Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Materialwissenschaftler gehen jetzt Stempeln

13.04.2005


Institut der Universität Jena wird Europäisches Exzellenzzentrum für Mikrokontakt-Stempeldruck-Technologie "SoLiTech"


Das Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie (IMT) der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird der Sitz eines neuen europäischen Exzellenz-Zentrums für Mikrokontakt-Stempeldruck-Technologie "SoLiTech". Die Methode der "Soft Lithography" oder "Micro Contact Printing" ((CP), wie das Verfahren zur Oberflächenstrukturierung im Englischen auch heißt, wurde an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts, USA entwickelt. Die Technologie wird als zukunftsträchtige und vor allem kostengünstige Alternative zur Photolithographie angesehen, mit der bisher Computerchips hergestellt werden. Das Projekt wird von der Europäischen Kommission in den nächsten vier Jahren mit über 650.000 Euro gefördert.

Es richtet sich aber nicht ausschließlich an die Chipindustrie, sondern hauptsächlich an den schnell wachsenden Biotechnologiemarkt. "Wir wollen ausloten, in wie weit sich diese moderne Technologie zur Modifikation von Biomaterialien - wie medizinischen Implantaten oder Biochips - eignet," sagt der Direktor des IMT Prof. Dr. Klaus D. Jandt. "Im Rahmen dieses Projekts", so der Chef des neuen Exzellenzzentrums weiter, "sollen die international besten Köpfe nach Jena an das IMT geholt werden, um hier diese Technologie weiter zu entwickeln". Die mit Soft Lithography modifizierten Implantate könnten zu kürzeren Einheilzeiten und damit zu einem kürzeren Krankenhausaufenthalt für Patienten führen, hofft der Jenaer Materialwissenschaftler.


Kern der Soft Lithography ist ein weicher mikro- oder nanostrukturierter Polymerstempel. Dieser Stempel wird auf eine Materialoberfläche gedrückt, auf der dann eine charakteristische, selbstorganisierte Struktur zurückbleibt. Als "Stempelfarbe" werden kleine Moleküle benutzt, die z. B. das Zellwachstum fördern, Wasser oder Bakterien abweisen können. Als besonderer Clou werden zur Herstellung der Stempelvorformen u. a. keramische Nanopulver benutzt. "Dieser Ansatz ist innovativ und soll neue und unkonventionelle Stempelformen ermöglichen," sagt PD Dr. Jörg Bossert vom IMT und fährt fort: "Außerdem fördert dieses Projekt den Wissenstransfer durch eine enge Kooperation mit anderen Forschungseinrichtungen, wie dem Institut für Physikalische Hochtechnologie (IPHT), und der Industrie. Durch das Projekt sollen neue Technologien für die Thüringer Industrie zugänglich gemacht werden." Das SoLiTech-Projekt des IMT soll ein weiterer wichtiger Meilenstein beim Aufbau eines neuen Schwerpunktes und eines Netzwerkes im Bereich der nanofunktionalisierten und nanostrukturierten Biomaterialien-Grenzflächen in Jena sein. "Industriebetriebe und Forschungeinrichtungen, die Interesse an der Mitarbeit haben, sind eingeladen, sich an das IMT zu wenden", sagt Prof. Jandt.

Kontakt:

Prof. Dr. Klaus D. Jandt
Institut für Materialwissenschaft und Werkstofftechnologie der Universität Jena
Löbdergraben 32, 07743 Jena
Tel.: 03641 / 947731
E-Mail: k.jandt@uni-jena.de

Axel Burchardt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-jena.de

Weitere Berichte zu: IMT Lithography Materialwissenschaftler Werkstofftechnologie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie