Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Neues Konzept für Elektro-Recycling: Geräte, die sich selbst zerlegen

28.09.2001


"ComputerPartner": Intelligente Metalle lösen Plastikverbindungen ab

Jedes Jahr werden allein in Deutschland rund zwei Millionen Computer, drei Millionen Faxgeräte und mehr als sechs Millionen Telefone und Handys entsorgt, Tendenz steigend. Sinnvolle Recyclingkonzepte werden immer notwendiger. Nach einem Bericht des IT-Fachhandelsmagazins "ComputerPartner" wollen Forscher nun Geräte entwickeln, die sich nach ihrer Ausmusterung selbst zerlegen.

Ein Entwicklungsteam hat innerhalb des von der EU und der Industrie geförderten Forschungsprojekts bereits ein Handy entwickelt, das sich selbst zerlegt. Die Technik: Die Klammern, die die einzelnen Plastikschalen zusammenhalten, werden aus einem sogenannten Gedächtnismetall hergestellt. Als solches wird eine Legierung bezeichnet, die in kaltem Zustand beliebig verformt werden kann, bei Erhitzung aber wieder ihre ursprüngliche Form annimmt, berichtet "ComputerPartner". So können aus "intelligenten" Metallstreifen Haltewinkelklammern für Plastikgehäuse von Handys gebogen werden. Erhitzt man nun ein ausgedientes, zu recycelndes Handy, öffnen sich die Klammern und die Halbschalen fallen von allein auseinander.

Mehrere dieser Klammern, die bei unterschiedlichen Temperaturen reagieren, erlauben nun eine automatische Trennung der einzelnen Bestandteile von Elektronikgeräten. So sei ein Fließband denkbar, auf dem ein Altgerät unterschiedliche Temperaturzonen durchläuft. Hier zerlegt sich Elektronikschrott automatisch und die sortenreinen Kunststoffe können an den verschiedenen Temperaturzonengrenzen eingesammelt und verwertet werden.

Nach Ansicht der Wissenschaftler sei mit marktreifen Produkten dieser Art erst im Jahr 2010 zu rechnen. "ComputerPartner" weist dabei darauf hin, dass sich die Hersteller auf einen gemeinsamen Standard einigen sollten, damit auch Geräte verschiedener Fabrikate in derselben Anlage vollautomatisch recycelt werden können.

Hans-Jürgen Humbert | ots

Weitere Berichte zu: Elektro-Recycling Handy

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

nachricht Smarte Rollstühle, vorausschauende Prothesen
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Highlight der Halbleiter-Forschung

20.02.2018 | Physik Astronomie

Wie verbessert man die Nahtqualität lasergeschweißter Textilien?

20.02.2018 | Materialwissenschaften

Der Bluthochdruckschalter in der Nebenniere

20.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics