneeoberfläche unter dem Mikroskop, ist diese von wenigen Mikrometer hohen Eiskämmen bedeckt. Treten diese mit zwei gegensätzlichen Elektroden in Kontakt, fließt ein kleiner Strom durch das Eis und lässt es schmelzen.

"Die Kontaktpunkte sind sehr klein und schmelzen innerhalb einer Millisekunde", erklärte Petrenko. Sobald der Kontakt aber durch die Bewegung des Brettes unterbrochen wird, gefriert das Wasser zwischen Boden und Ski wieder. Die Kraft, um diese Verbindung zu unterbrechen, trägt wiederum zur Bremswirkung bei. Ein Sensor am Ski oder Snowboard überwacht das Tempo des Sportlers und schaltet die "Elektrobremse" ein, sobald er zu schnell wird. Als nächstes will Petrenko ein ähnliches System in Schuhsohlen und Autoreifen integrieren.

Victor Petrenko | pte.monitor
Weitere Informationen:
http://thayer.dartmouth.edu/~icelab
http://www.newscientist.com/news/news.jsp?id=ns9999189.
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020207009

Weitere Berichte zu: E-Bremse Elektrode Ladung Ski Snowboard

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

nachricht Löschwasser mobil und kosteneffizient reinigen
18.01.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise