Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Chlorfreier Badespaß

01.03.2005


TUHH-Wissenschaftler entwickelt Ultraschall-Technik für keimfreies Wasser



In der Nase ein stechender Geruch, in den Augen ein leichtes Brennen, auf der Haut ein Juckreiz: Wer in öffentlichen oder privaten Schwimmbädern abtaucht, kennt die Folgen chlorgereinigten Wassers für den menschlichen Organismus. Professor Dr.-Ing. Uwe Neis von der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TUHH) hat eine Alternative zu dieser Chemikalie entwickelt. Der Ingenieur setzt Ultraschallwellen zur nachhaltigen Wasser-Aufbereitung ein.

... mehr zu:
»Chemikalie »Chlorfreie »Ingenieur »TUHH


Erste Versuchsreihen, die Chlorierung von Wasser durch Ultraschall-Anwendungen zu beeinflussen, sind abgeschlossen. "Es ist uns gelungen, den Chlor-Anteil bereits um 80 Prozent zu senken", sagt Ingenieur Neis. Das Ziel ist eine weitere Reduktion bis hin zum vollkommenen Verzicht auf den Einsatz der Chemikalie. Sobald die Testreihen beendet sind, will das Team um Wissenschaftler Neis einen Prototyp bauen.

Ultraschall ist mit Frequenzen von 20 Kilohertz und mehr vom menschlichen Ohr zwar nicht mehr wahrnehmbar, jedoch von einem hohen Wirkungsgrad. Generell erzeugen Schallwellen in rasanter Geschwindigkeit eine periodische Kompression und Dehnung des beschallten Mediums. "Im vorliegenden Fall wird das verkeimte Wasser 20 000 Mal pro Sekunde gedrückt und gezogen, es bilden sich Hohlräume zwischen den Wassermolekülen, kleine für das Auge zunächst unsichtbare Blasen", sagt Neis. Sobald die für die jeweilige Substanz charakteristische Intensitätsschwelle erreicht ist, implodieren diese in einer folgenden Druckphase. Dann ist mit der so genannten Kavitation die entscheidende Phase erreicht, in deren Folge chemische und physikalische Prozesse in Gang gesetzt werden, mithin eine Veränderung der Struktur des Wassers erfolgt.

Auf dem Gebiet der Abwasser-Reinigung hat die Hochleistungs-Ultraschall-Technik ihre Bewährungsprobe bestanden. Erste Kommunen und Industriebetriebe in Deutschland, den USA, in Asien und verschiedenen Ländern Europas reinigen ihre Abwässer nachhaltig mit "ultrawaves".

Hamburg ist auf dem Weltmarkt mit diesem High-Tech-Produkt führend. Nur 80 Kilogramm schwer und kaum größer als ein Koffer, erfüllt die Innovation "made by TUHH" nicht zuletzt das gewünschte Maß an Kompaktheit.

Das Produkt ist patentiert und wird seit 2001 von einem Spin-off-Unternehmen der TUHH vermarktet. Geschäftsführer von "ultrawaves" ist der Ingenieur Dr. Klaus Nickel, ein Absolvent der TUHH: "Uns liegen viele Anfragen zum Beispiel von holländischen Großgärtnereien vor, die nach neuen Wegen gegen die Verkeimung ihrer Bewässerungs-Anlagen suchen."

Am 3. und 4. März findet auf dem Campus der TUHH die 3. Konferenz zum Thema "Ultraschall in der Umwelttechnik" statt. Zu diesem zweitägigen Symposium werden 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den USA, Asien und verschiedenen Ländern Europas erwartet.

Für weitere Rückfragen:

Prof. Dr.-Ing. Uwe Neis
040/ 42878-3207

Jutta Katharina Werner, Pressesprecherin
040/42878-4321

Jutta Werner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-harburg.de

Weitere Berichte zu: Chemikalie Chlorfreie Ingenieur TUHH

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Staubarmes Recycling wertvoller Rohstoffe aus Elektronikschrott
16.11.2016 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT

nachricht Mikrostrukturen mit dem Laser ätzen
25.10.2016 | Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Rätsel um Mott-Isolatoren gelöst

Universelles Verhalten am Mott-Metall-Isolator-Übergang aufgedeckt

Die Ursache für den 1937 von Sir Nevill Francis Mott vorhergesagten Metall-Isolator-Übergang basiert auf der gegenseitigen Abstoßung der gleichnamig geladenen...

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Firmen- und Forschungsnetzwerk Munitect tagt am IOW

08.12.2016 | Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einzelne Proteine bei der Arbeit beobachten

08.12.2016 | Biowissenschaften Chemie

Intelligente Filter für innovative Leichtbaukonstruktionen

08.12.2016 | Messenachrichten

Seminar: Ströme und Spannungen bedarfsgerecht schalten!

08.12.2016 | Seminare Workshops