Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionsfreies Reinigungsverfahren für Großöltanks

24.08.2006
Zurückgewonnene Energie kann neu genutzt werden

Wissenschaftler des Instituts für Verfahrenstechnik des industriellen Umweltschutzes der Montanuniversität Leoben haben ein neues Verfahren zur umweltgerechten Reinigung von Großöltanks entwickelt. Durch den Einsatz einer speziellen Fackel ist es den Verfahrenstechnikern gelungen, die Öltanks emissionsfrei zu reinigen und die daraus zurückgewonnene Energie aufs Neue zu nutzen. Die Europäische Union hat das Verfahren als "Best Available Technique" (BAT) in ihre Richtlinie zur Vermeidung und Verminderung von Umweltverschmutzung aufgenommen. Das bedeutet, dass es als die beste und damit generell anzuwendende Technik vorgeschrieben wird. Für die Entwicklung des Verfahrens arbeitete das Institut mit den Firmen Rohrer und OMV zusammen.

"In den Großöltanks befindet sich Rohöl von den Ölfeldern, das von hier aus zu den Raffinerien gepumpt wird, um verarbeitet zu werden", erklärt Institutsvorstand Werner Kepplinger im pressetext-Gespräch. Nach längerer Betriebszeit setze sich am Boden Schlamm ab, wodurch die Reinheit des Öls verloren gehe. Die Öltanks müssen daher alle vier bis fünf Jahre gereinigt werden. "Bis vor kurzer Zeit war es dabei noch die übliche Praxis, zur Entfernung der Gase Luft durch die Mannlöcher zu blasen." Auf diese Weise wurden große Mengen an Benzindämpfen an die Atmosphäre abgegeben. Hinzukommender Nachteil war, dass der abgepumpte Schlamm einer Müllverbrennungsanlage zugeführt wurde und nicht stofflich wiederverwertet werden konnte. "Dabei ist viel Öl verloren gegangen", so Kepplinger.

Es ist den Umwelttecknikern gelungen, diese Probleme zu lösen, indem sie die Gase innerhalb des Tanks absaugen und daraufhin in einem speziellen Brenner verbrennen. Auf diese Weise können alle schädlichen Stoffe, wie etwa Benzole und höhere Kohlenwasserstoffe, thermisch in harmlose Verbindungen wie Heißwasser und Niederdruckdampf umgewandelt werden. Dabei können Emissionen vollkommen vermieden werden. Das gewonnene Heißwasser bzw. Niederdruckdampf kann darüber hinaus genutzt werden, um die Viskosität des abgepumpten Schlammes herabzusetzen. "Dadurch kann der Schlamm leichter abgepumpt und sauberes Öl rückgewonnen werden", so Kepplinger gegenüber pressetext. Dieses saubere Öl, welches bis zu mehrere tausend Tonnen pro Öltankreinigung betragen kann, sei in der Raffinerie wiederverwertbar. Auch das Heißwasser sowie der Niederdruckdampf können in das Netz der Raffinerie eingespeist werden.

Die Leobener Umwelttechniker haben schon mehrfach Verfahren entwickelt, um Produktionsvorgänge umweltgerechter zu gestalten und die Emission von Schadstoffen wesentlich zu verringern. Einige Beispiele der aktuellen Forschungstätigkeiten sind das rückstandsfreie Bierbrauen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=020904038 ), die Rauchgasreinigung bei Abgasanlagen hinter Industrieöfen (pressetext berichtete: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=020208030 ) sowie die Weiterverwertung des Abfalls von Raffineriebetrieben.

Reanne Leuning | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.vtiu.com
http://www.omv.com
http://www.rohrer-grp.com

Weitere Berichte zu: Großöltank Heißwasser Raffinerie Schlamm

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften