Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verkleinerung von marinen Wellenbrechern

15.12.2004


Wenn der Bau von maßstabsgetreuen Modellen zu teuer und zeitaufwändig ist, sind kleinere Nachbildungen für Labortests oft die bessere Lösung. Genau darauf hat man sich im Rahmen des DELOS-Projektes zur Untersuchung mariner Wellenbrecher konzentriert.



Drei Universitäten haben zur Erweiterung der Kenntnisse über den Aufbau von Wellenbrechern zusammengearbeitet. Im Rahmen des DELOS-Projekts haben sich die Aalborg Universität in Dänemark (AAU), die Universität von Kantabrien (UCA) und die Polytechnische Universität von Katalonien in Spanien (UPC) zusammengeschlossen.

... mehr zu:
»AAU »DELOS-Projekt »LCS »UCA »Wellenbrecher


Das Projekt richtete sich auf die Verbesserung der Konstruktion von Unterwasserstrukturen (Low Crested Structures = LCS). LCS schützen die Küstengebiete vor den zerstörerischen Kräften des Meeres. In das DELOS-Projekt flossen vielfältige Ansätze ein, von der Zusammentragung von Daten existierender LCS-Standorte bis hin zu Modelluntersuchungen am Computer. Jedoch sind diese beiden Methoden nur begrenzt einsetzbar. So war es beispielsweise aufgrund finanzieller und zeitlicher Einschränkungen nicht möglich, alle LCS-Konstruktionen vollständig im Feld einzubinden.

Deshalb spielten das Wellenbecken und die Wasserlabors der AAU, UCA und UPC eine entscheidende Rolle. Kleinere LCS wurden gebaut und in diesen Hightechlabors Wellenaktivitäten ausgesetzt. Die Untersuchungen waren weitaus umfangreicher als frühere Versuche. Insgesamt wurden 325 dreidimensionale und 174 zweidimensionale Experimente durchgeführt. Viele physikalische Phänomene wurden während des DELIOS-Projektes erstmalig untersucht.

Das Verhältnis der Experimente variierte je nach Testanforderung zwischen 1:4 und 1:20. Es wurden drei Kategorien von Tests bestimmt, die sich auf Stabilität, Hydrodynamik und Wellenübertragung richten.

Zur Beurteilung der LCS-Stabilität wurden die LCS-Dimensionen und Wellenparameter wie z.B. Höhe und Frequenz verändert. Der Einfluss der LCS-Ausrichtung auf das Durchfluten, Überlaufen und das Umfließen der LCS wurde untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf dem Verständnis der Auswirkungen der Wellenschräglage, d.h. des Winkels, mit dem die Wellen auf die LCS treffen. Außerdem erhielt man Einblicke in die Art und Weise, wie die Welle von der LCS abprallt, sowie in die Auswirkungen, die dieser Vorgang hat.

Auf Grundlage der Analyse dieser Ergebnisse wurden bestimmte Empfehlungen für die Konstruktion von LCS erstellt. Die Empfehlungen sollen zu einem vernünftigeren Einsatz und einer längeren Lebensdauer der LCS führen und zu einem besseren Küstenschutz beitragen. Gleichzeitig soll das anfällige Gleichgewicht der Meereslebewesen um die Kammstrukturen herum bewahrt werden. Die Ergebnisse können auch für die Kalibrierung und Verbesserung von numerischen Modellen verwendet werden.

Kontakt:

Morten Kramer
Aalborg University
Hydraulics and Costal Engineering Laboratory
Sohngaardsholmsvej 57
9000 Aalborg, Dänemark
Tel: +45-96357230
Fax: +45-98142555
Email: i5mkr@civil.auc.dk

Morten Kramer | ctm
Weitere Informationen:
http://www.civil.auc.dk/

Weitere Berichte zu: AAU DELOS-Projekt LCS UCA Wellenbrecher

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Verfahrenstechnologie:

nachricht Neues Verfahren bringt komplex geformte Verbundwerkstoffe in die Serie
23.01.2017 | Evonik Industries AG

nachricht Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile
19.01.2017 | Fraunhofer IFAM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Verfahrenstechnologie >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wie der Nordatlantik zum Wärmepirat wurde

23.01.2017 | Geowissenschaften

Immunabwehr ohne Kollateralschaden

23.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

23.01.2017 | Physik Astronomie