Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Oberflächen im Stereoblick

08.10.2001


Bei der Produktion von Kraftfahrzeugteilen beurteilen Arbeiter deren Oberflächen visuell oder durch Ertasten. Denn richtig sichtbar werden Beulen, Dellen und Einschlüsse im Metall erst nach dem Lackieren. Ein optisches Messverfahren macht selbst kleinste Fehler erkennbar.


Mit dem neuen Messverfahren werden Defekte der Oberfläche im Bereich von Mikrometern erkennbar. Das projizierte Streifenmuster dient dazu, die stereoskopischen Teilbilder zur Deckung zu bringen. ©Fraunhofer IFF



Eine Nobelkarosse zweiter Wahl gibt es nicht. Eine unregelmäßig lackierte Waschmaschine mag dank des Preisnachlasses noch einen Käufer finden; bei der Produktion von Fahrzeugen werden sichtbar fehlerhaft lackierte Metallteile nicht akzeptiert und daher nachbearbeitet oder aussortiert. Damit es gar nicht erst so weit kommt, versuchen Arbeiter am Fließband kleine Einschlüsse, Kratzer, Beulen oder Dellen bereits vorher visuell zu erkennen und zu ertasten. Denn richtig sichtbar werden solche Fehlstellen von rohen oder geschliffenen Metalloberflächen erst, nachdem sie lackiert wurden. Selbst wenn die Fehler nur wenige Mikrometer klein sind, lassen sie sich noch mit einem neuen optischen Prüfverfahren entdecken. Gebaut wurde die Demonstrationsanlage von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF gemeinsam mit dem Unternehmen FER Bildverarbeitungs GmbH in Magdeburg. Es setzt zwei patentierte Auswerteverfahren eines Magdeburger Technologie-Providers kombiniert ein.



"Der stereoskopische Blick der menschlichen Augen diente uns als Vorbild", beschreibt Wirtschaftsingenieur Claudius Borgmann, Projektleiter im Geschäftsbereich Unternehmensstrategie und -gestaltung, das Messprinzip. "Wir haben jedoch die Augen durch zwei hochauflösende CCD-Kameras ersetzt, die das Messobjekt unter einem bestimmten Winkel aufnehmen. Ein auf die Oberfläche projiziertes Streifenmuster ermöglicht es, die beiden Teilbilder im Computer zur Deckung zu bringen. Dank der ausgefeilten Algorithmen erscheint am Monitor schließlich ein Bild der Oberfläche, in dem Fehlstellen wie in einer Reliefkarte der Erdoberfläche beliebig überhöht dargestellt werden können." Noch dauert es etwa zwei Minuten, bis ein vierzig mal vierzig Zentimeter großes Messfeld am Bildschirm erscheint. Doch können so bereits Fehler erkannt werden, die in der konventionellen Qualitätskontrolle überhaupt nicht aufgefallen wären.

In näherer Zukunft soll die Anlage so erweitert werden, dass die Teile automatisch zugeführt und vermessen werden. Als Fernziel schwebt den Wissenschaftlern vor, dass ein System mit erhöhter Aufnahme- und Bildauswertungsgeschwindigkeit direkt in den Produktionsablauf integriert wird. Dann ließen sich nicht nur Stichproben, sondern die Oberflächen sämtlicher Teile auf ihre Güte hin kontrollieren.

Ansprechpartner:
Dipl.-Wirtsch.-Ing. Claudius Borgmann
Telefon: 03 91/40 90-8 01, Fax: 03 91/40 90-8 30,
E-Mail: claudius.borgmann@iff.fhg.de


Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iff.fhg.de/
http://www.fraunhofer.de/german/press/md

Weitere Berichte zu: Beule Delle Einschlüsse Fehlstelle Stereoblick

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Messanlage für ZF-Werk in Saarbrücken
21.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP

nachricht Startschuss für EU-Projekt: Charakterisierung der Schweißraupe für adaptives Laserauftragschweißen
15.11.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Metamaterial mit Dreheffekt

Mit 3D-Druckern für den Mikrobereich ist es Forschern des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) gelungen ein Metamaterial aus würfelförmigen Bausteinen zu schaffen, das auf Druckkräfte mit einer Rotation antwortet. Üblicherweise gelingt dies nur mit Hilfe einer Übersetzung wie zum Beispiel einer Kurbelwelle. Das ausgeklügelte Design aus Streben und Ringstrukturen, sowie die zu Grunde liegende Mathematik stellen die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der renommierten Fachzeitschrift Science vor.

„Übt man Kraft von oben auf einen Materialblock aus, dann deformiert sich dieser in unterschiedlicher Weise. Er kann sich ausbuchten, zusammenstauchen oder...

Im Focus: Proton-Rekord: Magnetisches Moment mit höchster Genauigkeit gemessen

Hochpräzise Messung des g-Faktors elf Mal genauer als bisher – Ergebnisse zeigen große Übereinstimmung zwischen Protonen und Antiprotonen

Das magnetische Moment eines einzelnen Protons ist unvorstellbar klein, aber es kann dennoch gemessen werden. Vor über zehn Jahren wurde für diese Messung der...

Im Focus: New proton record: Researchers measure magnetic moment with greatest possible precision

High-precision measurement of the g-factor eleven times more precise than before / Results indicate a strong similarity between protons and antiprotons

The magnetic moment of an individual proton is inconceivably small, but can still be quantified. The basis for undertaking this measurement was laid over ten...

Im Focus: Reibungswärme treibt hydrothermale Aktivität auf Enceladus an

Computersimulation zeigt, wie der Eismond Wasser in einem porösen Gesteinskern aufheizt

Wärme aus der Reibung von Gestein, ausgelöst durch starke Gezeitenkräfte, könnte der „Motor“ für die hydrothermale Aktivität auf dem Saturnmond Enceladus sein....

Im Focus: Frictional Heat Powers Hydrothermal Activity on Enceladus

Computer simulation shows how the icy moon heats water in a porous rock core

Heat from the friction of rocks caused by tidal forces could be the “engine” for the hydrothermal activity on Saturn's moon Enceladus. This presupposes that...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungen

Forschungsschwerpunkt „Smarte Systeme für Mensch und Maschine“ gegründet

24.11.2017 | Veranstaltungen

Schonender Hüftgelenkersatz bei jungen Patienten - Schlüssellochchirurgie und weniger Abrieb

24.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mathematiker-Jahrestagung DMV + GDM: 5. bis 9. März 2018 an Uni Paderborn - Über 1.000 Teilnehmer

24.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Maschinen über die eigene Handfläche steuern: Nachwuchspreis für Medieninformatik-Student

24.11.2017 | Förderungen Preise

Treibjagd in der Petrischale

24.11.2017 | Biowissenschaften Chemie