Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Kunst vom Biegen und Beulen mit Hitze

12.04.2005


Forscher aus aller Welt zum Informationsaustausch in Bremen / IWOTE ’05 - Erstmals Internationaler Workshop zum thermischen Umformen im BIAS



Eben und glatt muss der Boden des Schiffdecks sein, doch nachdem die Schweißer in der Werft ihre Arbeit getan haben, gleicht er eher einer Hügellandschaft. Beule reiht sich an Beule. Durch die Hitze beim Schweißen haben sich die ehemals glatten Stahlplatten verformt. Ebenfalls durch Hitze lassen sich diese Dellen wieder glätten. Fachleute nennen es thermisches Umformen. Auch Werkstücke, die heute zum Beispiel noch mit Pressen in eine andere Form gebracht werden, lassen sich durch Wärmeeinwirkung umformen. Wichtig ist hier das Wissen darum, welche Wärmequelle wie, wann und an welchen Stellen über das Bauteil bewegt werden muss. Mit Problemen dieser Art beschäftigen sich Forschergruppen rund um den Globus. Nun kommen sie in Bremen zu einem Informationsaustausch zusammen: Am 13. und 14. April 2005 veranstaltet das Bremer Institut für angewandte Strahltechnik (BIAS) den ersten internationalen Workshop zum thermischen Umformen, die IWOTE’05 (1st International Workshop on Thermal Forming).

... mehr zu:
»BIAS »Bauteil »Hitze »Umformen


20 Vorträge in zwei Tagen - Experten aus aller Welt präsentieren ihre neuesten Erkenntnisse zum Verständnis der Umformmechanismen, zur Vorhersage der Verformungen und zur Optimierung der Wärmeführung, um die gewünschten Geometrien zu erreichen. Mit dem Fokus auf industrielle Anwendungen diskutieren sie Potenziale und offene Fragen. Während des Workshops haben die Teilnehmer auch die Gelegenheit, eigene Fragen aus Anwendersicht einzubringen und sie mit den Forschern und Entwicklern zu erörtern.

"Die konventionelle Umformtechnik mit Maschinen hat Probleme mit sehr große Bauteilen wie zum Beispiel Schiffsrümpfen und auch mit sehr kleinen Bauteilen aus der Mikrotechnik wie zum Beispiel Leseköpfe in CD-Playern", sagt Professor Frank Vollertsen, der Direktor des BIAS. Seit Jahren forscht er auf diesem Gebiet und gilt hier als einer der renommiertesten Experten. Im thermischen Umformen sieht er ein sehr hohes Potenzial für die industrielle Fertigung: "Diese Technik wird zwar in kleinem Umfang schon genutzt, ist aber noch enorm ausbaufähig."

"Am weitesten verbreitet ist das thermische Umformen im Schiffbau", sagt Dipl.-Ing. Thomas Seefeld. Einsatzmöglichkeiten biete auch der Flugzeugbau, aber erst vereinzelt werde die Technik bislang im Mikrobereich angewandt, meint der BIAS-Wissenschaftler. "Und dort liegt der Ausgangspunkt für die Entwicklung des thermischen Umformens zu einem flexiblen und automatisierten Fertigungsverfahren für die Einzel- und Massenfertigung." Das Ziel: Senken der Fertigungskosten. Auch um weitere Anwendungsbereiche für das thermische Umformen zu erschließen, bedürfe es weiter eines wachsenden Prozessverständnisses, sagt der Laser-Spezialist. So entwickelt er zum Beispiel Simulationen, um damit die richtigen Bearbeitungsstrategien zu finden. Daraus ergeben sich dann auch Antworten auf die Frage, welche Wärmequelle wie, wann und an welchen Stellen über das Bauteil bewegt werden muss.

Weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Frank Vollertsen (Direktor des BIAS)
Tel: 0421 218-50 04
Dipl.-Ing. Thomas Seefeld
Tel: 0421 218-50 40
E-Mail: iwote05@bias.de

Angelika Rockel | idw
Weitere Informationen:
http://www.bias.de

Weitere Berichte zu: BIAS Bauteil Hitze Umformen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie