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Mumien im Computertomographen

23.11.2004


Siemens Medical Solutions unterstützt Forschungsprojekt in Ägypten

Gemeinsam mit der National Geographic Society (NGS) unterstützt Siemens Medical Solutions ein Forschungsprojekt des Ägyptischen Supreme Council of Antiquities über Mumien. Ziel des Projektes ist die Erhaltung der Mumien und gleichzeitig die Erforschung möglicher Krankheiten im antiken Ägypten. NGS und Siemens stellen dafür einen Computertomographen (CT) zur Verfügung, der in einem LKW-Anhänger installiert und somit problemlos zu bewegen ist.

Im Verlauf des drei- bis fünfjährigen Forschungsprojekts sollen viele der Mumien in Ägypten gescannt werden. Ägyptische Mumien und andere geschichtliche Funde decken einen Zeitraum von gut 3.000 Jahren ab, die Anfänge gehen auf circa 5.000 Jahre vor unserer Zeit zurück. Auch heute noch ermöglichen diese Mumien einen Blick in die Vergangenheit. Die Untersuchungen sollen nicht nur Informationen über Krankheiten in der Antike liefern, sondern auch andere wichtige Fragen der Ägyptologie klären. Beispielsweise geht es den Forschern um die Frage, wie es gelang, die Mumien über eine so lange Zeit zu konservieren.

„Mit der CT-Technologie können wir die Mumien virtuell, das heißt ohne Schäden anzurichten, auswickeln,“ sagt Dr. Zahi Hawass, Generalsekretär des Supreme Council of Antiquities und Explorer in Residence der NGS. „Da das System mobil in einem Anhänger untergebracht ist, können wir sozusagen Hausbesuche bei unseren Patienten machen, statt diese transportieren zu müssen.“ Dr. Hawass leitet das Forschungsprojekt. Dr. Saleh Bedair, Professor für Osteologie und ehemaliger Dekan der Universität Kairo, und ein Team ägyptischer Wissenschaftler werden das CTSystem bedienen.

Einer der Höhepunkte des Forschungsprojekts wird die Untersuchung der Mumie des Pharao Tutanchamun sein. Sie soll klären, woran der Herrscher gestorben ist, der vor über 3.000 Jahren Ägypten regierte und als Teenager ums Leben kam. Tutanchamun ist vor allem bekannt, weil sein nahezu unberührtes Grab, das 1922 im Tal der Könige entdeckt wurde, mit unglaublichen Schätzen angefüllt war. 1968 wurde bei einer Röntgenuntersuchung ein Knochensplitter im Schädel der Mumie entdeckt. Diese Entdeckung, und die Umstände seines Todes und seiner offensichtlich hastigen Mumifizierung und Beerdigung, führten zu Spekulationen, dass Tutanchamun durch einen Schlag auf den Kopf gestorben sein könnte.

„Das alte Ägypten fasziniert uns noch heute. Forschungsergebnisse aus diesem Bereich stoßen auch in der breiten Öffentlichkeit auf großes Interesse,“ sagt Dr. Bernd Montag, Leiter des Geschäftsgebiets CT bei Siemens Medical Solutions. „Ein in Ausmaß und Zielen so einzigartiges Projekt stellt einen Meilenstein in der Ägyptologie dar. Gerne unterstützen wir das Ägyptische Supreme Council of Antiquities in seinem Bemühen, einige Geheimnisse der Vergangenheit zu lüften.“

Das zur Verfügung gestellte CT-System, ein Somatom Emotion 6, bietet einige wichtige Vorteile für diese Studie: Es vereint hohe Funktionalität mit minimalem Platzbedarf. Seine weite Öffnung ermöglicht die einfache Positionierung der Mumien im Scanner. Die CT-Aufnahmen zeigen selbst kleinste Details, die auch dreidimensional dargestellt werden können.

National Geographic wird im Frühjahr des nächsten Jahres weltweit eine Fernseh- Sondersendung über dieses Projekt ausstrahlen.

| Siemens Medical Solutions
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/medical

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