Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Asphaltrecycling

21.12.2005


Teer, das für Asphalt im Straßen- und Autobahnbau verwendet wird, besteht aus einer komplexen Mischung von Verbindungen, die zum Großteil giftig sind. Fortschritte bei analytischen Verfahren erlauben nun die akkurate Bestimmung der Menge dieser Verbindungen, um diese sicher wiederverwenden oder entsorgen zu können.



Bei PAKs (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) handelt es sich um Mischungen von organischen Verbindungen, die verschmolzene aromatische Ringe enthalten. Diese allgegenwärtigen Schadstoffe haben eine geringe Löslichkeit und eine hohe Toxizität und können biologisch nur sehr langsam abgebaut werden. Einige dieser Stoffe sind als Krebserreger bekannt. In Rohöl sind hohe PAK-Konzentrationen enthalten, weshalb diese Substanzen auch in Kohleteer zu finden sind, der für Asphalt verwendet wird. Auch Phenole, eine weitere Gruppe von organischen Verbindungen in Asphalt, sind giftig. Der akkurate Nachweis der Konzentrationen dieser Verbindungen in Asphalt ist von besonderer Bedeutung, wenn man sich der Toxizität dieser Stoffe und deren möglicher Wiederverwendung widmen will.



Für PAKs wurden deshalb eine Methode, die die High Performance Liquid Chromatography (HPLC) nutzt, sowie ein Diodenarray-Detektor entwickelt. Anfänglich wird die Asphaltprobe in einer Soxhlet-Extraktion mit einem Lösungsmittel erhitzt, um die PAKs zu entziehen. Nachdem dies geschehen ist, wird das Lösungsmittel in die HPLC-Säule eingespritzt. Unter spezifischen Bedingungen konnten 16 PAKs erfolgreich identifiziert werden. Das Verfahren ergab erfreuliche Rückgewinnungswerte zwischen 81 und 99%. Bei der entwickelten Methode handelt es sich damit um ein effizientes qualitatives Verfahren, das die Bestimmung von 16 PAKs in Asphalt ermöglicht.

Für die Quantifizierung allerdings hat sich eine andere Technik, die Gaschromatographie/Massenspektroskopie (GC/MS) als genauer erwiesen. Dieses Verfahren erbrachte aber Ergebnisse, die 50% unter den mit HPLC gewonnenen Ergebnissen lagen. Da die MS einen selektiveren Nachweis erlaubt und das GC/MS-System eine bessere Auflösung bietet, wurde die PAK-Quantifizierung für die verbleibende Dauer des Projekts unter Verwendung von GC/MS durchgeführt.

Für die quantitative Bestimmung von Phenolen wurde außerdem eine HPLC-Methode mit Soxhlet-Vorbehandlung entwickelt. Die Asphaltprobe wurde mit einem Lösungsmittel entzogen, der Auszug wurde in einer alkalinen Phase gereinigt, dann neutralisiert und in die HPLC-Säule eingespritzt. 10 Phenole konnten erfolgreich nachgewiesen und durch externe Kalibrierung quantifiziert werden. Dabei wurden Rückgewinnungswerte zwischen 34 und 100% erreicht.

Es besteht also durchaus ein Potenzial für die Einschätzung der Toxizität von Asphalt. Mit weiteren Arbeiten könnten diese Verfahren zu einem Routine-Analyseverfahren erweitert werden, mit dem noch mehr ökologisch sinnvolle Optionen wie beispielsweise das Recycling von Asphalt in Betracht gezogen werden können.

Dr. Frank Steiner | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de/en/

Weitere Berichte zu: Asphalt Bestimmung Lösungsmittel PAK Toxizität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Bioverfahrenstechnik - Mit Kugeln optimal messen
01.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Elektronische Nanosysteme

nachricht Neues Verfahren für zukünftige Batterien
29.11.2017 | Hochschule Aalen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie