Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Werkstoffe agieren wie Nerven und Muskeln

13.06.2005


Die Serienproduktion mechatronischer Produkte ist im Kommen. Neben neuen Einspritzsystemen und Ventilen für Dieselmotoren realisieren Fraunhofer-Forscher mit sächsischen Unternehmen wirtschaftliche und prozesssichere Anlagen mit selbst regelnden Systemen. Mitarbeiter des Clusters sind vom 21. bis 23. Juni auf der Messe "Z" in Leipzig vertreten.



Wolken aus Dieselruß werden im Straßenverkehr seit jeher ungern gesehen. Sie treten vor allem dann auf, wenn der Fahrer Vollgas gibt. Um Abhilfe zu schaffen, befassen sich Werkstoffforscher, Sensorexperten und Systemintegratoren seit geraumer Zeit mit Alternativen zur herkömmlichen Technik. Verbrennt der Motor den Kraftstoff effizienter, so sinkt der Anteil an Rückständen und der Wirkungsgrad steigt. Dies setzt unter anderem eine Einspritzpumpe voraus, die sehr genau dosiert und die sich möglichst schnell an die Betriebszustände des Motors und dessen Kraftstoffbedarf anpasst.

... mehr zu:
»Cluster »Maschinenbau »Mechatronik


Den Schritt zu elektronisch gesteuerten Pumpen und Düsen hat die Autoindustrie bereits vollzogen. Noch effizientere Lösungen werden von der Mechatronik erwartet, also von hybriden mechanisch-elektronischen Systemen. In besonderen Fällen handelt es sich um Stellglieder (Aktoren), die gleichzeitig über sensorische Eigenschaften verfügen. Am bekanntesten sind piezoelektrische Keramiken, wie sie als Zünder in Feuerzeuge eingebaut werden: Mechanische Druckstöße rufen in ihnen elektrische Spannungen oder gar einen Zündfunken hervor. Umgekehrt bewirken etwa Wechselspannungen Vibrationen - ein Effekt, der in Piezolautsprechern genutzt wird. In Motoren erhalten solche "intelligenten" Aktoren ihre Anweisungen von Mikroprozessoren, die auch Daten anderer Sensoren berücksichtigen.

Mehr "Intelligenz" für Werkstoffe, Bauteile, Maschinen und Anlagen ist das Ziel des ersten regionalen Innovationsclusters der Fraunhofer-Gesellschaft. Ihr Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz rief es Mitte April unter dem Namen "Mechatronischer Maschinenbau" ins Leben. Sechs Unternehmen aus Sachsen haben sich bereits als Kooperationspartner gemeldet, darunter Siemens VDO Automotive AG und die gemeinsame Tochter Volkswagen Mechatronic GmbH. "Wir wollen unter anderem die produktionstechnischen Voraussetzungen für neuartige Piezoinjektoren schaffen", sagt Welf-Guntram Drossel, Leiter der IWU-Hauptabteilung Mechatronik. "Die Produktionsanlage, die wir aufbauen, wird mit einer Präzision arbeiten, wie sie heute in der Halbleiterfertigung üblich ist." Bei Düsennadeln und Ventilen liegt die Fertigungsgenauigkeit bei wenigen Mikrometern. Den Balanceakt zwischen geringer Größe und hoher mechanischer Stabilität wollen die Partner gemeinsam meistern. Mitarbeiter des Clusters sind auf der "Z" in Leipzig vertreten - der Spezialmesse für Zulieferer im Maschinenbau. Die neu gegründete Untermesse "mechatronic" ist in Halle 2 zu finden.

Ansprechpartner:
Dr. Welf-Guntram Drossel
Telefon: 03 51 / 47 72-3 04
Fax: 03 51 / 47 72-2 03
welf-guntram.drossel@iwu.fraunhofer.de

Dr. Hans-Joachim Koriath
Telefon: 03 71 / 53 97-4 85
Fax: 03 71 / 53 97-4 88
koriath@iwu.fraunhofer.de

Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.iwu.fraunhofer.de

Weitere Berichte zu: Cluster Maschinenbau Mechatronik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Schnell, präzise, aber nicht kalt
17.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

nachricht Neues Laserstrahl-Schweißverfahren des Fraunhofer IWS erlangt die Zertifizierung der DNV GL
16.05.2017 | Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

Wissenschaftler haben eine neue Methode entwickelt, um die Eigenschaften von Graphen ohne das Anlegen störender elektrischer Kontakte zu charakterisieren. Damit lassen sich gleichzeitig der Widerstand und die Quantenkapazität von Graphen sowie von anderen zweidimensionalen Materialien untersuchen. Dies berichten Forscher vom Swiss Nanoscience Institute und Departement Physik der Universität Basel im Wissenschaftsjournal «Physical Review Applied».

Graphen besteht aus einer einzigen Lage von Kohlenstoffatomen. Es ist transparent, härter als Diamant, stärker als Stahl, dabei aber flexibel und ein deutlich...

Im Focus: New Method of Characterizing Graphene

Scientists have developed a new method of characterizing graphene’s properties without applying disruptive electrical contacts, allowing them to investigate both the resistance and quantum capacitance of graphene and other two-dimensional materials. Researchers from the Swiss Nanoscience Institute and the University of Basel’s Department of Physics reported their findings in the journal Physical Review Applied.

Graphene consists of a single layer of carbon atoms. It is transparent, harder than diamond and stronger than steel, yet flexible, and a significantly better...

Im Focus: Detaillierter Blick auf molekularen Gifttransporter

Transportproteine in unseren Körperzellen schützen uns vor gewissen Vergiftungen. Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben nun die hochaufgelöste dreidimensionale Struktur eines bedeutenden menschlichen Transportproteins aufgeklärt. Langfristig könnte dies helfen, neue Medikamente zu entwickeln.

Fast alle Lebewesen haben im Lauf der Evolution Mechanismen entwickelt, um Giftstoffe, die ins Innere ihrer Zellen gelangt sind, wieder loszuwerden: In der...

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wissenschaftsforum Chemie 2017

30.05.2017 | Veranstaltungen

Erfolgsfaktor Digitalisierung

30.05.2017 | Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Neue Methode zur Charakterisierung von Graphen

30.05.2017 | Physik Astronomie

Riesenfresszellen steuern die Entwicklung von Nerven und Blutgefäßen im Gehirn

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Nano-U-Boot mit Selbstzerstörungs-Mechanismus

30.05.2017 | Biowissenschaften Chemie