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Innovation in europäischen Papierfabriken

19.01.2005


In Europa gibt es seine starke Zellstoff- und Papierindustrie. Bemühungen in Forschung und Entwicklung haben sich zum Ziel gesetzt, diese Industrie weiter zu stärken, sie effizienter und nachhaltiger zu gestalten und wettbewerbsfähiger für den Weltmarkt zu machen.


Zwar prägen Computer und andere Telekommunikationsmittel wie zum Beispiel Mobiltelefone immer mehr unseren Alltag, dennoch spielt Papier allen früheren Vorhersagen zum Trotz auch weiterhin eine wichtige Rolle als Kommunikationsmedium. Die Herstellung und Nutzung von Papier befindet sich sogar im Aufwind. Europa ist ein wichtiger Player auf diesem Markt.

Im Rahmen des EuroFiber-Projektes wurden in mehreren europäischen Papierfabriken mit Unterstützung des Life Quality Programms Pilotprojekte durchgeführt. In der Stora Enso Papierfabrik im französischen Corbehem hatte man sich das Ziel gesteckt, die Qualität und Verarbeitbarkeit von dünnem gestrichenem Papier zu verbessern. Dieses Papier verfügt über spezielle Oberflächeneigenschaften, durch die es sich besonders für den Druck von Magazinen und Katalogen eignet.


Wie bei vielen Herstellungsprozessen hängt auch hier die Qualität des Endproduktes zum großen Teil von der Qualität der verwendeten Rohstoffe ab. Die verschiedenen Holzarten und Sägespäne, die hier zum Einsatz kommen, sind unterschiedlich in Preis und Qualität und stammen aus verschiedenen französischen Regionen und den Nachbarländern. Die am EuroFibers-Projekt beteiligten Partner mussten die Herausforderung bewältigen, die beste Mischung dieser Rohstoffe zu finden und dabei beim geringstmöglichen Preis eine hohe Qualität zu gewährleisten.

Es wurden verschiedene Kombinationen unter reellen Produktionsbedingungen getestet. Während des gesamten Produktionsprozesses wurden mehrere physikalische und chemische Parameter beobachtet. Die Auswertung der Daten zeigte, dass geringfügige Qualitätsunterschiede der Ausgangsstoffe durch eine entsprechende Anpassung des Herstellungsprozesses ausgeglichen werden konnten.

Außerdem kamen Diskrepanzen bei der Transportlogistik ans Licht. So sind Rohstoffe aus Frankreich aufgrund der größeren räumlichen Nähe besser verfügbar und sind daher zu bevorzugen.

Auf Grundlage der beim EuroFiber-Projekt gewonnenen Informationen konnte Stora Enso die Produktion in der Papierfabrik von Corbehem optimieren. Es konnten beträchtliche Einsparungen erzielt werden, vor allem durch eine Senkung der Kosten für die Holzhandhabung, die nicht mehr notwendig war. Außerdem konnte Stora Enso die Produktion steigern, ohne Kompromisse bei der Qualität eingehen zu müssen. Jetzt wird daran gearbeitet, diese Maßnahmen auch auf andere Fabriken von Stora Enso zu übertragen. Vielleicht werden dadurch die Arbeitsprozesse in der gesamten europäischen Papierindustrie verändert.

Alain Leturcq | ctm
Weitere Informationen:
http://www.storaenso.com/

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