Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Horizontal und vertikal bohren und fräsen

08.09.2005


Die Einrichtung eines Labors für Spanende Fertigungstechnik an der Hochschule Aalen ist den regionalen Firmen Alfing Kesser, GSA, Kessler, Leitz, MAPAL und der Trude Eipperle-Rieger Stiftung ein großes Anliegen. Schließlich ist Deutschland Weltmarktführer auf dem Gebiet der Werkzeugmaschinen und Zerspanungswerkzeuge, woran die Industrieunternehmen der Region einen großen Anteil haben. Deshalb haben sie im Studiengang Fertigungstechnik der Hochschule Aalen einen Lehrstuhl für Spanende Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen gestiftet. Der Inhaber des Stiftungslehrstuhls, Prof. Dr. Eckehard Kalhöfer, ist dem Anliegen der Firmen nachgekommen: Zwei neue Bearbeitungszentren komplettieren nun das ersehnte Zerspanungslabor.



Von einer "zerspanungsintensiven Region", die sich nicht nur auf die Stiftungsgeber beschränkt, spricht Prof. Dr. Kalhöfer im Hinblick auf die Bedeutung des Zerspanungslabors und seiner neuen Errungenschaften für den Industriestandort Ostalb. Beide Bearbeitungszentren ergänzten sich ideal. Das eine, ein Bearbeitungszentrum von der Firma Hermle, eignet sich zur Fräs- und Bohrbearbeitung von Stahl und Guss und arbeitet mit hohen Drehmomenten. Das andere ist eine Leihgabe der Firma Alfing, das zur Bearbeitung von Leichtmetallen bei höherer Drehzahl aber geringerem Drehmoment geeignet ist. Der Geschäftsführer der Alfing Kessler Sondermaschinen GmbH, Dr. Stefan Hansch, übergab das Bearbeitungszentrum nun offiziell im Beisein der Stiftungsgeber an Prof. Dr. Kalhöfer.

... mehr zu:
»Fertigungstechnik »Werkzeug


An den Bearbeitungszentren können nun Studierende ihre Studien- und Diplomarbeiten zur Zerspanungstechnik an einer Maschine machen. "Für uns ist es wichtig, dass die Absolventen der Hochschule praktische Erfahrung bei der Zerspanung gesammelt haben", sagte Dr. Hansch stellvertretend für die anwesenden Vertreter aus der regionalen Industrie. Die Bearbeitungszentren sollen laut Prof. Dr. Kalhöfer nicht nur im Studiengang Fertigungstechnik eingesetzt werden.

Den Studierenden kann man an den beiden Bearbeitungszentren auch die verschiedenen Maschinenkonzepte illustrieren, so der Stiftungsprofessor. Während das Exemplar von Hermle im Werkzeug- und Formenbau darauf ausgerichtet ist, Einzelteile zu produzieren, liegt im Bearbeitungszentrum von Alfing eine Serienmaschine vor. Letztere arbeitet mit zwei Spindeln, die im Wechsel das Bauteil bearbeiten. In der Serienfertigung nimmt die Zeit für den Werkzeugwechsel bei manchen Werkstücken viel Raum ein. Wenn nun die eine Spindel das Werkzeug wechselt, während die andere ihre Dienste verrichtet, reduziert sich die kostentreibende Zeit stark. "Meines Wissens besitzt keine andere Hochschule in Deutschland ein zweispindliges Bearbeitungszentrum", erklärte Prof. Dr. Kalhöfer stolz.

Eine weitere Besonderheit der beiden Maschinen liegt darin, dass bei ihnen sowohl die konventionelle Kühlschmierung zum Einsatz kommt als auch die Minimalmengenschmierung, bei der mit Druckluft kleine Schmierstofftröpfchen an die Bearbeitungsstelle gebracht werden und zwar einesteils von außen durch Düsen, andernteils auch durch dünne Kanäle direkt durch das Werkzeug selbst. "Den Studierenden stehen nun hochmoderne Apparaturen für die Bearbeitung und Messung von Stahl, Guss- und Leichtmetallen zur Verfügung", freute sich Prof. Dr. Kalhöfer.

Doch auch für die angewandte Forschung werden die neuen Zentren eingesetzt, zum Beispiel zur Erforschung der Bearbeitung von rostfreien Stählen. Diese haben die unangenehme Eigenschaft, von Hause aus schon sehr zäh zu sein, so dass sich lange Späne bilden und entsprechend große Kräfte auftreten. Zudem verfestigen sich rostfreie Stähle bei ihrer Bearbeitung, so dass das eingesetzte Werkzeug schnell verschleißt. Somit darf die "zerspanungsintensive Region" nicht nur mit erfahrenen Absolventen, sondern auch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen auf dem Gebiet der spanenden Fertigungstechnologien rechnen.

Dr. Marc Dressler | idw
Weitere Informationen:
http://www.fh-aalen.de

Weitere Berichte zu: Fertigungstechnik Werkzeug

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Kleben ohne Klebstoff - Schnelles stoffschlüssiges Fügen von Metall und Thermoplast
22.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

nachricht Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke
15.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics