Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Traum von Unsichtbarkeits-Tarnkappe bald Realität

02.08.2006
Optische Illusion durch Lichtbrechung möglich

Forscher haben einen Weg aufgezeigt, mit dem der Menschheitstraum einer Unsichtbarkeits-Tarnkappe Realität werden kann. Um ein Objekt unsichtbar zu machen, muss eine optische Illusion erzeugt werden, die suggeriert, dass dieses gar nicht vorhanden ist. "Man kann diesen Effekt dadurch erreichen, dass man Lichtwellen ablenkt und um das Objekt in einem umgebenden Tarnmaterial herumbeugt", erklärt Ulf Leonhardt, Professor für Theoretische Physik an der St. Andrews University in Schottland, im pressetext-Interview.

Die Herangehensweise der Forscher stellt einen neuen theoretischen Zugang zur Thematik dar. Derzeitige Techniken, die beispielsweise bei der Tarnung von militärischen Stealth-Flugzeugen zum Einsatz kommen, täuschen das Radar durch die besonders schwarze Materialoberfläche, die das Flugzeug im vom Radargerät ebenfalls schwarz angezeigten Himmel verschwinden lässt. Darüber hinaus sorgen die eckigen und kantigen Formen des Flugkörpers zusätzlich für die Reflektion von Radarstrahlen. "In diesem Sinne kann man auch nicht von echter Unsichtbarkeit sprechen sondern eher von einer Camouflage-Technik", meint Leonhardt. Die Flugzeuge bleiben zu jeder Zeit sichtbar. Allein am Radarschirm kommt die Tarnung zum Tragen.

Durch das Umleiten von Lichtwellen mithilfe spezieller Metamaterialien soll es in Zukunft erstmals möglich sein, Objekte nicht nur für das Radar sondern auch für das menschliche Auge unsichtbar zu machen. Leonhardt glaubt, dass das erste Szenario bereits in naher Zukunft Realität werden könnte, da militärische Einrichtungen ein großes Interesse an einer derartigen Technologie zeigen und die Umsetzung in technischer Greifweite liege. Die praktische Umsetzung der Theorie im visuellen Bereich sei komplizierter, im Prinzip aber auch in wenigen Jahren vorstellbar, so Leonhardt.

Als Schlüssel zum Erfolg gelten sogenannte Metamaterialien, die mithilfe winziger Nanostrukturen in der Lage sind, die Geschwindigkeit des auftretenden Lichts zu beeinflussen. Da das Licht immer den Weg der kürzesten Zeit in Anspruch nimmt, sucht es sich folglich einen Weg um das Objekt herum. Das vom transparenten Tarnmaterial umgebene Objekt wird so unsichtbar. "Natürlich gibt es praktische und materialbedingte Grenzen", räumt Leonhardt ein. So muss das Tarnmaterial, das von den Wissenschaftlern auch als passives Tarngerät beschrieben wird, zumindest einige Zentimeter dick sein. Der Größe der zu versteckenden Objekte seien hingegen kaum Grenzen gesetzt, glaubt Leonhardt.

Martin Stepanek | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.st-andrews.ac.uk

Weitere Berichte zu: Metamaterial Radar Tarnmaterial Tarnung Unsichtbarkeits-Tarnkappe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren zur Inprozesskontrolle in der Warmumformung
18.08.2017 | Fachhochschule Südwestfalen

nachricht Forschungsprojekt zu optimierten Oberflächen von Metallpulver-Spritzguss-Werkzeugen
17.08.2017 | Hochschule Pforzheim

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Topologische Quantenzustände einfach aufspüren

Durch gezieltes Aufheizen von Quantenmaterie können exotische Materiezustände aufgespürt werden. Zu diesem überraschenden Ergebnis kommen Theoretische Physiker um Nathan Goldman (Brüssel) und Peter Zoller (Innsbruck) in einer aktuellen Arbeit im Fachmagazin Science Advances. Sie liefern damit ein universell einsetzbares Werkzeug für die Suche nach topologischen Quantenzuständen.

In der Physik existieren gewisse Größen nur als ganzzahlige Vielfache elementarer und unteilbarer Bestandteile. Wie das antike Konzept des Atoms bezeugt, ist...

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

International führende Informatiker in Paderborn

21.08.2017 | Veranstaltungen

Wissenschaftliche Grundlagen für eine erfolgreiche Klimapolitik

21.08.2017 | Veranstaltungen

DGI-Forum in Wittenberg: Fake News und Stimmungsmache im Netz

21.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Neptun regnet es Diamanten: Forscherteam enthüllt Innenleben kosmischer Eisgiganten

21.08.2017 | Physik Astronomie

Ein Holodeck für Fliegen, Fische und Mäuse

21.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Institut für Lufttransportsysteme der TUHH nimmt neuen Cockpitsimulator in Betrieb

21.08.2017 | Verkehr Logistik