Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

T-Laser spürt Bombenattentäter und Krebsgeschwüre auf

12.09.2006
Italienische Nanotechnologie für Flughäfen und Kliniken

Ein dreiköpfiges Forscherteam an der Scuola Normale Superiore di Pisa hat einen Scanner entwickelt, der in weniger als 25 Sekunden nicht-metallische Gegenstände und Materialien wie Sprengstoff, Rauschgift oder Biowaffen entdeckt. Kernstück des Lasers ist eine kammförmige Nanostruktur aus Gallium-Arsenid (GaAs) und Alluminium-Gallium-Arsenid (AlGaAs), der bei Stromzufuhr eine im Frequenzbereich von 300 Gigahertz bis 3 Terahertz liegende Strahlung erzeugt und problemlos Hindernisse wie Kleidung, Mauerwerk oder Kunststoff durchdringt.

Fabio Beltram, Direktor des Zentrums für Nanotechnologie und Leiter des Projektes, ist überzeugt: "Unser Laser ist empfindlicher und zuverlässiger als jede Hundenase. Er erkennt unter Milliarden von Molekülen selbst kleinste Spuren von Explosiva und Narkotika, ohne dass sich die Strahlung auf die Gesundheit oder das Wohlbefinden der untersuchten Person auswirkt. Das gilt sogar für Stoffkontaminationen, die mehrere Tage zurückliegen. Angesichts der Kürze des Untersuchungsvorgangs lassen sich zudem lange Wartezeiten für Passagiere vermeiden."

Der zwischen Mikrowellen- und Infrarotspektrum arbeitende Laser eignet sich vor allem für den Einsatz in der Luft- und Raumfahrt, aber auch für medizinische Diagnosezwecke wie beispielsweise die Erkennung von Tumoren. Beltram geht davon aus, dass der am Institut für Nanotechnologie entwickelte Prototyp in spätestens zwei Jahren zu industriell gefertigten Serienprodukten führen wird. Zusammen mit den Forscherkollegen Alessandro Tredicucci und Rudy Köhler hat sich der 47-jährige Wissenschaftler den "T" patentieren lassen. In den Usa wird inzwischen mit finanzieller Unterstützung des Verteidigungsministeriums an einem kommerziellen Gerät für den Einsatz auf Flughäfen gerabeitet. In Grossbritannien sind auch erfolgreiche Tests zur Früherkennung von Brustkrebs durchgeführt worden.

Die Idee der Nutzung von Terahertzstrahlen stammt ursprünglich aus Russland, wo Anfang der siebziger Jahre zwei Wissenschaftler die ersten Versuche durchführten . Sie wurde anschliessend in den Vereinigten Staaten und in Deutschland weiterentwickelt. Der entscheidende Durchbruch für kommerzielle Anwendungen gelang erst in Pisa mit der Entwicklung des 0,1 x 2,0 x 0,001 Millimeter grossen Festkörpers aus Gallium-Arsenid und Alluminum-Gallium-Arsenid. Laut Fabio Beltram "ein Beitrag zur Entkräftung des Vorurteils, dass Italien keine innovative Technologien hervorbringt und keine qualifizierten Forscher anzuziehen imstande ist."

Harald Jung | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.sns.it
http://www.nest.sns.it

Weitere Berichte zu: Laser Luft- und Raumfahrt Nanotechnologie Strahlung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht UV-Kugel macht Lackieren einfach und schnell
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Vorzüge von 3D-Druck und Spritzguss kombiniert
16.03.2018 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Moleküle brillant beleuchtet

Physiker des Labors für Attosekundenphysik, der Ludwig-Maximilians-Universität und des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik haben eine leistungsstarke Lichtquelle entwickelt, die ultrakurze Pulse über einen Großteil des mittleren Infrarot-Wellenlängenbereichs generiert. Die Wissenschaftler versprechen sich von dieser Technologie eine Vielzahl von Anwendungen, unter anderem im Bereich der Krebsfrüherkennung.

Moleküle sind die Grundelemente des Lebens. Auch wir Menschen bestehen aus ihnen. Sie steuern unseren Biorhythmus, zeigen aber auch an, wenn dieser erkrankt...

Im Focus: Molecules Brilliantly Illuminated

Physicists at the Laboratory for Attosecond Physics, which is jointly run by Ludwig-Maximilians-Universität and the Max Planck Institute of Quantum Optics, have developed a high-power laser system that generates ultrashort pulses of light covering a large share of the mid-infrared spectrum. The researchers envisage a wide range of applications for the technology – in the early diagnosis of cancer, for instance.

Molecules are the building blocks of life. Like all other organisms, we are made of them. They control our biorhythm, and they can also reflect our state of...

Im Focus: Metalle verbinden ohne Schweißen

Kieler Prototyp für neue Verbindungstechnik wird auf Hannover Messe präsentiert

Schweißen ist noch immer die Standardtechnik, um Metalle miteinander zu verbinden. Doch das aufwändige Verfahren unter hohen Temperaturen ist nicht überall...

Im Focus: Software mit Grips

Ein computergestütztes Netzwerk zeigt, wie die Ionenkanäle in der Membran von Nervenzellen so verschiedenartige Fähigkeiten wie Kurzzeitgedächtnis und Hirnwellen steuern können

Nervenzellen, die auch dann aktiv sind, wenn der auslösende Reiz verstummt ist, sind die Grundlage für ein Kurzzeitgedächtnis. Durch rhythmisch aktive...

Im Focus: Der komplette Zellatlas und Stammbaum eines unsterblichen Plattwurms

Von einer einzigen Stammzelle zur Vielzahl hochdifferenzierter Körperzellen: Den vollständigen Stammbaum eines ausgewachsenen Organismus haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Berlin und München in „Science“ publiziert. Entscheidend war der kombinierte Einsatz von RNA- und computerbasierten Technologien.

Wie werden aus einheitlichen Stammzellen komplexe Körperzellen mit sehr unterschiedlichen Funktionen? Die Differenzierung von Stammzellen in verschiedenste...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Fraunhofer eröffnet Community zur Entwicklung von Anwendungen und Technologien für die Industrie 4.0

23.04.2018 | Veranstaltungen

Mars Sample Return – Wann kommen die ersten Gesteinsproben vom Roten Planeten?

23.04.2018 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zur Digitalisierung

19.04.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Moleküle brillant beleuchtet

23.04.2018 | Physik Astronomie

Sauber und effizient - Fraunhofer ISE präsentiert Wasserstofftechnologien auf Hannover Messe

23.04.2018 | HANNOVER MESSE

Fraunhofer IMWS entwickelt biobasierte Faser-Kunststoff-Verbunde für Leichtbau-Anwendungen

23.04.2018 | Materialwissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics