Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Überprüfte, vorhersagende Möglichkeiten von Modellen mit ausdampfenden Flüssigkeiten

11.08.2006
Die Beurteilungsarbeiten zielen darauf ab, dass die Zuversicht hinsichtlich der Vorhersagemöglichkeiten der Instrumente, die im Rahmen des FLIE-Projekts entwickelt wurden, erhöht wird. Die Instrumente beziehen sich auf die Modellierung der Bedingungen bei der Ausdampfungsfreisetzung, da man diesen in realistischen Industrieumfeldern begegnet.

Zu gefährlichen Situationen kann es während einer Vielzahl von industriellen Abläufen kommen, bei denen aufgrund der menschlichen Abweichung oder einfachen Fehlerhaftigkeiten in der Ausrüstung unter hohem Druck gearbeitet wird. Bei den Unfällen wird am häufigsten von einer plötzlichen Freisetzung brennbarer, unter Druck stehender Flüssigkeiten in die Umgebung berichtet. Dies ist auch bekannt als Ausdampfungsfreisetzung und kann sehr heftig, zeitweise sogar explosiv sein. Sie kann Menschen verletzen und die Sachanlagen in der Nähe der Quelle zerstören.

Von speziellem Interesse hinsichtlich des effizienten Risikomanagements im Zusammenhang mit ausdampfenden Flüssigkeiten sind die mathematischen Modelle und voraussagenden Computercodes, die bei derartigen Freisetzungen angewandt werden können. Indes sind viele Modelle verfügbar, die ein hinreichendes Verständnis für die beteiligten Prozesse darstellen und die daraus resultierenden Risiken vorhersagen. Jedoch gibt es nur wenige Modelle, die hinsichtlich der einzigartigen Bedingungen in der chemischen Industrie bewertet wurden.

Das Simulationsmodell, das im Rahmen des FLIE-Projekts entwickelt und teilweise von der europäischen Kommission finanziert wurde, wurde von der Hertfordshire Universität, einem Mitglied des Projekt-Konsortiums, systematisch und wissenschaftlich überprüft. Ziel dieser Untersuchung war es, zu bestimmen, ob derzeitige Modellierungsansätze zur Freisetzung ausdampfender Flüssigkeiten, die die Modellinstrumente der Numerischen Störungsmechanik (CFD - Computational Fluid Dynamics) nutzen, mit bewährten Richtlinien und Protokollen übereinstimmen.

Des Weiteren wurden Untermodelle herangezogen, die für andere Anwendungen in der Industrie entwickelt worden waren und bei denen ähnliche Fließvorgänge überwiegen. Diese Untermodelle wurden hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Reproduktion des Ausdampfungsmechanismus nach der zweiphasigen Streuung geprüft. Eine besondere Gewichtung lag auf den Unterprozessen der Ausdampfungsatomisierung, des Tröpfchentransports und des Ausregnens.

In Bezug auf die Bestimmung der Bedingungen für die Ausdampfungsfreisetzung, lieferte die Auswertung der bestehenden theoretischen Ansätze eine Anleitung für die Identifizierung des geeigneten Modells zur Modellierung des Fließwechsels. Bei der Auswahl vertraute man auf Datensätze, die im Rahmen des FLIE-Projekts während der Laborexperimente und der Industrieversuche gewonnen worden waren.

Bessere Ausgangsmodelle werden zu verbesserten Vorhersageinstrumenten für die Beurteilung der Gefahr im Falle einer versehentlichen Freisetzung brennbarer Flüssigkeiten beitragen. Erweiterte Prognosemöglichkeiten der Modelle zu den Ausdampfungsstrahlen werden außerdem zu direkten Anwendungen der Forschung beim Arbeitsvorgang und der Gestaltung sicherer Industrieanlagen führen, die mit brennbaren Substanzen arbeiten.

Dr. Arne Holdo | ctm
Weitere Informationen:
http://www.herts.ac.uk

Weitere Berichte zu: Ausdampfungsfreisetzung FLIE Flüssigkeit Freisetzung Modellierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops