Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf dem Prüfstand: die Montage von Eisenbahnzügen

15.09.2005


Studenten der Fertigungstechnik analysieren bei Siemens die Montage von Regionalzügen für England



Wenn im nächsten Jahr im Norden Englands 51 neue Desiro Regionalzüge, der Transpennine Express, mit bis zu 160 km/h über die Schienen rauschen, steckt darin auch ein Stückchen know-how von Krefelder Studenten der Fertigungstechnik. Aziz Inalkac (26) und Sergey Amirkhanov (29) befassen sich derzeit bei Siemens Transportation Systems im Werk Krefeld-Uerdingen mit Fragen der Montageoptimierung und Prozessverbesserung bei diesem 312-Millionen-Euro-Auftrag. Während die Studenten bei der Anfertigung ihrer Diplomarbeiten an der Hochschule Niederrhein schon einmal zeigen können, was sie als fast fertige Ingenieure bereits können, profitiert das Unternehmen von der detaillierten Bearbeitung von sehr speziellen Fragestellungen. "Den Nutzen haben die Studenten und Siemens in gleichem Maße", sagt Roland Valerius, im Kompetenzzentrum Technologie von Siemens verantwortlich für Fügeprozesse und die Betreuung der Studenten. "Wir stellen hohe Ansprüche an die Qualität der Arbeitsergebnisse, Initiative und Engagement unserer Werkstudenten. Deswegen landen ihre Vorschläge bei uns auch nicht in der Schublade."

... mehr zu:
»Montage »Prüfstand


Auf offene Ohren stößt zum Beispiel, was der aus Kasachstan stammende Sergey Amirkhanov nach Analyse des Montagekonzeptes der zweiflügeligen Fahrzeugtüren, die von einem Zulieferer kommen, angeregt hat. Durch einige Änderungen im Montageablauf könne vermieden werden, dass sich die justierten Fahrzeugtüren im Laufe der nachfolgenden Montageschritte ungeplant verstellen. Denn eine "natürliche" Verformung, hervorgerufen durch das Gewicht der montierten Komponenten am Wagenkasten, so der Student mit russischem Diplom-Titel, sei bekannt und im Montageprozess relativ normal. Somit können zusätzliche Aufwände vermieden werden. Auch konstruktive Änderungen bei den Lieferteilen trügen zur Einsparung von Zeit und Kosten bei.

Auf eine Verbesserung der Durchlaufzeiten zielen auch die Vorschläge von Aziz Inalkac. Der aus der Türkei stammende Diplomand, der bereits als Werkstudent bei Siemens Praxisluft schnupperte, befasste sich speziell mit der Inbetriebsetzung der Züge. In diesem Prozessschritt wird der Wagen auf das Fahrwerk aufgesetzt und vermessen, sowie abschließend nach strengen Vorgaben genau geprüft. Wichtig im Hinblick auf Langlebigkeit und Sicherheit ist insbesondere eine gleichmäßige Lastverteilung auf das Drehgestell. "Die genormten zulässigen Abweichungen werden bei Siemens um ca. 50 Prozent unterschritten", ist der Diplomand stolz auf "sein" Unternehmen. Wichtig sei, dass man bei der Suche nach Optimierungspotentialen den gesamten Wertschöpfungsprozess im Blick habe.

Und dann muss er am Ende des Interviews schnell weg. Sein russischer Kommilitone erklärt warum: "Er hat einen neuen Verbesserungsvorschlag und möchte mit den zuständigen Konstrukteuren diskutieren, was noch verbessert werden könnte." Um den Ingenieurnachwuchs aus Krefeld muss einem angesichts dieser Initiativfreudigkeit offensichtlich nicht bange sein, freut sich auch Prof. Dr. Hans-Jürgen Helwig, der die beiden "Diplom-Arbeiter" an der Hochschule betreut.

Rudolf Haupt M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-niederrhein.de/

Weitere Berichte zu: Montage Prüfstand

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Innovation macht 3D-Drucker für kleinere und mittlere Unternehmen rentabel
24.03.2017 | Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm

nachricht Neues energieeffizientes Verfahren zur Herstellung von Kohlenstofffasern
13.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit