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Plastik aus Obst

03.07.2006
Nachwachsende Rohstoffe statt Erdöl-Produkte

Kunststoff wird in Zukunft möglicherweise aus Früchten hergestellt werden. Einem Chemikerteam von der University of Wisconsin ist es nämlich gelungen, Fruktose in eine Substanz umzuwandeln, die eine wichtige Komponente in der Kunststoffherstellung ist. Damit kann aus dem Zucker das Rohmaterial für Polystyren gewonnen werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature.

Der Chemiker James Dumesic und sein Team haben entdeckt, wie man aus der Substanz 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) Aufbaustoffe von Polyester machen kann. Das bedeutet, dass in Zukunft Plastik aus Pflanzen und nicht mehr aus Erdöl hergestellt werden kann. HMF eignet sich auch für die Herstellung von alternativen Treibstoffen. "Tatsächlich kann man aus HMF sehr viele Produkte herstellen", meint Jeff Hardy, Manager am Environmemnt, Sustainability and Energy Forum der Royal Society of Chemistry in London. "Jeder Prozess, der diese Aufbaustoffe aus erneuerbaren Ressourcen machen kann, ist gut", so der Experte.

HMF entsteht, wenn Zucker erhitzt wird. Daher ist die Substanz in vielen ultra hocherhitzten Nahrungsmitteln wie etwa Fruchtsäften, Milch oder Honig enthalten. In geringen Maßen ist sie auch nicht gesundheitsschädlich. Ein hoher HMF-Wert ist allerdings immer ein Zeichen für einen minderwertigen Honig, wie Experten erklären. Für den chemischen Prozess reicht es allerdings nicht aus, Zucker einfach zu kochen, da dabei andere unerwünschte chemische Bestandteile entstehen. "Das ist ein echtes Hexengebräu, was dabei heraus kommt", so Hardy. Es gebe andere effizientere Möglichkeiten Fruktose in HMF umzuwandeln, allerdings brauchen diese sehr viel Energie, teure Katalysatoren und organische Lösungsmittel. Das Forscherteam um Dumesic sucht daher nach besseren Methoden, die vor allem kostengünstiger sind.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

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