Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Fitness-Wurst: fettarm und lecker

24.02.2006

Anzeige


Knackige Wiener, saftiger Bierschinken und herzhafte Lyoner sind sehr beliebt. Unter der Pelle versteckt sich jedoch viel Fett. Wissenschaftler vom Fraunhofer-Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung IVV haben gemeinsam mit einem Metzgermeister ein neues Herstellungsverfahren für Wurstprodukte mit nur 2,5 Prozent Fett entwickelt.

Der Winterspeck soll weg. Wer träumt da nicht von leckeren Lebensmitteln, die beim Abnehmen helfen - zum Beispiel von Wurst ohne Fett. Konventionell hergestellte Sorten wie Fleisch- oder Leberwurst und Salami enthalten 25 bis 40 Prozent Fett. Im Handel sind fettreduzierte Wurstwaren zwar erhältlich, aber sie haben meist einen Fettgehalt von 10 bis 20 Prozent. Unter fünf Prozent Fett erreichen Wursthersteller meist nur durch Zugaben von Geflügelfleisch. Häufig schmecken Light-Produkte jedoch wenig würzig, da Fett ein Geschmacksträger ist.


...mehr zu:
Hinterschinken IVV Protein Schweinefleisch

Technisches und ernährungsphysiologisches Know-how der Forscher vom IVV und die Erfahrung des Metzgermeisters Josef Pointner in Mindelheim machen es möglich, trotz stark reduziertem Fettgehalt saftige und leckere Wurstwaren aus Schweinefleisch herzustellen. Das ist einem Herstellungsverfahren zu verdanken, das bereits zum Patent angemeldet wurde.

Das Grundrezept von Wurst sieht meist so aus: 50 Prozent Schweinefleisch, 30 Prozent Schweinespeck, Salz, Gewürze. In Geflügel- und Rindswürsten ist zusätzlich noch Geflügel und Rindfleisch enthalten. Weniger Fett enthalten Produkte wie roher oder gekochter Schinken. Sie genießen ein besonders hohes Ansehen bei den Verbrauchern. Folglich wurde ein neues Wurstwaren-Sortiment aus ausgewählten Stücken des Hinterschinkens entwickelt.

Dr. Peter Eisner, Projektleiter am IVV, erklärt die Zusammensetzung der Fitnesswurst: "Wurst ist chemisch betrachtet eine Mischung aus einer Emulsion und einem Gel - fein verteiltes Fett und Wasser bilden die Emulsion, Wasser und Protein ein Gel. Metzger fügen üblicherweise Speck, Schwarten, Knorpel und vieles mehr dazu, um die gewünschte Konsistenz zu erhalten. Die für die Festigkeit der Wurst notwendigen Proteine stecken in den Fleischfasern." Die Herausforderung für die Forscher war, trotz des fehlenden Fettes saftige Wurst mit knackig frischem Biss zu entwickeln, denn ohne Fett wird die Wurst meist trocken und bröselig. "Wir verwenden ausschließlich Hinterschinken, der besonders reich an gesunden Proteinen ist und nur 2,5 bis 3 Prozent Fett enthält. Das Fleisch wird im Kutter, einer Zerkleinerungsmaschine, schonend zerfasert. Durch das neue Verfahren bleiben die wertvollen Proteine erhalten und bestimmen maßgebend Geschmack und Konsistenz der neuen Wurstprodukte. Die Herstellung ist effizient und kostengünstig," beschreibt Eisner das Verfahren.

Auch mit herkömmlichen Wurstmaschinen können Fleischereien die neuartige fettarme Wurst herstellen. Weniger als 100 Kalorien pro 100 Gramm versprechen einen leichten Genuss bei optimaler Proteinversorgung. Besonders cremig werden Koch- und Streichwürste durch den Zusatz pflanzlicher Zutaten, wie beispielsweise Lupinenprotein. Die Verbraucher können sicher sein, dass die Wurst nur Fleisch aus Hinterschinken enthält.

Die Frage, wann die "Fitness-Wurst" bundesweit in den Regalen zu finden sein wird, ist noch offen. Die Forscher am IVV suchen derzeit nach zuverlässigen Partnern für die Herstellung und die Vermarktung der neuen Wurstgeneration.

Marion Horn | Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft
Weitere Informationen: www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2006/02/Presseinformation24022006.jsp

Weitere Berichte zu: Hinterschinken IVV Protein Schweinefleisch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Chemische Prozesse in Zeitlupe untersuchen
01.02.2012 | TU Kaiserslautern

nachricht Fuel from market waste
01.02.2012 | Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB

Alle Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert


Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst

Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...

Im Focus: Datenspeicher mit Lachs-DNA und Nano-Silber


Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.

Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.

Das System ...

Im Focus: VLT liefert detailreichstes Infrarotbild des Carinanebels


Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.

Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.

Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...

Im Focus: Automatisch Lücken im Funkspektrum erkennen


Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.

Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...

Im Focus: Bronze-Matrjoschka: hocheffiziente Katalysatoren und Nanoröhrchen mit ungewöhnlicher Symmetrie


Eine Puppe in der Puppe und noch eine drumherum – so erklärt Thomas Fässler seine Moleküle: Er packt ein Atom in einem Käfig in noch ein weiteres Atomgerüst.

Mit ihrer großen Oberfläche könnten solche Strukturen als hocheffiziente Katalysatoren dienen. Wie bei dem russischen Holzspielzeug sitzt ganz innen drin ein einzelnes kleines Zinnatom, eingepackt in eine Hülle aus zwölf Kupferatomen, und diese ist nochmals umgeben von weiteren 20 Zinnatomen.

In der Arbeitsgruppe von Professor Fässler am Institut für Anorganische ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Zwerggalaxie hat großen Hunger

08.02.2012 | Physik Astronomie

Anti-Angst-Hormon Oxytocin wird gezielt an seine Wirkorte im Gehirn transportiert

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

Obstacles No Barrier to Higher Speeds for Worms

08.02.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

»Jede Sekunde zählt« Erster Internationaler Kongress zu Rettungsdienstsystemen in Neu Delhi

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Bauwerke gebrauchstauglich halten

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft im Dialog-Veranstaltungen im Wissenschaftsjahr 2012

08.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp