Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erhöhung der mikrobiologischen Sicherheit in der europäischen Lederindustrie

06.01.2006


Im Rahmen des MICROSTAT-Projekts wurden vier mikrobielle Kontrollverfahren bewertet mit dem Ziel, durch Fäulnis verursachte Schäden am Rohstoff der Lederindustrie zu verhindern.



Herkömmliche Methoden zur Konservierung des Rohstoffes basieren zu einem Großteil auf der Nutzung von Salz, was wiederum negative Auswirkungen in wasserarmen Ländern oder in Gebieten mit entsprechenden Beschränkungen haben kann. Auf der Suche nach alternativen Verfahren für die Kontrolle und den Nachweis von Mikroben richtete sich das MICROSTAT-Projekt auf die Eindämmung der Nutzung von Salz als Konservierungsmittel sowie der damit verbundenen Abhängigkeit von diesem Stoff. Dies könnte positive Auswirkungen auf die Umwelt haben, da die Abwässer der Gerbereien dann weniger mit Salz belastet werden.

... mehr zu:
»Bakterie »Lederindustrie »Rohstoff


Um dieses Projektziel zu erreichen, wurden vier mikrobielle Kontrollverfahren bewertet. Dazu gehörten Trisodiumphospat (TSP), Nisin, Kühlungsprozesse sowie Borsäure. Diese wurden bereits in anderen Industriesektoren, besonders aber im Lebensmittelbereich, verwendet, um Mikroorganismen abzubauen, die Schäden an Rohstoffen anrichten können. Die Verfahren wurden sowohl einzeln als auch in Kombination mit Salz bewertet, um die Eignung jedes Verfahrens als alternative Konservierungsmethode gegenüber Salz einschätzen zu können.

Beim Einsatz von TSP zeigte sich in Kombination mit einer Salznutzung von 10% oder 20%, dass die Zahl der Bakterien beachtlich zurückging, allerdings ist die Nutzung noch immer sehr teuer. Eine Behandlung mit Borsäure kam ebenfalls nicht in Frage, da die Anzahl der Bakterien, die Collagenase produzieren, nicht wie gewünscht reduziert werden konnte. Bei der Anwendung von Kühlprozessen zeigte sich eine Verzögerung im Anstieg der Bakterienzahlen. Durch eine Kühlung bei 4°C beispielsweise wird die Zeit vor der Bakterienentstehung auf über einen Tag ausgedehnt.

Die Behandlung mit Nisin jedoch erwies sich als sehr effektives Verfahren zur Verringerung der Bakterienzahlen, besonders was Pseudomonas-Bakterien betrifft. Bei Kombination mit Salz bietet diese Methode einen ähnlich hohen und sogar noch besseren Schutz vor Bakterien als die alleinige Anwendung von Salz. Es besteht Interesse an einem Lizenzabkommen mit einem Hersteller von Nisin, der die Anwendung bei Schlachthöfen und Lederunternehmen vermarkten kann. Ebenso wird die weitere Forschung und Entwicklung mit einem F&E-Institut angestrebt, um weitere mögliche Bakteriozine auf ihre Wirksamkeit hin zu bewerten.

Karl Hartung | ctm
Weitere Informationen:
http://www.blcleathertech.com

Weitere Berichte zu: Bakterie Lederindustrie Rohstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Kleben ohne Klebstoff - Schnelles stoffschlüssiges Fügen von Metall und Thermoplast
22.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics