Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Köpfchen hämmern

23.11.2005


Der Roboter hämmert in etwa einer Stunde eine vergleichsweise einfache Form in ein 30 x 30 Zentimeter großes Blech. Er benötigt dazu keine Gegenform, sondern lediglich die CAD-Daten. © Fraunhofer IPA


Mit Rapid-Prototyping-Verfahren lassen sich in kurzer Zeit Werkzeuge, Bau- und Blechteile als Unikate oder in Kleinserien herstellen und modifzieren. Auf der Messe EuroMold präsentieren Forscher ein Verfahren, mit dem sich etwa 3-D-Portraits in Motorhauben dengeln lassen.

... mehr zu:
»Blech »Design »IPA »Roboter »Umformverfahren

Bei der Fertigung von Teilen für Automobile, Luft- und Raumfahrzeuge setzt die Industrie verstärkt auf Rapid-Prototyping-Verfahren. Diese arbeiten mit einem CAD-Modell oder auch mit dem Scan eines realen Gegenstands, die im Computer einfach verändert und optimiert werden können. Ist das virtuelle Objekt fertig, materialisiert eine Maschine den 3-D-Prototypen. Um Bleche auch in kleinen Serien von typischerweise bis zu 200 Stück herzustellen, eignen sich inkrementelle Umformverfahren besonders gut.

Inkrementelle Blechumformung bedeutet, ein Blech in kleinen Schritten zurecht zu hämmern oder zu drücken. Bei der hämmernden Variante des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA führt ein Roboter einen oszillierenden Metallstempel in Runden über das eingespannte Blech. Surrend arbeitet er so die Computervorlage schrittweise und reliefartig heraus. Knapp eine Viertelstunde genügt, um ein CAD-Objekt von 10 x 10 Zentimetern Größe umzusetzen. Die Grenzen des Verfahrens diktieren die herzustellenden Formen: Das hämmernde Umformverfahren eignet sich eher für runde Konturen, während bei eckigeren und steilen Flanken über 60 Grad das Tiefziehen besser geeignet ist. Hierfür müsste allerdings kostenintensiv ein neues Presswerkzeug hergestellt werden.


Mit dem Verfahren lassen sich auch Serienteile ohne großen Aufwand individuell anpassen. Kunden mit hohen Ansprüchen können etwa ein Logo als Relief auf der Motorhaube oder einen Schriftzug auf dem Kotflügel ihres Autos verewigen. Ebenso können Ecken und Kanten für ein sportlicheres Design hinzugefügt werden. Vorteilhaft ist das Verfahren auch bei Show Cars, die nicht in die Massenproduktion gehen.

Die IPA-Forscher setzen ihr patentiertes Verfahren bereits bei zwei großen Automobilherstellern ein. Wie Bleche derart umgeformt werden, können Besucher auf der EuroMold in Frankfurt erfahren. Auf der weltweit führende Fachmesse für Werkzeug- und Formenbau, Design und Produktentwicklung sind Forscher der Fraunhofer-Allianz Rapid Prototyping vom 30. November bis 3. Dezember in Halle 8 am Stand M122-L113 vertreten. "Derzeit geht die Entwicklung zu immer kürzeren Produktlebenszeiten, immer kleineren Serien und immer komplexeren Geometrien", betont Timo Schäfer vom IPA. "Mit dem Projekt ’Roboshaping’ liegen wir genau in diesen Trend. Mit unserem weltweit einzigartigen Umformverfahren fertigt der Roboter gewünschte Bauteile schnell, individuell und ohne großen technischen Aufwand."

Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. Timo Schäfer
Telefon: 07 11 / 9 70-12 21, Fax: -10 08
timo.schaefer@ipa.fraunhofer.de

MEng.BA Achim Breckweg
Telefon: 07 11 / 9 70-12 96
achim.breckweg@ipa.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.roboshaping.de
http://www.rapidprototyping.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Blech Design IPA Roboter Umformverfahren

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Ausweg aus dem Chrom-Verbot
30.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften